WM 2026 - Drei Dinge, die im Halbfinale auffielen: Mit brutaler Wucht und Messi und Englands kolossaler Einbruch

Was für ein Drama: Englands Leiden und das Warten auf das erste WM-Finale seit 1966 gehen weiter. Dabei schienen die Three Lions auf dem besten Weg ins Endspiel. Trainer Thomas Tuchel probiert alles, ist aber machtlos. Argentinien unterstreicht seine Comeback-Qualitäten und kann sich weiter auf Superstar verlassen. Drei Dinge, die im WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien auffielen.

Kane nach WM-Aus enttäuscht: "Momentum nicht zurückbekommen"

Quelle: MagentaTV

Argentinien folgt Spanien ins WM-Finale 2026. Das Team um Superstar Lionel Messi setzte sich im Halbfinale in Atlanta mit 2:1 (0:0) gegen England durch. Während die erste Halbzeit zum Vergessen war, reihte sich die zweite in die lange Geschichte dieses ewigen Klassikers ein.
Anthony Gordon hatte England in Führung gebracht (55.), ehe Enzo Fernandez (85.) und der eingewechselte Lautaro Martinez (90.+2) das Spiel spät zugunsten der Albiceleste drehten.
"Das Team hat alles gegeben. Wir haben eines unserer besseren Spiele gemacht und verdient geführt. Wir waren nah dran, konnten es aber nicht ins Ziel bringen", sagte Englands deutscher Trainer Thomas Tuchel.
Für Argentinien ist es der siebte Finaleinzug bei einer Weltmeisterschaft. Die Südamerikaner könnten nach Italien (1934 und 1938) und Brasilien (1958 und 1962) die dritte Mannschaft werden, die einen WM-Titel verteidigt.
picture

Tuchel-Zukunft in England unsicher? Hummels hat klare Meinung

Quelle: MagentaTV

Drei Dinge, die uns bei Argentiniens Halbfinalerfolg über England auffielen.

1. Mit brutaler Wucht und Messi

Lionel Scaloni wartete zehn Minuten, ehe er reagierte. Mit der Hereinnahme des früheren Stuttgarters Nicolas Gonzalez bekam die Partie eine neue Wendung. Auf einmal hatten die bis dahin harmlosen Argentinier Zug zum Tor und Präsenz im gegnerischen Strafraum. Gonzalez tauchte sofort zweimal gefährlich vor Jordan Pickford auf.
Es war der Auftakt einer unglaublichen Schlussphase, in der die Argentinier die Engländer mit hoher Emotionalität sowie einer brutalen Wucht überrollten, und vor allem über Flanken und Fernschüsse knackten. Die Argentinier versuchten es mit diesen eher klassischen Mitteln und nicht mit kleinen Kombinationen durch die engen Räume.
picture

Mit zwei Vorlagen wurde er erneut zu Argentiniens Helden: Lionel Messi im Halbfinale der WM

Fotocredit: Getty Images

Schon bevor der ebenfalls eingewechselte Lautaro Martínez den Siegtreffer per Kopf markierte, kamen die Argentinier zu guten Möglichkeiten. Alexis Mac Allister traf einmal den Pfosten per Kopf und später nochmal mit einem Schuss. Auch Enzo Fernández hatte vor seinem Ausgleich schon zwei gefährliche Fernschüsse.
Wie schon gegen Ägypten schaffte es die Albiceleste, ein Spiel in der Schlussviertelstunde komplett zu drehen. Insgesamt haben die Argentinier zwölf Tore ab der 75. Minute geschossen. Ein unfassbarer Wert.
Und dann hat der Titelverteidiger halt immer noch Lionel Messi in seinen Reihen. Er blieb zwar wie gegen die Schweiz im Viertelfinale wieder ohne eigenen Treffer, aber er bereitete beide Treffer seiner Mannschaft vor.
Das Dribbling und die Flanke vor Lautaros Siegtreffer werden sicher nicht so ikonisch wie Diego Maradonas Tore gegen England bei der WM 1986, aber beeindruckend und perfekt war die Vorarbeit in der Nachspielzeit trotzdem.
picture

Messi nach Finaleinzug sprachlos: "Das ist der Wahnsinn"

Quelle: Perform

2. Englands kolossaler Einbruch

Das erste WM-Finale für England seit 60 Jahren war greifbar - und ein Deutscher schien zum Architekten dieses Erfolgs zu werden. Eine Stunde lang ging der Matchplan von Thomas Tuchel voll auf. Auch seine personellen Entscheidungen griffen: Djed Spence überzeugte als Linksverteidiger, Morgan Rogers bereitete den Führungstreffer vor.
Doch auf das Tor von Anthony Gordon folgte ein kolossaler Einbruch, der nur schwer zu erklären ist. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, auch lange Zeit ein gutes Pressing gespielt, aber nach dem Tor waren wir nicht mehr in der Lage, sie unter Kontrolle halten", sagte Kapitan Harry Kane. "Wir haben Blut und Tränen geschwitzt, um hierherzukommen. Es tut mir leid für die Jungs."
Es war erstaunlich, dass die Führung den Engländern eher den Stecker zog, als einen Schub zu geben. Denn danach spielte nur noch Argentinien und England stand saft- und kraftlos am eigenen Sechzehner. Die Engländer ließen jegliche Energie der ersten Stunde vermissen, wurden extrem passiv und ließen die Argentinier spielen.
picture

Fußball - Englands Jude Bellingham nach der Halbfinalniederlage gegen Argentinien

Fotocredit: Getty Images

Das sah auch Tuchel so: "Wir konnten das Level nach unserem Tor nicht halten, hatten keine Ballgewinne und keinen Ballbesitz mehr. Wir wurden zu passiv, kassierten zu viele Flanken, Schüsse und Chancen."
Tuchel versuchte mit defensiven Wechseln und einer Umstellung auf eine Fünferkette noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. "Wir wollten mit der Umstellung helfen, aber es hat nicht funktioniert. Wir wollten die Lücken im Zentrum schließen und die Kopfbälle gewinnen."
Trotz der Hereinnahme von Ezri Konsa und Dan Burn eroberten die Three Lions aber die Lufthoheit nicht zurück und kassierten folgerichtig das 1:2 per Kopfball.
picture

Hummels analysiert Englands WM-Aus: "Zu früh verschanzt"

Quelle: MagentaTV

3. Eine Halbzeit aus einer anderen Epoche

Die erste Rudelbildung gab es nach nicht mal drei Minuten, nach zehn Minuten hatte Argentinien bereits vier Fouls gesammelt. Bis zur Halbzeit sollten noch acht weitere dazu kommen, England beging in dieser Zeit sieben Fouls.
Und damit ist die erste Halbzeit dieses WM-Finals auch gut beschrieben. Für Fußball war zwischen all den Zweikämpfen und Nickligkeiten keine Zeit. Es war das erste Spiel seit der Datenaufzeichnung durch Opta 1966 ohne Torschuss in den ersten 30 Minuten. Kein Wunder, dass der kombinierte Expected Goals-Wert von 0,08 (0,05 England, 0,03 Argentinien) der niedrigste eines WM-Spiels in einer ersten Halbzeit war.
picture

Messi wird in die Mangel genommen: Zweikämpfe prägten die erste Halbzeit des WM-Halbfinals zwischen England und Argentinien

Fotocredit: Getty Images

Den Ton für diese Art des Spiels setzten die Argentinier, die in Person von Leandro Paredes und Enzo Fernández gleich in ihren jeweils ersten Zweikämpfen die Grenzen des starken Schiedsrichters Ismail Elfath austesteten.
Es entwickelte sich eine Partie, wie man sie zumindest im europäischen Fußball schon lange nicht mehr gewohnt ist. Es war wie ein Flashback in die dunklen Tage vergangener Epochen als es in den 80er, 90er und 2000er Jahren immer wieder Phasen gab, in denen der Fußball mehr gekämpft als gespielt wurde.
Die Engländer schienen aber gut vorbereitet auf die Gangart der Südamerikaner, ließen sich nicht provozieren, blieben ruhig und hielten körperlich voll dagegen. Am Ende gingen den Three Lions aber die Kräfte aus und Argentinien setzte sich dank einer starken fußballerischen Leistung in Halbzeit zwei verdient durch.
picture

WM-Aus gegen Argentinien: England-Trainer Tuchel nimmt Kritik an

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung