WM 2022: Moderatorin Alex Scott trägt "One-Love"-Binde während Berichterstattung aus dem Khalifa International Stadium
Dank der früheren englischen Nationalspielerin Alex Scott ist die "One Love"-Kapitänsbinde am Rande des WM-Gruppenspiels zwischen England und Iran am Montag doch zum Einsatz gekommen. Scott trug sie während ihres Auftritts als TV-Expertin der britischen "BBC" am Spielfeldrand im Khalifa-International-Stadion am linken Oberarm.
BBC-Expertin Alex Scott (l.)
Fotocredit: Imago
England hatte gemeinsam mit Deutschland und fünf weiteren europäischen Verbänden wenige Stunden vor der Partie mitgeteilt, auf Druck des Weltverbandes auf die vielfarbige Armbinde zu verzichten.
Die FIFA habe "sehr deutlich gemacht, dass sie sportliche Sanktionen verhängen wird, sollten unsere Kapitäne die Armbinden auf dem Platz tragen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
Die Kapitäne der Nationalmannschaften aus England, Deutschland, Wales, Belgien, Dänemark den Niederlanden und der Schweiz hatten geplant, die Armbinde als Zeichen für Diversität und für Menschenrechte zu tragen, zogen jedoch wegen der Androhung von Sanktionen seitens der FIFA zurück.
Nicht so "BBC"-Expertin und ehemalige England-Stürmerin Alex Scott, die am Spielfeldrand des Khalifa-International-Stadium während der Vorberichterstattung die Armbinde trug und so ein Zeichen in die Welt sandte. Eine Entscheidung, die jede Menge positive Reaktionen in den sozialen Medien auslöste.
Auch über einen Boykott der umstrittenen WM in Katar habe die 38-Jährige im Vorfeld nachgedacht, diese Option aber nach reiflicher Überlegung als "zu einfach" eingeordnet. "Ich habe viele Gespräche darüber geführt und lange und intensiv darüber nachgedacht. Ich liebe meinen Job und wenn ich daran denke, hier zu sitzen und die schwierigen Themen anzusprechen, ist das Wichtiger, oder?
Man spreche über "Gastarbeiter, über die LGBT+-Community und über Frauenrechte", so Scott, die durchaus an positive Veränderungen glaubt. "Ich habe heute morgen darüber nachgedacht: Vor vier Jahren war ich die erste weibliche Expertin für die BBC bei der Weltmeisterschaft. Wir haben uns in den letzten vier Jahren weiterentwickelt. Hoffen wir, dass wir diese Gespräche in vier Jahren bei der nächsten Weltmeisterschaft nicht mehr führen müssen."
Englands Trainer Gareth Southgate machte indes deutlich, dass der volle Fokus der Mannschaft auf dem Sportlichen liegt: "Viele Diskussionen wurden ohne meine Beteiligung geführt, weil ich mich auf das Spiel konzentriert habe”, sagte er vor dem Anpfiff. "Wir tragen eine FIFA-Armbinde, die über Nacht von den Verbänden beschlossen wurde, glaube ich. Wir sind mittendrin und versuchen, uns auf das Spiel zu konzentrieren.”
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