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Oliver Bierhoff hat nach WM-Aus der Nationalmannschaft "keine großen Sorgen" - doch der Druck auf den DFB wächst
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Publiziert 04/12/2022 um 12:20 GMT+1 Uhr
Die seit Jahren anhaltende Kritik an Oliver Bierhoff wird lauter, der DFB-Geschäftsführer könnte das erste "Opfer" des WM-Desasters werden. Immer mehr Stimmen fordern Konsequenzen aus dem frühen WM-Aus, die meist auf Bierhoff zielen. Für Lothar Matthäus sei er "hauptverantwortlich dafür, die Voraussetzungen für Erfolg zu schaffen. Aber seit fünf Jahren stimmen die Ergebnisse nicht".
Oliver Bierhoff
Fotocredit: Getty Images
Oliver Bierhoff hat da so ein Gefühl. "Ein sehr gutes für mich", wie er betont. Auch der DFB-Geschäftsführer will sich nach der dritten von ihm mit verantworteten Turnierpleite "der Verantwortung stellen" - das schon. Aber gleich Rücktritt oder gar Rauswurf? Also bitte! Bierhoff macht sich vor der Woche der Aufräumarbeiten "nicht die großen Sorgen". Dabei ist er für viele das Sinnbild der Entrücktheit und des Niedergangs der Nationalelf.
"Wir haben schlechte Jahre hinter uns, da sitzt Oliver Bierhoff mit im Boot - und da muss man auch Oliver Bierhoff infrage stellen", sagt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Der Boulevard trommelt vor dem Treffen der Verbandsspitze mit Bierhoff und Bundestrainer Hansi Flick für die Trennung vom langjährigen Manager, Bild fordert ultimativ: "Bierhoff muss gehen!"
Die Aussage des DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf, derzufolge die Aufarbeitung "die Entwicklung der Nationalmannschaft und unseres Fußballs seit 2018" umfassen müsse, ist eine klare Ansage an Bierhoff. Der 54-Jährige wird erklären müssen, welchen Anteil er an den WM-Desastern in Russland und Katar sowie am frühen EM-Aus 2021 hat. Wohl auch in einem größeren Rahmen - am Freitag ist Präsidiumssitzung.
Bierhoff: Gesamtbilanz spricht für mich
Bierhoff geht es äußerlich gelassen an. Seine Arbeit in 18 DFB-Jahren spreche für ihn, behauptet er, und er mahnt: "Vielleicht schaut man sich die gesamte Bilanz sachlich an." Er wolle seinen Vertrag bis 2024 erfüllen.
"Es geht nicht um Fingerpointing", sagt Bierhoff in dem Manager-Sprech, der viele so nervt. Gut, der Binden-Zoff habe gestört, "aber glauben Sie wirklich, dass das eine so große Rolle gespielt hat?" Sein Team habe "super Arbeit gemacht".
Der EM-Held von 1996 hat sich große Verdienste erworben - mit der Krönung 2014 in Rio. Bierhoff gilt als Vater der Akademie, die den DFB und dessen Auswahlteams zukunftsfähig machen soll. Doch auch er ist für die jahrelangen Versäumnisse in der Ausbildung verantwortlich. Er traf bei der Organisation mehrerer Turniere unglückliche Entscheidungen. Er steht für Abgehobenheit und Reizthemen wie den nun abgeschafften Begriff "Die Mannschaft". Er hielt zu lange an Joachim Löw fest.
Dennoch: Bierhoff treffe keine Schuld am Niedergang, meint Robin Dutt. Der ehemalige DFB-Sportdirektor betont, der Geschäftsführer und dessen Sportlicher Leiter Joti Chatzialexiou, einer von Bierhoffs 180 (!) Mitarbeitern, hätten schon vor vielen Jahren "Visionen" für eine bessere Zukunft entwickelt. Dass er sich nicht habe durchsetzen können, liege am "Apparat" DFB.
Watzke rückt wohl näher an Nationalmannschaft
Dort avanciert Hans-Joachim Watzke zum starken Mann. Dass der Vize am ersten Analyse-Treffen teilnimmt, ist für Bierhoff keine gute Nachricht. Der BVB-Boss gilt als scharfer Bierhoff-Kritiker, er war federführend beim Abschaffen des Siegels "Die Mannschaft". Watzke soll angeblich bei Themen rund um die DFB-Auswahl enger eingebunden werden. Für Bierhoff muss das noch nicht das Aus bedeuten. Sein Tätigkeitsfeld könnte auf den Bereich Akademie beschränkt werden.
Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus meinte, Bierhoff stehe "zu Recht in der Kritik". Aufgrund seiner Position sei Bierhoff "hauptverantwortlich dafür, die Voraussetzungen für Erfolg zu schaffen. Aber seit fünf Jahren stimmen die Ergebnisse nicht mehr."
Matthäus lastete Bierhoff in der "Bild" auch wie schon 2018 in Russland eine schlechte Quartierwahl an. Die Entscheidung, die Spielerfrauen und Familien früh zu den Spielern zu lassen, habe zudem die "Grüppchenbildung gefördert" und "viel zu viel Ablenkung" geschaffen. Dem DFB sei die Harmonie "vielleicht zu wichtig".
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Quelle: Perform
(SID)
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