WM: Deutschland wird Tah-Treffer in der Verlängerung gegen Paraguay aberkannt - Schiedsrichter-Experten fassungslos

Bei Deutschlands WM-Sechzehntelfinalpartie gegen Paraguay ist es in der Verlängerung zu einem Aufreger gekommen. Jonathan Tah köpfte das DFB-Team in der 102. Minute vermeintlich mit 2:1 in Front. Der VAR schaltete sich aber ein, woraufhin sich Schiedsrichter Jalal Jayed die Szene noch einmal anschaute und auf Foul von Waldemar Anton bei der Entstehung entschied - zum Entsetzen der Experten.

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Quelle: Perform

Es lief die 102. Minute, als Deutschland in einem komplizierten WM-Sechzehntelfinalspiel gegen Paraguay vermeintlich doch noch das erlösende 2:1 in der Verlängerung erzielte.
Jonathan Tah köpfte eine Ecke von der rechten Seite von Nathaniel Brown wuchtig ins Tor - doch der Jubel währte nur kurz. Videoschiedsrichterin Tatiana Guzman aus Nicaragua schaltete sich ein, weil bei der Torerzielung Waldemar Anton mit Paraguays Schlussmann Orlando Gill kollidiert war. Doch war das ein Foul?
Über das Stadionmikrofon sagte der marokkanische Referee Jalal Jayed, dass Anton den Torwart beim Versuch, den Ball zu spielen, behindert habe. Bundestrainer Julian Nagelsmann schüttelte den Kopf und lachte süffisant. Später sagte er im "ZDF": "Das ist ein Vollskandal, echt ein Witz, dass er das zurücknimmt. Das war nie ein Foul."
Auch bei den Schiedsrichter-Experten sorgte jene Entscheidung für Fassungslosigkeit.

Kinhöfer poltert: "Mir fehlen die Worte"

"Die Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar. Wir haben bei der WM schon ganz andere Szenen erlebt und der Torwart steht auch sofort wieder auf. Das ist nie und nimmer ein Foul. Mir fehlen die Worte, auch um diese Uhrzeit", sagte Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer im "ZDF".
Auch Patrick Ittrich, in der vergangenen Saison selbst noch in der Bundesliga als Unparteiischer aktiv, stimmte seinem Kollegen zu. Zur Erinnerung: Den Schutz des Torhüters im Fünfmeterraum gibt es regeltechnisch nicht mehr.
"Er hat ihm nicht in den Arm gegriffen, er hat ihn nicht weggedrückt oder festgehalten. Er hat tendenziell ein bisschen geschoben. Das ist okay, im Rahmen, aber nicht in der Form, dass man als Video-Assistent hätte eingreifen sollen oder müssen", urteilte der 47-Jährige bei "MagentaTV".
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Deutschlands vermeintliches 2:1 gegen Paraguay wurde von Schiedsrichter Jalal Jayed einkassiert

Fotocredit: Imago

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"Ganz davon abgesehen, kann der Schiedsrichter auch noch seine Entscheidung, nachdem er sich die Bilder angeschaut hat, auch noch mal für sich selbst bewerten und festlegen. Für mich ist das daher leider die falsche Entscheidung", sagte Ittrich abschließend.
Ähnlich sah es Jürgen Klopp. "Wenn dieses Tor irregulär ist, wird Arsenal nicht englischer Meister, weil sie 60 Prozent ihrer Tore so geschossen haben. Wir gewinnen das Spiel, wenn der Ball drin ist", sagte der ehemalige Teammanager des FC Liverpool bei "Magenta TV". Er spielte damit auf den FC Arsenal an, der den Titel in der Premier League nicht zuletzt durch Standards unter Bedrängung des gegnerischen Torhüters gewonnen hatte.
Ein schwacher Trost für die deutsche Nationalmannschaft, die auch aufgrund jener diskutablen Entscheidung letztlich ins Elfmeterschießen musste, das mit 3:4 verloren ging und damit das WM-Aus bedeutete.
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Nagelsmann: "Wenn der DFB will, mache ich weiter"

Quelle: Perform


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