WM 2026: Ismael Saibari überzeugt für Marokko gegen Brasilien - Neuzugang des FC Bayern ist ein echter Kompany-Spieler
VonThomas Gaber
Publiziert 16/06/2026 um 18:39 GMT+2 Uhr
Ismael Saibari setzte gleich im ersten WM-Spiel von Geheimfavorit Marokko gegen Brasilien mit seinem sehenswerten Tor eine Duftmarke. Bereits vor dem Turnier hatte sich der FC Bayern in Stellung gebracht, um den 25-Jährigen nach München zu holen. Ein cleverer Schachzug, denn Saibari hat sich vom Talent zum Unterschiedsspieler entwickelt - mit einem Profil, das im Spitzenfußball sehr gefragt ist.
Ismael Saibari steht kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
Ismael Saibari wischte sich mit beiden Händen mehrfach über Kopf und Gesicht. Im Moment seines bis dato wichtigsten Tores als Profi dachte der Angreifer der marokkanischen Nationalmannschaft an die Familie.
"Mit meinem Torjubel huldige ich einem Verwandten. Als ich noch ein Kind war und vom Strand zurückkam, war er immer derjenige, der sich um mich gekümmert und mir beim Waschen geholfen hat", beschrieb Saibari sein Ritual.
In letzter Zeit hat der 25-Jährige häufiger Hand anlegen müssen. Für die PSV Eindhoven traf Saibari in der zurückliegenden Saison in 27 Ligaspielen 15 Mal, in der Champions League war er in sieben Partien dreimal erfolgreich. Hinzu kommen wettbewerbsübergreifend elf Torvorlagen.
Doch weniger Saibaris Torquote als viel mehr seine Flexibilität, offensiv jede Position spielen zu können, haben Begehrlichkeiten bei europäischen Schwergewichten geweckt. Dabei sicherte sich der FC Bayern München frühzeitig die Pole Position und schloss den Deal laut Transferexperte Fabrizio Romano am Montag ab.
Saibari bringt zusätzliche Qualität zu Bayern
Saibari fühlt sich im offensiven Mittelfeld am wohlsten, ist aber kein klassischer Zehner. Er kann zentral hinter dem Stürmer als "falsche Neun", im Halbraum oder auf den Flügeln eingesetzt werden. Dass er auch ganz vorne agieren kann, bewies Saibari gegen Brasilien, als er als Mittelstürmer auflief und die Atlaslöwen mit einem Lupfer sehenswert in Führung schoss.
Diese Variabilität entspricht dem aktuellen Bayern-Profil. Das klassische Flügelspiel hat bei Bayern unter Vincent Kompany ausgedient. Der Chefcoach sucht Spieler, die mehrere Rollen übernehmen, schnell zwischen Positionen wechseln und das Spiel vertikal beschleunigen können.
Hier kommt Saibari ins Spiel. Als Zehner-Alternative kann er mit Zug zum Tor hinter Harry Kane agieren, als Halbraumspieler bringt er Dynamik und Tiefenläufe ins Positionsspiel.
Der entscheidende Unterschied: Während Spieler wie Jamal Musiala über Dribblings und Kreativität kommen, verkörpert Saibari eher den vertikalen, körperlichen Offensivspieler, der Räume attackiert und Abschlüsse sucht.
Kein Glamour-Transfer - aber strategisch richtig
Als sich im Endspurt der vergangenen Saison Serge Gnabry und Lennart Karl verletzten, gingen Kompany ausgerechnet im Kampf um die Champions-League-Krone die offensiven Alternativen zu den gesetzten Luis Díaz, Michael Olise und Harry Kane aus. Mit Saibari kommt ein Spieler, der die Offensive nicht nur ergänzt, sondern den Etablierten auf den Füßen steht.
Die Verpflichtung des Marokkaners überzeugt weniger durch Glamour als durch strategischen Mehrwert. Sein Nationalmannschaftskumpel Bilal El Khannouss, der beim VfB Stuttgart sein Geld verdient, freut sich schon auf marokkanischen Zuwachs in der Bundesliga.
"Ich möchte nicht in die Karriere anderer einmischen, obwohl Ismael ein sehr enger Freund von mir ist", stellte El Khannouss nach dem 1:1 gegen Brasilien bei "Sky Sport" klar. "Aber ich hoffe für ihn, dass es klappt, weil er es wirklich verdient."
Bevor er den Offensivstars in München Beine machen soll, will Saibari mit Marokko die WM weiter aufmischen. "Wir haben einen guten Start hingelegt, aber es geht weiter. Wir sind hier, um sehr weit zu kommen. Unser Ziel ist das Finale", sagte er forsch. Dafür wäscht er sich gerne noch oft selbst den Kopf.
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Quelle: Perform
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