WM - Drei Dinge, die bei Deutschlands Aus gegen Paraguay auffielen: Nagelsmann verzockt sich - und bestätigt Hoeneß
Update 30/06/2026 um 10:09 GMT+2 Uhr
Blamage gegen Paraguay: Deutschland verabschiedet sich schon wieder vor dem Achtelfinale von der WM und enttäuscht gegen die Südamerikaner auf ganzer Linie. Bundestrainer Nagelsmann vergreift sich mit seinen Personalentscheidungen erneut und bestätigt den größten Vorwurf von Uli Hoeneß. Die WM-Kampagne endet damit, wie sie begonnen hat - mit einem Gruselkick. Drei Dinge, die auffielen.
Nagelsmann: "Wenn der DFB will, mache ich weiter"
Quelle: Perform
Die deutsche Nationalmannschaft hat wie bei den beiden vorherigen Endrunden auch bei der WM 2026 das Achtelfinale verpasst. Gegen Paraguay verlor das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann 3:4 i.E. (1:1, 1:1, 0:1). Damit bleibt das Finale der WM 2014 das letzte gewonnene K.o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft.
"Die Enttäuschung ist sehr groß, weil wir eine sehr homogene Mannschaft haben. Ich glaube schon, dass mehr möglich gewesen wäre. Das Ausscheiden ist natürlich viel zu wenig", sagte Nagelsmann bei "MagentaTV".
"Wir hatten nicht die Mittel und die Durchschlagskraft, um uns Chancen zu erspielen", sagte Torhüter Manuel Neuer.
Im Achtelfinale trifft Paraguay am Samstag um 23:00 Uhr auf den Sieger der Partie Frankreich gegen Schweden (23:00 Uhr live im Ticker).
Drei Dinge, die uns bei Deutschlands WM-Aus gegen Paraguay auffielen.
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1. Das Grusel-Gesicht vom Quali-Start
Das "Slowakei-Gesicht" hatte DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig angekündigt. Aber unfreiwillig offengelassen, ob er das aus dem gruseligen Hinspiel (0:2) oder das aus dem rauschhaften Rückspiel (6:0) gemeint hatte.
Somit kann er zumindest behaupten, nicht falschgelegen zu haben. Denn der Auftritt gegen Paraguay war der schlechteste seit dem Auftakt in die WM-Quali in Bratislava. Gegen einen sehr destruktiven Gegner fehlte es dem DFB-Team an jeglicher Idee im Offensivspiel.
Anders als in den guten Spielen unter Nagelsmann, gab es so gut wie keine Bewegung, keine Positionswechsel und keine Tiefenläufe. "Zu statisch, ausrechenbar, nicht schnell genug, nicht hart genug", analysierte Jürgen Klopp in seiner Rolle als Experte bei "MagentaTV" schon zur Halbzeit.
Fünf Torschüsse, einer aufs Tor standen nach 45 Minuten zu Buche. Nach 90 Minuten waren es 14 und vier. Nach 120 Minuten 21 und sechs.
"Unser Ballbesitz war sehr langsam", stimmte auch Nagelsmann zu. "Es hat lang gedauert, bis wir von Flügel zu Flügel zu gespielt haben. Dann konnten wir keine Überzahl am Flügel herstellen."
Trotzdem schlugen die Deutschen gegen Paraguay 56 Flanken. Die meisten allerdings ohne klare Vorbereitung, sodass Paraguay diese gut verteidigen konnte.
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WM - Aleksandar Pavlovic sichtlich ratlos nach dem DFB-Aus
Fotocredit: Getty Images
Deutschland blieb die gesamte Spielzeit über ohne echte Torchance, auch der Ausgleichstreffer durch Kai Havertz resultierte eher aus einer Halbchance, aber er brachte immerhin die Verlängerung.
Das deutsche Spiel war von einer seltsamen Verkrampftheit und Zaghaftigkeit geprägt. Über weite Strecken hatte es den Anschein, als wäre der Respekt vor möglichen Kontern Paraguays größer als der Mut in der Offensive auch mal ins Risiko zu gehen.
Dabei strahlte Paraguay von Beginn an keine nennenswerte Gefahr bei Kontern aus. Die Südamerikaner spielten wenig zielgerichtet nach vorne, machten aus der Partie eher eine Trainingseinheit Abwehr gegen Angriff und bolzten die Bälle gerne einfach ins Nichts.
In Summe war es ein völlig konfuser Auftritt der Nagelsmann-Elf, der durch die immer nickliger werdende Spielweise der Südamerikaner noch unstrukturierter und planloser wurde.
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WM-K.o. gegen Paraguay: Hummels fordert Konsequenzen
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2. Nagelsmanns missglückte Operation am offenen Herzen
Es war der gewichtigste Vorwurf vor Beginn dieser WM. Auch weil er von einem Schwergewicht des deutschen Fußballs kam: Uli Hoeneß. Das größte Problem sei, dass Nagelsmann keine Stammelf gefunden habe.
Mit dem Spiel gegen Paraguay lieferte Nagelsmann den endgültigen Beweis, dass Hoeneß mit seiner These Recht hatte. Zum einen blieb er sich mit der Nominierung von Deniz Undav für die Startelf selbst nicht treu (siehe Punkt drei) und zum anderen waren seine Wechsel während der Partie einmal mehr Versuchsanordnungen und keine Soforthilfen für seine Mannschaft.
Zur Halbzeit tauschte er den in den ersten beiden Spielen gefeierten Felix Nmecha gegen Leon Goretzka aus und in der 79. Minute kam Waldemar Anton für Aleksandar Pavlovic, sodass Joshua Kimmich plötzlich doch wieder ins Mittelfeld rückte.
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Kimmich deutlich: "Dürfen nicht von Glück abhängig sein"
Quelle: Perform
Nagelsmann hatte damit das Mittelfeld, das Herz einer jeden Mannschaft, für die entscheidende Schlussphase und die Verlängerung ausgetauscht. Plötzlich fanden sich dort zwei Spieler wieder, die der Bundestrainer für die Rollen im Mittelfeld zuletzt nicht gerade gestärkt hatte.
Dieser Eingriff, diese missglückte Operation am offenen Herzen, war dann sinnbildlich für eine Mannschaft ohne klare Struktur. Genau diese Klarheit und Verlässlichkeit waren es dann auch, die Deutschland gleich im ersten K.o.-Spiel gefehlt haben und das Aus bedeuteten.
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Deniz Undav erlebte gegen Paraguay ein Spiel zum Vergesen
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3. Undav wird von Paraguay verschluckt
Es gab viele gute Gründe, Deniz Undav gegen Ecuador von Anfang an zu bringen. Er begann aber auf der Bank. Gegen Paraguay rechneten schon deutlich weniger mit einem Startelfeinsatz des Stuttgarters. Aber Nagelsmann erklärte den Vorzug vor Jamal Musiala damit, dass Undav "ein bisschen höher im Spiel ist" als Musiala. Er solle für mehr "Präsenz im gegnerischen Sechzehner" sorgen und auch im Gegenpressing helfen.
Nun ja. Es waren wieder mal ein paar Gedanken zu viel, mit denen sich der Bundestrainer in seiner Personalpolitik einmal mehr selbst im Weg stand. Hatte er nicht eigentlich für Undav mal die Rolle als Zweite-Welle-Spieler definiert, der am besten zur Geltung komme, wenn die Räume größer werden und die Gegner müder?
Von den mauernden, giftig verteidigenden Paraguayern wurde Undav auf jeden Fall verschluckt. In Halbzeit eins kam er auf sieben Ballaktionen, in den restlichen 18 Minuten bis zu seiner Auswechslung kamen nur noch zwei hinzu.
Der Stürmer war überhaupt nicht ins Spiel eingebunden, wurde nicht gesucht, beteiligte sich aber auch kaum am Spiel und forderte die Bälle nicht. Der für ihn eingewechselte Musiala riss jetzt auch nicht das Spiel an sich, brauchte aber nicht mal 15 Minuten, um auf Undavs Ballkontaktzahl zu kommen und die Paraguayer mit seiner Beweglichkeit vor Aufgaben zu stellen. Allerdings stellte auch der Bayern-Dribbler keine unlösbaren Aufgaben an diesem Abend.
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Tah verweigert Schiri-Diskussion: "Bringt nichts"
Quelle: Perform
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