WM-Aus von Schlotterbeck nach schwerer Verletzung schockt deutsche Nationalmannschaft - wer jetzt in den Fokus rückt
Ein WM-Schock zur Unzeit: Nico Schlotterbeck fällt nach einer schweren Sprunggelenksverletzung voraussichtlich monatelang aus und fehlt damit der deutschen Nationalmannschaft im weiteren Turnierverlauf. Trotz des Rückschlags bleibt sportlich vieles auf Kurs, doch der Ausfall verändert die Statik in der Defensive spürbar. Personell rückt Julian Nagelsmanns früherer Abwehrchef wieder in den Fokus.
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Quelle: MagentaTV
Der Schlotterbeck-Schock ereilte Julian Nagelsmann noch vor dem Frühstück: Nach einer knapp 40-stündigen Hängepartie bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen, die WM ist für Nico Schlotterbeck vorzeitig beendet.
Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund erlitt im zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste eine schwere Innenbandverletzung im linken Sprunggelenk und fällt nach DFB-Angaben "mehrere Monate" aus.
"Schlotti wird uns auf dem Platz als herausragender Verteidiger sehr fehlen, vor allem auch sein exzellenter Spielaufbau. Es hätte seine WM werden können", sagte Nagelsmann in einer um kurz vor 8.00 Uhr Ortszeit veröffentlichten Stellungnahme des Verbandes.
Auch der BVB fühlte mit. "Für Nico tut es mir extrem leid, er war richtig gut in Form und aus der Startelf unserer Nationalmannschaft nicht wegzudenken", sagte Lars Ricken, der Geschäftsführer Sport. Das WM-Aus des Borussen sei "unglaublich bitter", doch Schlotterbeck werde "auch diesmal" stärker zurückkommen.
Viel Zuspruch für Schlotterbeck nach Hiobsbotschaft
Trotz der bitteren Diagnose wird er erst einmal bei der Mannschaft im Quartier in Winston-Salem bleiben, dort erhält er nach dem Ergebnis der MRT-Untersuchung viel Zuspruch.
"Wir haben alle versucht, ihn aufzubauen. Zum Glück ist er ein sehr positiver Typ, der schon wieder vorausblickt", sagte Nagelsmann. Dass Schlotterbeck zunächst im Teamkreis bleibe, sei "ein schönes Zeichen. Denn er hat auch neben dem Platz Einfluss."
Auf dem Platz erlitt der 26-Jährige die Verletzung - Medien zufolge einen Innenbandriss - in der Anfangsphase des Spiels gegen die Elfenbeinküste in Toronto (2:1). Er knickte um, biss sich nach einer Behandlung aber bis zur Pause durch. Trost erhielt er vor Ort von seiner Frau, seinem zweijährigen Sohn und den Mitspielern. Der betrübte DFB teilte in seiner Insta-Story ein gebrochenes Herz-Emoji.
Nächster personelller Rückschlag für Nagelsmann
Für Nagelsmann ist es der nächste personelle Rückschlag. Frühzeitig fiel Serge Gnabry für die WM aus, vor der Generalprobe in Chicago gegen die USA verletzte sich Lennart Karl im Training. Für den Shootingstar aus München wurde Assan Ouédraogo nachnominiert. Einen Ersatz für Schlotterbeck kann es aufgrund der FIFA-Regularien nicht geben.
Schlotterbeck forderte die Fans via Instagram auf, das Team weiter anzufeuern. "Was jetzt zählt, ist die Mannschaft", schrieb er und betonte: "Sie verdient die volle Unterstützung aller Deutschen. Lasst uns zusammenstehen und zeigen, dass wir in guten wie in schwierigen Momenten hinter dieser deutschen Mannschaft stehen und sie auf ihrem Weg zum WM-Titel unterstützen!"
"Trotz seines Ausfalls sind wir in der Innenverteidigung mit Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, Waldemar Anton und Malick Thiaw sehr gut aufgestellt", betonte Nagelsmann. Besonders der schon gegen die Elfenbeinküste eingewechselte Rüdiger rückt nun in den Fokus.
Der einstige Abwehrchef verließ nach der Rückkehr aus Toronto den Charterflieger mit dem Schlotterbeck-Sohn auf dem Arm. Nun muss er auch bei der WM wieder mehr Verantwortung tragen.
Rüdiger steht als Ersatzmann bereit
"Es hat sich nicht viel verändert. Ich muss für alle Szenarien bereit sein - und ich bin bereit", sagte Rüdiger gewohnt selbstbewusst nach seinem 45-minütigen Einsatz. Dabei hatte sich der Abwehrspieler von Real Madrid nach seiner Degradierung mit seiner neuen Rolle schon abgefunden.
"Jeder hat seine Zeit, jetzt ist deren Zeit. Sei den Jungs gegönnt. Ich kann nur unterstützen", erklärte Rüdiger trotz seiner 84 Länderspiele.
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Antonio Rüdiger (r.) im Luftduell mit Yan Diomande
Fotocredit: Getty Images
Seine "Erben" überschüttete Rüdiger mit Lob. Auch wenn er einräumte, dass es nicht einfach sei, "auf der Bank zu sein". Tah, sagte Rüdiger über den neuen Abwehrboss, "stellt einfach was dar", allein von der Physis her. Und Schlotterbeck habe "einen linken Fuß aus Gold".
Schlotterbeck-Ausfall: Klopp sieht großes Problem
Genau darin sieht Jürgen Klopp jetzt ein Problem für die DFB-Auswahl. "Wir sind es gewöhnt, dass Schlotterbeck ins Mittelfeld rein dribbelt und dann auf links oder den Diagonalball spielt. Das ist ein wichtiges Element des Spiels. Diesen Diagonalball können wir aber ohne ihn nicht mehr spielen", sagte der "MagentaTV"-Experte.
Rüdiger habe es nach seinem Kaltstart gegen die Elfenbeinküste "wirklich gut gemacht". Er sei "erfahren genug" und habe "seit Jahren auf allerhöchstem Niveau gespielt". Doch einen "linken Fuß" könne man ihm halt nicht ankleben. "Wenn wir die Seite wechseln wollen, müssen wir das jetzt mit Pässen machen. Wir brauchen also jetzt mindestens einen Pass mehr."
Große Sorgen macht sich Klopp deswegen nicht. Auch Nagelsmann vertraut Rüdiger. "Es ist nicht leicht, in so ein Spiel reinzukommen. Wenn du nicht den Spielrhythmus hast, musst du es erstmal so gut machen", lobte der Bundestrainer seinen Ersatz. Doch auch der war erstmal geschockt.
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(SID)
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Nagelsmann stolz nach Krimi: "Wichtiger als ein einfacher Sieg"
Quelle: Perform
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