WM 2026 - Drei Dinge, die bei Deutschland vs. Ecuador auffielen: DFB-Team war für diesen Kampf nicht bereit

War’s das mit dem deutschen Flow bei der WM 2026? Deutschland startet perfekt in das Spiel gegen Ecuador, geht dann aber vom Gas, leistet sich zu viele Fehler und schenkt das Spiel komplett her. Auch Trainer Julian Nagelsmann hat an der Niederlage seinen Anteil. Er verteilt zwar großzügig WM-Debüts, beraubt seine Mannschaft aber jeglicher Struktur und Stabilität. Drei Dinge, die auffielen.

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Quelle: MagentaTV

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre erste Niederlage bei der WM 2026 einstecken müssen. Gegen Ecuador verlor das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann im letzten Gruppenspiel trotz Führung mit 1:2 (1:1).
”Wir sind gut ins Spiel gekommen, gehen früh in Führung, dann haben wir wieder zu viele Ballverluste und machen Gegner dadurch stark”, analysierte Kapitän Joshua Kimmich. ”In der zweiten Halbzeit war es dann eine verdiente Niederlage.”
Ecuador sicherte sich damit Rang drei in der Gruppe und damit auch einen Platz in der Runde der letzten 32. Deutschland stand schon vor der Partie als Gruppensieger fest und trifft am Montag in Boston auf einen noch zu ermittelnden Gruppendritten.
Die Marschroute für die K.o.-Runde gab Kapitän Kimmich nach vier Gegentoren in den drei Gruppenspielen vor. ”Wir dürfen nicht jedes Spiel ein oder zwei Gegentore bekommen. Wir müssen die Ballverluste minimieren, dann können wir auch jeden Gegner schlagen.”
Drei Dinge, die uns bei der Niederlage Deutschlands gegen Ecuador auffielen.
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Kimmich nach Pleite ehrlich: "Das war eine verdiente Niederlage"

Quelle: MagentaTV

1.) Nicht bereit für den Kampf

Rotiert er oder rotiert er nicht? Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte sich schon am Tag vor dem Spiel in eine Richtung geäußert und diese Aussagen dann mit seiner Aufstellung bestätigt: Er nahm nur die Wechsel vor, die verletzungsbedingt vonnöten waren.
Antonio Rüdiger ersetzte Nico Schlotterbeck und David Raum Nathaniel Brown. Die Mannschaft sollte wahlweise im "Flow" oder im "Rhythmus" bleiben, den sie mit den zwei Siegen zum Auftakt gefunden hatte.
Und auch die Partie gegen Ecuador begann wie gemalt für die DFB-Elf. Ein nach einem Einwurf schön herausgespielter Treffer, der aufgrund eines Fouls von Aleksandar Pavlovic aber nicht hätte zählen dürfen, sorgte eigentlich für beste Voraussetzungen, um weiter auf der Welle zu reiten.
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Sah beim Gegentor zum zwischenzeitlichen 1:1 nicht gut aus: Felix Nmecha

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Aber schon sieben Minuten später wurde ersichtlich, dass dieses Spiel nicht von allein laufen würde. Eine technische Unzulänglichkeit von Felix Nmecha leitete den Ausgleich ein.
Insgesamt leistete sich die DFB-Elf eine Vielzahl von Ballverlusten. ”Wir haben eine sehr flexible Formation und jeder Ballverlust tut uns extrem weh”, analysierte Jürgen Klopp schon in der Halbzeit bei ”Magenta”. Was er damit meinte: Durch die freie Positionierung der Offensivspieler und auch der Sechser, fehlt dem DFB-Team sehr oft jegliche Absicherung bei Ballverlusten.
Dazu kam, dass die für das Spiel der Deutschen so wichtige Intensität nur phasenweise zu sehen war. Deutschland verteidigte über weite Strecken sehr passiv im tiefen Block – teilweise sogar mit Leroy Sané als Rechtsverteidiger im 5-4-1 – und gestattete den Ecuadorianern lange Ballbesitzphasen in der deutschen Hälfte.
Als Ecuador seinerseits die Intensität hochschraubte, fehlte es Deutschland an der inneren Überzeugung in einem für die Tabelle unbedeutenden Gruppenspiel über die Grenze zu gehen. Das DFB-Team war nicht bereit, in den Kampf gegen bissige Südamerikaner zu ziehen.
”Ich hatte das Gefühl, dass Ecuador es mehr wollte als wir”, sagte Deniz Undav. Am Ende stand eine maue Leistung auf dem Weg in die K.o.-Runde. Die schon in den ersten beiden Partien gezeigten Schwächen traten auch in dieser Partie wieder auf.
Was das für den vorher viel zitierten Flow heißt, wird sich erst am Montag in der Runde der letzten 32 zeigen.
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Quelle: Perform

2.) Reservisten empfehlen sich nicht

Auf die große Rotation zu Spielbeginn verzichtete der Bundestrainer, aber es ist keine allzu gewagte These, dass die fünf Wechsel nicht so ausgesehen hätten, wenn es in diesem Spiel für die DFB-Elf noch um wichtige Punkte gegangen wäre.
Angelo Stiller ersetzte den verwarnten und auch schwachen Pavlovic schon in der Halbzeit. Die Fans forderten in der 58. Minute Deniz Undav per Sprechchöre und wurden zwei Minuten später erhört. Er kam für Havertz. Mit ihm kam noch Malik Thiaw für Joshua Kimmich. Es folgten noch Maxi Beier (64.) und Pascal Groß (73.) für Felix Nmecha und Florian Wirtz.
Nagelsmann verteilte also ein paar Goodies an seine Ersatzspieler und insgesamt vier WM-Debüts in der zweiten Halbzeit. Was er seiner Mannschaft nicht gab, waren dagegen Struktur, Sicherheit und Stabilität.
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Pascal Groß (l.) und Angelo Stiller betrieben keine Eigenwerbung nach ihrer Einwechslung

Fotocredit: Getty Images

Spätestens nach der Hereinnahme von Beier für Nmecha und dem vorübergehenden Verzicht auf einen zweiten Sechser, entwickelte sich eine vogelwilde Partie, die den leidenschaftlich ums Weiterkommen kämpfenden Ecuadorianern in die Karten spielte.
Nagelsmann sprach hinterher von ”Harakiri in der Positionierung”. Und weiter: ”Wir hatten mit Ball keine richtige Struktur und dann auch keine Entlastung mehr.” Er selbst hatte großen Anteil an dieser Analyse.
Deutschlands Offensivaktionen gingen auf ein Minimum zurück, Undav hatte bis zum Spielende nur acht Ballkontakte und einen Torschuss aus spitzem Winkel ans Außennetz.

3.) Downgrade auf der linken Seite

Einstellung, Intensität, Zweikampfhärte: Die deutsche Nationalmannschaft hat in den ersten beiden Spielen viele Sachen besser gemacht als gegen Ecuador – und kann das auch in der nächsten Runde wieder unter Beweis stellen.
Was Trainer Nagelsmann wohl nur teilweise wieder anpassen kann, ist die Besetzung seiner linken Abwehrseite. Schlotterbeck ist fürs Turnier raus, Rüdiger sein erster Ersatz. Bei Brown sieht es gut aus, dass er für Montag wieder fit und dann wieder für Raum in die Mannschaft rücken wird.
Die beiden Wechsel waren gegen Ecuador ein deutliches Downgrade auf der linken Seite. Rüdiger bekam zwar wie Nagelsmann erklärte aufgrund seiner Erfahrung als linker Innenverteidiger in einer Dreierkette bei Chelsea die Rolle von Schlotterbeck eins zu eins übertragen, aber es wurde schnell deutlich, dass die Qualitäten im Aufbau des BVB-Verteidigers nicht eins zu eins zu ersetzen sind.
Rüdiger hatte zwar im Zweikampf gute Momente, leistete sich aber auch einige schlampige Pässe (wie übrigens auch der bisher so zuverlässige Jonathan Tah).
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David Raum gelang gegen Ecuador nicht viel

Fotocredit: Getty Images

David Raum, der die Rolle als Linksverteidiger deutlich klassischer interpretierte als der einrückende Brown, hatte dagegen die eine oder andere ordentliche Offensivaktion und bot auch immer wieder Läufe an, war dagegen in der Rückwärtsbewegung eine Schwachstelle. Von seinen sieben Zweikämpfen gewann er nur einen.
Die Defensive bleibt also die große Baustelle der deutschen Nationalmannschaft – sowohl personell als auch mannschaftstaktisch.
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Quelle: Perform


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