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WM 2022 - Spanien im Team-Porträt: Die jungen Wilden um Pedri übernehmen das Zepter bei der "Furia Roja"
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Publiziert 14/11/2022 um 10:42 GMT+1 Uhr
Kein Sergio Ramos, kein Thiago Alcantara - dafür Pedri, Gavi und Dani Olmo. In Spanien findet derzeit ein Umbruch statt. Die neue Generation kommt nach und löst die "goldene" Generation ab. Einzig Sergio Busquets ist aus dem WM-Team von 2010 noch übrig geblieben. Die Ansprüche der "Furia Roja" sind trotzdem die gleichen, auch wenn die Spanier dieses Jahr nur zum erweiterten Favoritenkreis gehören.
Spanien
Fotocredit: Getty Images
Die letzten Auftritte der spanischen Fußball-Nationalmannschaft waren doch eher durchwachsen. Erst das 1:0 in Portugal, dem ersten Sieg beim iberischen Erzrivalen seit 19 Jahren, ließ die "Furia Roja" jubeln. Der Weltmeister von 2010 zog auf den letzten Drücker in die Finalrunde der Nations League ein.
Zuvor wollen die Schützlinge von Trainer Luis Enrique bei der WM in Katar Glanz verbreiten. Am 27. November sind die Spanier zweiter Vorrundengegner der deutschen Nationalmannschaft. Ein brisantes Duell, zumal die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) immer noch mit Schrecken an jenes 0:6-Debakel am 17. November 2020 in Sevilla zurückdenkt.
In der laufenden Nations League lief es allerdings bei den spanischen Ballzauberern auch nicht total rund. So verloren sie in der Endphase der Gruppenphase überraschend 1:2 gegen die Schweiz und büßte vor dem Duell gegen die Portugiesen die Tabellenführung ein. Alvaro Morata (88.) traf dann in Braga und erlöste das Enrique-Team in Portugal.
Allerdings gibt es nach wie vor Probleme bei den Spaniern. Die Defensive wirkt immer noch anfällig, und im Angriff gibt es bislang auch nicht die erhoffte Durchschlagskraft. Der Coach bastelt noch an seiner Wunschformation.
Enrique treibt Umbruch voran
Bei der letzten WM 2018 in Russland erwies sich die kurzfristige Entlassung von Nationalcoach Julen Lopetegui zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel gegen Portugal für viel Unruhe. Der Fußballlehrer hatte sich mit Real Madrid auf einen Vertrag nach der WM verständigt, der Verband war alles andere als begeistert und zog die Reißleine. Fernando Hierro wurde zum neuen Chefcoach befördert, konnte allerdings die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Im Achtelfinale war gegen Gastgeber Russland für die Spanier im Elfmeterschießen schon Endstation.
Coach Enrique gilt allerdings als großer Hoffnungsträger. Schon seit 2018 ist er in Amt und Würden, wenngleich er aufgrund des Krebstodes seiner Tochter Xana eine Pause einlegte. Aber der einstige Weltklassespieler kehrte zurück und formte eine neue "Furia Roja".
Kopf des Teams ist Kapitän Sergio Busquets (34). Er war schon beim WM-Triumph 2010 in Südafrika dabei. Er soll die jungen Wilden der Spanier führen. Das sind zum Beispiel Pedri (19), Gavi (18) und Ferran Torres (22).
Luis Enrique weiß natürlich, dass die neue Spielergeneration vielleicht noch anfällig ist und noch nicht so konstant wie die einstige Super-Furia-Roja, die 2008 und 2012 den EM-Titel eroberte und dazwischen Weltmeister wurde, auftrumpfen kann.
Im Königreich schaut man gespannt auf die Ergebnisse, die die Nationalmannschaft in Katar abliefern wird. Dass das Team mal ausnahmsweise nicht Topfavorit ist, sondern eher nach den südamerikanischen Giganten Brasilien und Argentinien und zusammen mit Deutschland, England oder den Niederlanden genannt wird, ist auch eine neue Erfahrung für die spanische Elf. Aber der Druck ist damit auch wesentlich geringer als bei voraufgegangenen WM-Turnieren.
Der Star: Sergio Busquets
Für Kapitän Sergio Busquets könnte die Katar-WM das letzte Hurra mit der Seleccion sein. Der Weltmeister von 2010 und Europameister von 2012 ist mit seinen 34 Jahren in einem Team voller gehypter Youngster wie Pedri und Gavi aber noch immer das Herz und Hirn im defensiven Mittelfeld.
Diesen "Busi", so sein Spitzname, hält auch Nationaltrainer Luis Enrique für "außergewöhnlich". Ergo: "Er kann so viele Jahre spielen, wie er will." Kein Wunder, denn noch immer ist dieser Busquets bei Deutschlands WM-Gruppengegner ein Bollwerk, an dem die Angriffe des Gegners zerschellen, und am Ball als kluger Stratege mit seiner Übersicht unverzichtbar.
In Highlight-Zusammenschnitten wird der Katalane eher selten auftauchen. Um seinen fußballerischen Wert im zentralen Raum für Spanien und den FC Barcelona zu erahnen, muss man jedoch nur an die geradezu poetischen Huldigung von Ex-Nationaltrainer Vicente del Bosque erinnern: "Betrachte das ganze Spiel, und du siehst Busquets nicht. Doch betrachte Busquets, und du siehst das ganze Spiel."
Der Trainer: Luis Enrique
An Luis Enrique, diesem unbequemen Sturkopf, scheiden sich in Spanien die Geister. Kürzlich erschien in der Sportzeitung Marca die passende Zeichnung: Als halb Teufel, halb Engel porträtierte man ihn da.
Der 52-Jährige ist ein streitbarer Geist, um seine Fußball-Idee zu verwirklichen, geht er seine eigenen Wege. Oder funkt im wahrsten Sinne des Wortes dazwischen: Neuerdings tragen seine Nationalspieler im Training Funkempfänger am Rücken, über die der Asturier per Walkie-Talkie Anweisungen gibt.
Die Furia Roja übernahm Enrique im Sommer 2018 nach drei glorreichen Jahren als Barca-Coach. Ein Jahr später folgte eine tragische Zäsur. Im Alter von neun Jahren verstarb seine Tochter Xana an Knochenkrebs - wenige Monate später kehrte Enrique zurück. Seine Mission: Eine neue Erfolgs-Ära beim Weltmeister von 2010 einzuleiten.
Bei seinem ersten Turnier endete der Weg im EM-Halbfinale 2021 gegen den späteren Europameister Italien. Vor der WM in Katar, wo Enrique im zweiten Gruppenspiel auf Deutschland trifft, setzte er sich selbst unter Druck. "Macht euch keine Sorgen: Wenn es schlecht läuft, werde ich von alleine gehen", ließ Enrique im Frühjahr wissen.
Spaniens Kader für die WM 2022 in Katar:
Tor: Robert Sanchez (Brighton & Hove Albion), David Raya (FC Brentford), Unai Simon (Athletic Bilbao)
Abwehr: Pau Torres (FC Villarreal), Hugo Guillamon (FC Valencia), Alejandro Balde (FC Barcelona), Jordi Alba (FC Barcelona), Dani Carvajal (Real Madrid), Cesar Azpilicueta (FC Chelsea), Eric Garcia (FC Barcelona), Aymeric Laporte (Manchester City)
Mittelfeld: Sergio Busquets (FC Barcelona), Marcos Llorente (Atletico Madrid), Koke (Atletico Madrid), Gavi (FC Barcelona), Rodri (Manchester City), Carlos Soler (Paris St. Germain), Pedri (FC Barcelona), Pablo Sarabia (Paris St. Germain), Dani Olmo (RB Leipzig), Ansu Fati (FC Barcelona), Marco Asensio (Real Madrid)
Angriff: Ferran Torres (FC Barcelona), Nico Williams (Athletic Bilbao), Alvaro Morata (Atletico Madrid), Yeremy Pino (FC Villarreal),
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(SID)
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Container-Stadion als Highlight: Ein Rundflug über die WM-Spielstätten
Quelle: SNTV
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