WM 2022: Kylian Mbappé läutet mit Final-Gala gegen Argentinien neue Ära ein - für den PSG-Star gibt es keine Grenzen
Kylian Mbappé ist der tragische Held des WM-Finals in Katar. Der Superstar trug sich bei Frankreichs bitterer Niederlage gegen Argentinien mit einer Gala in die Geschichtsbücher ein. So schmerzhaft der verpasste WM-Titel auch sein mag, es dürfte nicht sein letztes internationales Endspiel gewesen sein. Vielmehr läutete der 23-Jährige eine neue Ära ein. Ernsthafte Konkurrenz gibt es derweil kaum.
"Genau so traurig wie er": Macron leidet mit Mbappé nach Final-Pleite
Quelle: Perform
Kylian Mbappé saß minutenlang still und in sich versunken auf der französischen Bank.
Selbst die aufmunternden Worte von Staatspräsident Emmanuel Macron, der den Superstar in den Arm nahm und ihm den Kopf tätschelte, konnten Mbappé über die schmerzhafte Enttäuschung nicht hinwegtrösten.
Zu tief saß der Stachel nach der hochdramatischen Niederlage des Titelverteidigers im vielleicht besten WM-Finale der Geschichte gegen Argentinien (5:7 n.E.).
Während Lionel Messi in Katar damit seine außergewöhnliche Karriere krönte, musste sich Mbappé mit dem Goldenen Schuh, den er für seine acht Turniertreffer fast regungslos auf der anschließenden Siegerehrung in Empfang nahm, begnügen.
Seinen Traum vom zweiten WM-Titel muss der 23-Jährige erst einmal um vier Jahre aufschieben.
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Kylian Mbappé (Frankreich) nach dem WM-Finale 2022 gegen Argentinien
Fotocredit: Getty Images
Mbappé-Gala im WM-Finale
"Frankreich muss sich am Ende nicht viel vorwerfen lassen, allerdings waren die ersten 60 Minuten zu wenig, nicht zielstrebig, nicht aggressiv, dafür harmlos und zurückhaltend, bis Mbappé loslegte", bilanzierte Holger Badstuber exklusiv bei Eurosport.de.
Und wie der Ausnahmestürmer von Paris Saint-Germain loslegte. Nachdem die 79 Minuten zuvor nahezu komplett an der Équipe Tricole vorbeiliefen (0:2), brachte Mbappé sein Team mit einem Doppelschlag binnen 97 Sekunden - im Übrigen der schnellste Doppelpack der Historie in einem WM-Finale - zurück ins Spiel.
Auch in der Verlängerung, als nach dem zweiten Treffer von Messi endgültig alles nach einem Triumph der Albiceleste aussah, konterte Mbappé vom Elfmeterpunkt mit seinem dritten Treffer an diesem Abend zum 3:3. Der 23-Jährige ist damit der erste Dreifachtorschütze in einem Endspiel seit Sir Geoff Hurst 1966.
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Kylian Mbappé bejubelt seinen Dreierpack im WM-Finale gegen Argentinien
Fotocredit: Getty Images
Frankreich: Mbappé alleine reicht nicht
"Das Spiel heute war sensationell, wie er in den Momenten da war, das Spiel mit an sich gerissen hat für die Franzosen", schwärmte "ARD"-Experte Bastian Schweinsteiger von Mbappé. "Das ist es, was sehr große Spieler ausmacht", zeigte sich auch Macron beeindruckt und ergänzte: "Er ist noch nicht mal 24."
Umso beachtlicher ist es, mit welch einer Selbstverständlichkeit sich Mbappé im Elfmeterschießen den Ball als erster französischer Schütze zurechtlegte und ihn versenkte. Anders als dem PSG-Star versagten Kingsley Coman und Aurélien Tchouaméni jedoch die Nerven, sodass es letztlich nichts mit dem dritten Weltmeistertitel für die Grande Nation wurde.
"Mbappé ist nicht genug", brachte es die "L'Équipe" Tags drauf auf den Punkt.
Mbappé: Neue WM-Rekorde nur eine Frage der Zeit
Nichtsdestotrotz zeigte der französische Hoffnungsträger wie schon vor vier Jahren im WM-Finale gegen Kroatien (4:2), zu welchen Heldentaten er auf der größten Bühne im Stande ist. Mit ein bisschen Abstand wird auch Mbappé selbst erkennen, welch herausragendes Turnier er gespielt hat und dass das Beste womöglich erst noch kommt.
"Kylian hat seinen Fußabdruck in diesem Finale hinterlassen, aber nicht so, wie er es gerne getan hätte. Deshalb ist er so enttäuscht", konstatierte sein Trainer Didier Deschamps. "Es war eine WM der Rekorde, viele Spieler haben Rekorde gebrochen", so der 54-Jährige.
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Kylian Mbappé gegen Lionel Messi
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Dies wird auch in Zukunft so weitergehen, wie Mbappés Statistiken belegen. Nach gerade einmal zwei Weltmeisterschaften hat er bereits zwölf Tore (in 14 Partien) und damit genauso viele wie Brasilien-Ikone Pelé und der am Sonntag siegreiche Messi auf dem Konto.
Zur Erinnerung: Der ewige Torrekord von Miroslav Klose steht bei 16 Treffern. Angesichts der Tatsache, dass Mbappé in zwei Tagen erst 24 Jahre alt wird, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis er die Bestmarke des Weltmeisters von 2014 knackt. Immerhin hat der Franzose noch mindestens zwei WM-Turniere vor sich (Gesundheit vorausgesetzt).
Mbappé gehört die Zukunft - und die Gegenwart
Sollte Mbappé weitestgehend von Verletzungen verschont bleiben, ist es nur allzu wahrscheinlich, dass er die Szene auf internationaler Ebene in den kommenden Jahren dominieren wird.
Gerade, weil sich mit Messi, Cristiano Ronaldo, aber auch Luka Modric die Aushängeschilder der vorherigen Generation nach und nach verabschieden. Das Zepter hat Mbappé längst übernommen.
"Er ist der Spieler für die Zukunft, er wird der kommende Weltfußballer über die nächsten Jahre. Er hat eine große Zukunft", prophezeite Schweinsteiger. Sein ehemaliger Teamkollege Badstuber ergänzte: "Was für ein unglaublicher Spieler er doch ist. Eigentlich gehört ihm auch schon die Gegenwart."
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Kylian Mbappé
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Für Mbappé gibt es kaum Konkurrenz
Ein Duell der Superstars, wie es sich Ronaldo und Messi über Jahre hinweg auf allerhöchstem Niveau lieferten, bahnt sich auf Länderspielebene indes nicht an. Grund dafür ist, dass es Mbappé weitestgehend an Konkurrenz fehlt.
Erling Haaland (22), der die Premier League seit seinem Wechsel zu Manchester City im Sturm erobert, hat bei der norwegischen Nationalmannschaft nicht die Mitspieler, um im Kampf um einen internationalen Titel ein ernstes Wörtchen mitreden zu können.
Vinícius Júnior (22) steht sowohl bei Real Madrid als auch bei der Seleção ein Stück weit im Schatten der Stars Karim Benzema beziehungsweise Neymar und das vielversprechende Duo Jude Bellingham (19) und Jamal Musiala (19) muss seine herausragenden Qualitäten erst noch längerfristig unter Beweis stellen.
Bis es so weit ist, gehört Mbappé ganz alleine die Weltbühne.
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Quelle: Eurosport
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