WM: Drei Dinge, die bei Deutschland gegen Curaçao auffielen: Das Zentrum um Nmecha und Pavlovic rockt - und wackelt
Update 15/06/2026 um 16:36 GMT+2 Uhr
Auftakt nach Maß: Die deutsche Nationalmannschaft überrollt Curaçao bei der WM 2026 dank seiner offensiven Variabilität und Qualität 7:1 (3:1). Alle Pläne von Bundestrainer Julian Nagelsmann gehen gegen die Karibik-Kicker voll auf, eine Schwachstelle legten aber auch die WM-Neulinge offen. Nico Schlotterbeck machte seinen persönlichen Frieden mit einem Auftaktspiel. Drei Dinge, die uns auffielen.
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Die deutsche Nationalmannschaft ist erfolgreich in die WM 2026 gestartet und hat sein Auftaktspiel gegen Curaçao klar mit 7:1 (3:1) gewonnen. In Houston dominierte das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann den WM-Neuling über weite Strecken und wackelte nur in einer kurzen Phase in der ersten Halbzeit.
"Ein Auftaktsieg ist immer wichtig", sagte Nagelsmann: "Der Gegner hatte nicht die brutale Qualität, aber die können gut kicken. Man muss erstmal sieben Tore schießen. Wir waren gut auf dem Gaspedal, ich bin zufrieden."
Vor der Pause erzielten Felix Nmecha (6.), Nico Schlotterbeck (38.), Kai Havertz per Foulelfmeter (45.+5) die Tore für die DFB-Elf. Gleich nach dem Seitenwechsel legte Jamal Musiala nach (47.), ehe Nathaniel Brown (68.), Deniz Undav (78.) und wieder Havertz (88.) für den Endstand sorgten. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für Curaçao markierte Livano Comenencia (21.).
Drei Dinge, die uns beim WM-Auftakt des DFB-Teams gegen Curaçao auffielen.
1.) Das Zentrum rockt: Variabilität, Wucht, Finesse
Endlich wieder Auftaktsieg! Nach den Pleiten gegen Mexiko 2018 (0:1) und Japan 2022 (1:2) feierte das DFB-Team den ersten Erfolg zu Beginn bei einer WM seit 2014 - und gleichzeitig den höchsten seit 2002 (8:0 gegen Saudi-Arabien). Insgesamt war es der zehnte Sieg der DFB-Elf in Folge - nur noch zwei Erfolge fehlen zum Rekord (zwölf).
Eine Serie, die in erster Linie durch Spiele gegen kleinere Nationen wie Nordirland, Luxemburg oder die Slowakei zustande kam. Und auch Curaçao war ein ganz kleiner. Aber da sich andere Teams gegen Außenseiter bei dieser WM schon schwergetan haben und andere Nationen auch in Test- oder Qualifikationsspielen zuletzt keine Ergebnisse erzielten, ist diese Serie nicht zu verachten.
Den Ursprung haben diese Erfolge in einer enorm offensiven 3-1-3-3-Grundausrichtung in Ballbesitz und mutigem Spiel Richtung Tor. Die Deutschen zeigten sich gegen Curaçao von Beginn an sehr variabel und beweglich. Es gab viele Positionswechsel und Tiefenläufe.
Das Duo Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha harmonierte im Spiel nach vorne sehr gut. Pavlovic brachte seine Stärken im Passspiel aufs Feld, Nmecha seinen Zug zum Tor - Beweis: der Treffer zum 1:0.
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Felix Nmecha: Im Fokus der Top-Klubs
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Dazu kam die Finesse von Wusiala. Florian Wirtz und Jamal Musiala hatten einen ebenso guten Start ins Turnier wie die gesamte Mannschaft. Die Fähigkeit der deutschen Nationalmannschaft, sich in kleinen Räumen zielgenau durchzuspielen, war für Curaçao nie zu verteidigen. Dass Wirtz und Musiala mit Assists und einem Treffer auch auf dem Scoreboard erscheinen, sollte beiden Rückenwind geben fürs Turnier.
Ohnehin gut in Form ist Kai Havertz, der extrem beweglich war, als Mittelstürmer viele Angriffe initiierte, kluge Laufwege anbot und dann auch einen Doppelpack schnürte.
Der Spielverlauf erlaubte es Nagelsmann auch, Musiala nach einer Stunde vom Platz zu nehmen und Minuten an Deniz Undav zu verteilen. "Ich meinte zu ihm, dass wir noch andere Spieler belohnen wollen, die es gut machen, wie Deniz in dem Fall", erklärte Nagelsmann.
Dass dieser genau wie Nathaniel Brown ebenfalls noch traf, passte zu diesem sehr gelungenem Auftakt, bei dem alle Ideen des Bundestrainers aufgingen.
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2.) Schlotterbeck begleicht vier Jahre alte Rechnung
Nicht nur für Deutschland als Team gab es bei WM-Eröffnungsspielen etwas gutzumachen. Auch Nico Schlotterbeck hatte mit dem ersten Spiel der Endrunde ebenfalls noch eine Rechnung offen. Bei der WM in Katar machte er beim 1:2 gegen Japan einen entscheidenden Fehler, flog aus der Mannschaft und wurde auch öffentlich zum Sündenbock.
Das Aus in Katar habe ihn "Tage, Wochen, Monate verfolgt", verriet der BVB-Verteidiger kürzlich. Mittlerweile habe er seinen Frieden gemacht, aber ein paar Gedanken werden ihm auch nach dem Ausgleich gegen Curaçao durch den Kopf gegangen sein.
Schlotterbeck unterlief zwar kein kapitaler Fehler wie 2022 gegen Japan, aber er sah in der Entstehung zweimal unglücklich aus. Zweimal legte er Curaçao den Ball in einem Zweikampf vor. Vor allem im ersten Duell um den Ball wäre etwas weniger Risiko und ein klarer Klärungsversuch die bessere Wahl gewesen.
Kurze Zeit später folgte noch ein Fehlpass im Aufbau, der von Curaçao zum Glück für Schlotterbeck nicht bestraft wurde. Es waren aber auch die beiden einzigen Wackler im Spiel des 26-jährigen Innenverteidigers. Auch wenn Curaçao die DFB-Elf nur in einzelnen Momenten auf die Probe stellte.
Besonders auffällig war auch Schlotterbecks Rolle bei offensiven Standards. Er war ganz klar Deutschlands Zielspieler Nummer eins. Schon vor seinem Treffer kam er drei Mal nach Eckbällen zum Kopfball. Den wichtigen Treffer zum 2:1 setzte er perfekt.
Damit half er der DFB-Elf nach dem Ausgleich aus einer schwierigen Situation und beglich seine offene Rechnung mit Eröffnungsspielen.
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Nico Schlotterbeck bejubelt seinen Treffer gegen Caracao
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3.) Die deutsche Schwachstelle
Dass Curaçao kein Gradmesser sein wird, war im Vorfeld zu erwarten. Der Vergleich zu einem DFB-Pokalspiel der 1. Runde wurde gern gewählt. Am Ende hat der Favorit die Hürde problemlos gemeistert und bei diesem Turnierformat auch schon mit der nächsten Runde planen.
Aber in der ersten Halbzeit, als Curaçao noch dagegenhalten konnte, wurden auch Schwächen in der Rückwärtsbewegung offengelegt, die es vor den Duellen mit den stärkeren Teams in der Gruppe und mit dem Top-Teams in der K.o.-Phase zu bearbeiten gilt.
Zum einen gehen mit der offensiven Grundausrichtung große Räume für den Gegner einher. Als sich die Ballverluste nach den guten ersten zehn Minuten häuften und sich Curaçao immer wieder aus dem Gegenpressing lösen konnte, gab es gute Konteraktionen für den Außenseiter.
Dazu legte auch das Gegentor eine mögliche Anfälligkeit der DFB-Elf im Zentrum offen. Pavlovic und Nmecha sind beide eher Achter als Sechser, sie denken nicht in erster Linie an das Verteidigen des Tores und das Abdecken von Räumen. Vor dem 1:1 schafften sich es nicht schnell genug, das Zentrum zu schließen und den zweiten Ball aufzusammeln. So kam der Schuss zustande, den Kimmich unhaltbar abfälschte.
"Ich glaube, wenn Jo ihn nicht berührt, habe ich ihn", erklärte Neuer in der "ARD". Dennoch lautete das Fazit des 40-Jährigen: "Bis auf ein paar Unsicherheiten hatten wir alles im Griff. Für mich war es auch wieder ein erstes Spiel."
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WM-Comebacker Neuer: "Das wäre ein easy Ball gewesen"
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