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WM 2022 - Uruguay im Tal der Tränen: Luis Suárez und Co. müssen trotz Sieg gegen Ghana Vorrunden-Aus hinnehmen
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Publiziert 02/12/2022 um 18:04 GMT+1 Uhr
WM-Drama um die uruguayische Nationalmannschaft. Das Team um Luis Suárez muss trotz eines 2:0-Erfolgs über Ghana nach der Vorrunde die Koffer packen. Der Grund: Im Parallelspiel bezwang Südkorea die Auswahl Portugals völlig überraschend 2:1 - und sicherte sich damit hinter den Iberern Platz zwei. Giorgian De Arrascaetas Doppelpack (26.,32.) vor der Pause reichte den Südamerikanern letztlich nicht.
Luis Suárez vergoss nach dem WM-Aus bittere Tränen
Fotocredit: Getty Images
Luis Suarez ist für Ghana schon wieder zum Schreckgespenst geworden - genutzt hat es allerdings auch Uruguay nichts. Der zweimalige Weltmeister aus Südamerika und die Black Stars sind in der WM-Vorrunde ausgeschieden. Für Uruguay war das 2:0 (2:0) im direkten Duell zu wenig, weil im Parallelspiel Südkorea die bereits für das Achtelfinale qualifizierten Portugiesen schlug. Kurz vor Schluss weinte Suarez auf der Bank - das südkoreanische Siegtor hatte sich herumgesprochen.
Zwölf Jahre nach dem Skandalspiel von Johannesburg, das Suarez beim Gegner zur persona non grata gemacht hatte, sorgte Giorgian de Arrascaeta (26., 32.) im Al-Janoub-Stadion für klare Verhältnisse - jeweils auf Vorlage von Suarez. Ghanas Kapitän Andre Ayew hatte kurz zuvor einen Foulelfmeter vergeben (21.), den der Berliner Schiedsrichter Daniel Siebert bei seinem zweiten Auftritt bei dieser WM nach Videobeweis gegeben hatte.
Suarez, 35, erhielt von Nationaltrainer Diego Alonso ausgerechnet gegen Ghana das Vertrauen und kehrte in die Startelf zurück. Im Viertelfinale 2010 hatte er gegen die Black Stars auf der Torlinie mit einem Handspiel das sichere 1:2 verhindert. Suarez sah die Rote Karte, Asamoah Gyan vergab den fälligen Strafstoß - und Uruguay setzte sich schließlich im Elfmeterschießen durch.
Manche mögen sagen, er sei "der Teufel höchstpersönlich", erklärte Suarez vor dem Wiedersehen. Einer Schuld sei er sich aber nicht bewusst. "Ich habe das Handspiel gemacht, aber der Spieler von Ghana hat den Elfmeter verschossen, nicht ich", argumentierte er. Die ghanaischen Fans sahen dies anders, beim Verlesen der Mannschaftsaufstellungen setzte es ein Pfeifkonzert.
Die 43.443 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen zähe erste 15 Minuten. Dann ging es richtig los: Siebert entschied nach Videobeweis auf Elfmeter für Ghana, der in den ersten beiden Spielen sehr auffällige Mohammed Kudus von Ajax Amsterdam wurde von Uruguays Torwart Sergio Rochet gefoult. Die Uruguayer mit Suarez an der Spitze redeten auf Siebert ein - natürlich vergebens.
Doch es war ohnehin egal: Der schwach getretene Elfmeter von Ayew war für Rochet eine leichte Beute. Danach drehte die Celeste auf. Binnen sechs Minuten war Suarez zweimal als Vorbereiter beteiligt, zweimal war de Arrascaeta zur Stelle.
Doch nicht nur im Strafraum blühte der in die Jahre gekommene Suarez auf, auch im ständigen Zwiegespräch mit Siebert ließ sich der Altstar kaum bremsen. Nach einer Stunde holte er sich wegen Meckerns die Gelbe Karte ab. Nach 65 Minuten machte er Platz für den kaum minder verdienten Edinson Cavani, seine Mannschaft hatte da alles im Griff.
Siebert ging in der zweiten Halbzeit nochmal zum Videocheck nach draußen, diesmal entschied er sich gegen einen Elfmeter für Uruguay - und später noch einmal.
Die Stimmen zum Spiel:
Otto Addo (Nationaltrainer Ghana): "Das ist Fußball. Es gibt nicht eine Person in der Welt, die keinen Elfmeter verschießt. Das war Pech. Wir haben ein paar Fehler in der Abwehr gemacht. Sie waren kaltschnäuzig und haben das genutzt. Das hat uns aus dem Konzept gebracht. Keiner sollte vergessen, wo wir herkommen. Wir kamen aus dem Nichts. Es tut natürlich weh. Aber Erfolg kommt durch Erfahrung. Die Spieler werden lernen und es nächstes Mal besser machen."
Diego Alonso (Nationaltrainer Uruguay): "Wir haben alles versucht, alles gegeben. Ich war mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Ich mache meinen Spielern keinen Vorwurf. Wir wollten natürlich das dritte Tor schießen. Wir hatten viele Chancen, alleine in den letzten Minuten fünf. Wir waren 80 Minuten qualifiziert, aber am Ende hat es nicht gereicht. Das ist schade."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Verlässt du dich auf andere, dann bist du verlassen
Ähnlich wie Deutschland hatte Uruguay seine Hoffnung auf das Parallelspiel gesetzt - und Schützenhilfe von Portugal erwartet. Die blieb am Ende aber aus. Portugal ging gegen Südkorea zwar in Führung, verlor am Ende aber 2:1. Im Gegensatz zu Deutschland hätte Uruguay nur ein weiteres Tor genügt, um ins Achtelfinale einzuziehen. Am Ende bekamen die Südamerikaner für ihre Passivität im zweiten Durchgang die Quittung.
Die Statistik: 2
Seit detaillierter Datenerfassung ist Ghana das erste Team, das bei einer WM zwei Elfmeter gegen den gleichen Gegner verschossen hat, Elfmeterschießen ausgenommen. Bereits 2010 vergaben die Black Stars in der Nachspielzeit einen wichtigen Elfmeter gegen Uruguay - diesmal ließ Ayem die große Chance liegen.
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Spieler im Fokus - Luis Suárez: Verbissene Extraklasse
Quelle: Perform
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