WM 2026 - Österreich erreicht erstmals seit 44 Jahren wieder die K.o.-Runde - WM-Märchen wird mit spätem Tor wahr

Österreich steht erstmals seit 44 Jahren in der K.o.-Runde einer WM, ein kleines Fußballland steht seit dem frühen Sonntagmorgen Kopf. Dabei war die Mannschaft von Ralf Rangnick schon fast ausgeschieden. Der erlösende Treffer zum 3:3 gegen Algerien fiel in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Nun wartet Spanien auf das ÖFB-Team - und soll noch nicht die Endstation sein.

Sabitzer hadert mit Gegentoren: "Teilweise unseriös"

Quelle: MagentaTV

Der Jubel-Haufen aus österreichischen Fußballern wuchs und wuchs, Ralf Rangnick raufte sich in dieser historischen Nacht von Kansas City ungläubig die Haare - und in der fernen Heimat war plötzlich ein ganzes Land wieder "narrisch".
Die Alpenrepublik steht in der K.o.-Runde einer WM, erstmals seit 44 Jahren, der Weg dorthin verlief geradezu irrwitzig. "Einmal Hölle und zurück", schrieb die "Kronenzeitung", "Österreich ist weiter!"
Das 3:3 (1:1) gegen Algerien genügte für Rang zwei in Gruppe J, im Sechzehntelfinale geht es gegen Spanien. "Ich bin jetzt seit 40 Jahren Trainer, aber ich kann mich nicht im Ansatz an ein Spiel erinnern, das so einen dramatischen und unerwarteten Verlauf hatte", sagte Teamchef Rangnick.
Der einstige Stuttgarter Sasa Kalajdzic war mit seinem Ausgleich in der sechsten Minute der Nachspielzeit der Held des Abends. Nur drei Minuten zuvor waren die Algerier in Führung gegangen, das WM-Aus für Österreich schien bereits besiegelt.
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Völler warnt: "Das müssen wir aufs Minimum reduzieren"

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Und dann wurden doch noch Erinnerungen wach an Edi Fingers legendäre Radioreportage vom 3:2-Sieg Österreichs gegen Deutschland bei der WM 1978.

Österreich: Erst narrisch - jetzt deppert

Der Ausruf "I wer' narrisch" ist ein Stück Sportgeschichte - vielleicht wird man sich in Zukunft auch an Daniel Warmuth erinnern.
"Bist. Du. Deppert!", brüllte der "ORF"-Mann nach dem Ausgleich in sein Mikrofon, "mich beutelt es komplett durch."
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Marko Arnautovic jubelt mit Österreich bei der WM 2026

Fotocredit: Getty Images

Auch Rangnick konnte "gar nicht glauben, was da passiert", sagte der 67-Jährige später: "Wenn Alfred Hitchcock mal so ein Drama verfasst hätte, dann hätte man ihn wahrscheinlich auch für völlig verrückt erklärt." Der "ORF"-Experte Andreas Herzog jubelte so wild mit den Spielern mit, dass sein Anzug zerriss.

Spekulationen um "Schande von Gijon"

Der Abend in Kansas schrieb so manche besondere Geschichte. Beiden Teams genügte das Unentschieden zum Weiterkommen, das war schon vor dem Anpfiff klar, und so gab es manche Befürchtung: Gibt es einen "Nichtangriffspakt"? Wiederholt sich die "Schande von Gijón" bei der WM 1982, als Deutschland und Österreich in ähnlicher Situation die Offensivbemühungen einstellten?
Zunächst widerlegten beide Teams diesen Verdacht, lieferten sich einen phasenweise wilden Schlagabtausch. Nach 60 Minuten stand es durch Treffer von Marko Arnautovic (28.) und Marcel Sabitzer (55.) auf der einen und Rafik Belghali (45.) und Riyad Mahrez (60.) auf der anderen Seite 2:2.
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WM - Österreichs Sasa Kalajdzic bejubelt seinen Last-Minute-Treffer gegen Algerien

Fotocredit: Getty Images

Dann allerdings, ab der 70. Minute, entwickelte sich doch ein Ballgeschiebe, keines der Teams setzte den Gegner wirklich unter Druck, es gab praktisch keine Torchancen mehr. Das Publikum buhte und pfiff, es bahnte sich Schändliches an.

"Exemplarischer" Führungstreffer Algeriens

Exemplarisch war die Sequenz vor Algeriens Führungstreffer. Mehr als 100 Pässe konnte sich die Mannschaft in mehr als fünf Minuten Ballbesitz zuschieben - dann wurde doch mal steil gespielt, Mahrez (90.+3) traf zum 3:2.
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Österreich zieht in die K.o.-Runde ein

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Was folgte, war "völliger WM-Wahnsinn" ("Kronenzeitung"), eine Verzweiflungsflanke landete auf Umwegen bei Kalajdzic. "Ich glaube, ich habe 500 Watschn kassiert", sagte der Stürmer über die wilden Jubelszenen, "vielleicht habe ich eine Gehirnerschütterung."
Großer Verlierer dieses Abends war der Iran, der bei einer Niederlage Österreichs erstmals überhaupt die K.o.-Phase einer WM erreicht hätte. Dort steht nun doch noch Team Austria. Erstmals übrigens seit 1982 - seit der Schande von Gijón.
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(SID)
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Rangnick nach Drama in der Nachspielzeit: "So noch nie erlebt"

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