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WM 2022: Spanien verliert gegen Japan und lässt deutsche Nationalmannschaft im Stich - Furia Roja am Pranger
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Publiziert 02/12/2022 um 12:37 GMT+1 Uhr
Spanien lässt die deutsche Mannschaft mit einer seltsam blutleeren Vorstellung im abschließenden Spiel gegen Japan (1:2) im Stich - und rutscht damit in die vermeintlich leichtere Turnierhälfte. In einem möglichen Viertelfinale geht man den Brasilianern aus dem Weg und trifft in Achtelfinale auf Marokko. Im Vorfeld der Partie wurde bereits über eine taktische Niederlage der Spanier spekuliert.
Die spanische Nationalmannschaft verliert gegen Japan (1:2) und sorgt für das Ausscheiden der DFB-Elf
Fotocredit: Getty Images
Während sich die spanischen Medien mit Dankesreden an die deutschen Retter um Doppelpacker Kai Havertz überschlugen, brach international ein Donnerwetter über die seltsam blutleere Furia Roja herein. "Deutschland zu Hause, von Spanien verraten", titelte die italienische "Gazzetta dello Sport". Die "bedenkliche Einstellung" werfe "Fragen" auf, schrieb der Schweizer "Tagesanzeiger".
"Wir hätten uns sicher von den Spaniern Schützenhilfe erwartet", betonte der ehemalige DFB-Kapitän Michael Ballack bei "MagentaTV".
Und in der Tat warf das für Spanien letztlich folgenlose 1:2 (0:1) gegen Japan Fragen auf. Warum veränderte Luis Enrique seine Erfolgself auf fünf Positionen? Wieso stemmten sich die Iberer kaum gegen die drohende Pleite? Kam ihnen das Ausschalten eines Mitfavoriten gelegen? Oder entsprach das Abrutschen auf Gruppenplatz zwei gar der Wunschvorstellung? Schließlich heißen auf dem Weg ins Halbfinale die Gegner nun Marokko und schlimmstenfalls Portugal statt Kroatien und Brasilien.
Jeglichen Vorwürfen trat Enrique mit ernster Miene proaktiv entgegen. "Ich bin nicht glücklich. Wir haben uns qualifiziert, aber ich hätte es bevorzugt, die Gruppe als Erster zu beenden", beteuerte der Trainer fast schon übertrieben inbrünstig.
Er "feiere niemals eine Niederlage. Es hat sich vieles verändert im Turnier dadurch - aber ich habe gar nichts zu feiern". Von der Spielfreude der ersten beiden Partien war nach seinen Umstellungen nichts mehr zu sehen.
Fünf Wechsel in Spaniens Startelf
"Ich dachte, dass es die besten elf Spieler für dieses Spiel wären", äußerte Enrique: "Ich würde es wieder so machen, weil ich 100 Prozent Vertrauen in diese Spieler hatte. Nachher ist man immer schlauer."
Neben Youngsters wie Alejandro Balde und Nico Williams schickte er mit dem dreifachen Turnier-Torschützen Alvaro Morata, Cesar Azpilicueta und Pau Torres durchaus arrivierte Kräfte neu aufs Feld - von einer echten B-Elf konnte keine Rede sein.
Nach der Führung von Morata (11.) hatte Spanien bis zur Pause alles im Griff. "Aber dann gab es fünf Minuten völliger Unbeherrschtheit, ja sogar Panik - Kollapsmodus", sagte Enrique über die Zeit mit dem Doppelschlag von Ritsu Doan (48.) und Ao Tanaka (51., nach Videobeweis). Durch die zwischenzeitliche Führung von Costa Rica im Parallelspiel war der Weltmeister von 2010 für drei Minuten sogar selbst raus.
"Ich habe das nicht gewusst", erzählte Enrique im Nachgang: "Wenn ich es erfahren hätte, hätte ich einen Herzinfarkt bekommen." Doch anders als Spanien, das vor dem Spiel die Erneuerung der Verbandskooperation mit Japan verkündete, war die Flick-Elf eben die erhoffte Hilfe. "Gracias Deutschland! 'Danke' Senor Havertz! Deutschland mit allen Ehren auf der Straße", titelte die Marca. "Havertz rettet Spanien", schrieb As.
Vor dem Duell mit Überraschungsteam Marokko am Dienstag (16.00 Uhr im Liveticker) müsse die Pleite "eine Warnung sein", so Enrique: "Wir müssen uns verbessern". Für das nach Hause gereiste DFB-Team käme das dann eben fünf Tage zu spät.
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(SID)
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