Andreas Rettig legt im Streit mit Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß zur WM in Katar und Menschenrechtsfragen nach

Nächste Runde im Katar-Streit zwischen Uli Hoeneß und Andreas Rettig: Der ehemalige DFL-Geschäftsführer legte im Interview mit "Spox" gegen WM-Befürworter Hoeneß nach. Dabei erneuerte Rettig seine Kritik an der WM-Vergabe ins Emirat und erklärte: "Wandel durch Handel hat schon an anderer Stelle nicht zum Erfolg geführt." Zudem vermische Hoeneß mit seiner Argumentation verschiedene Ebenen.

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"Man kann ein strategisch eingesetztes Sportswashing eines autokratisch geführten Staates ohne Presse- und Meinungsfreiheit und massiven Menschenrechtsverletzungen, der sich zudem durch die Ausrichtung einer WM einen persönlichen Imagetransfer verspricht, nicht mit einer unverschuldet in Energienot geratenen Volkswirtschaft und deren Bekämpfen aufrechnen", meinte der 59-Jährige zur Anmerkung von Hoeneß, dass bald auch Gas von Katar nach Deutschland geliefert werde.
Zudem meinte Rettig zum Streit mit dem Ex-Bayern-Präsidenten im "Sport1-Doppelpass": "Das passiert, wenn ein Katar-Lobbyist auf einen Überzeugungstäter in Sachen Menschenrechte trifft."
Möglicherweise habe Hoeneß aus "Langeweile" in der TV-Sendung angerufen, mutmaßte Rettig.

Rettig kontert Hoeneß-Kritik

Einen Denkfehler des ehemaligen Bayern-Bosses erläuterte der gebürtige Leverkusener auch: "Wenn sich die Aktionäre eines Unternehmens dafür entscheiden, an Katar Anteile zu verkaufen, kann man das kritisieren. Dann ist das aber die Entscheidung der Anteilseigner." Der größte Anteilseigner der Münchener seien aber die Mitglieder, so Rettig: "Wenn diese ein derartiges Engagement ablehnen, ist das zu akzeptieren. Für den FC Bayern scheint das Votum seiner Mitglieder eher nachrangig zu sein."
Hoeneß hatte zudem kritisiert, dass der Ex-DFL-Geschäftsführer selbst noch gar nicht in Katar gewesen sei. Rettig konterte diese Aussage ebenfalls: "Dass er einen gut zahlenden Partner besucht, überrascht nicht. Herr Hoeneß war eventuell auch noch nicht in Nordkorea und wird das dortige Regime dennoch sicher auch nicht goutieren."
Einen TV-Boykott der WM oder zumindest einiger Spiele durch die Fans befürwortete er zudem: "Jede Aktivität, die darauf einzahlt, dass das katarische Sportswashing nicht verfängt, ist zu begrüßen und hilft. Das unterstütze ich sehr gerne."
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Quelle: Perform

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