WM 2026: Karikatur von Nationaltrainer Didier Deschamps sorgt für Empörung in Frankreich - Charlie Hebdo in der Kritik
Publiziert 29/06/2026 um 11:21 GMT+2 Uhr
Eine Karikatur der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" hat in Frankreich eine Welle der Empörung ausgelöst. Das Magazin zeigte Fußball-Nationaltrainer Didier Deschamps mit einer Urne, die mit "Mama" beschriftet ist. Die Überschrift lautete: "Deschamps bringt den Pokal nach Hause." Die Zeichnung erschien kurz nachdem der 57-jährige Deschamps seine Mutter Ginette verloren hatte.
Didier Deschamps war Ziel einer umstrittenen Karikatur von Charlie Hebdo
Fotocredit: Getty Images
Deschamps war nach dem Tod seiner Mutter vorübergehend aus dem Trainingslager der französischen Nationalmannschaft in Boston abgereist, um in Frankreich an der Beisetzung im engsten Familienkreis teilzunehmen.
Beim abschließenden Gruppenspiel gegen Norwegen (4:1) bei der WM 2026 stand er nicht an der Seitenlinie.
Inzwischen ist er wieder zur Mannschaft zurückgekehrt, im Sechzehntelfinale gegen Schweden (Dienstag, 23:00 Uhr im Liveticker) ist er wieder im Einsatz.
Die Karikatur stieß vielerorts auf scharfe Kritik. "Eine widerliche Karikatur. Ich werde die Meinungsfreiheit immer verteidigen, aber das von Charlie Hebdo ist eine wirklich abscheuliche Idee und in meinen Augen eine grundlose Grausamkeit", schrieb etwa Bachir Nehar, Zeugwart der Nationalmannschaft, auf Instagram.
Deschamps-Karikatur schockiert Frankreich
Verärgert zeigte sich auch der Präsident des französischen Fußballverbands, Philippe Diallo, im Gespräch mit dem "Journal du Dimanche".
"Diese Karikatur hat mich schockiert. Wir waren alle Charlie", verwies er auf die unzähligen Solidaritätsbekundungen nach dem Anschlag auf die Redaktion der Zeitung im Jahr 2015. "Aber ich halte sie für völlig unangebracht gegenüber einem Menschen in einer schwierigen Lage."
Der französische Verband stehe "uneingeschränkt zur Meinungsfreihei, doch diese Karikatur ist respektlos und geschmacklos."
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Quelle: Perform
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