WM 2026: Funktioniert Güler, funktioniert die Türkei - die Mond-Sterne träumen vom nächsten WM-Coup

Erst zum dritten Mal überhaupt ist die Türkei bei einer Weltmeisterschaft dabei. 24 Jahren sind seit dem sensationellen dritten Platz bei der WM 2002 in Japan und Südkorea vergangen. Mit einem namhaften Kader, einer klaren Vorstellung von Trainer Vincenzo Montella und fußballverrückten Fans will die Türkei nun bei der WM 2026 begeistern - und das mit einer neuen, äußerst talentierten Generation.

Montella erinnert sich an EM: "In Deutschland hatten wir ein Heimspiel"

Quelle: Perform

Wir schreiben das Jahr 2002. Hakan Sükür und Yildiray Bastürk heißen die Stars der Türkei und bringen die Ay-Yildizlilar, die Mond-Sterne, bis ins Halbfinale. Erst gegen den späteren Weltmeister Brasilien ist Schluss.
Wer gedacht hatte, dass für die Türkei nun ein neues Zeitalter im Fußball beginnt, wurde allerdings bitter enttäuscht. Die Wahrheit sah anders aus: erst 24 Jahre später fährt sie wieder zu einer WM.
In den USA, Kanada und Mexiko sind die Stars nun andere. Mit Arda Güler, Kenan Yildiz (beide 21 Jahre) und dem Frankfurter Can Uzun (20) lässt Trainer Vincenzo Montella die jungen Wilden gegen Australien (Sonntag, 6:00 Uhr im Liveticker) los.
Sie spielen befreit und emotional auf - und haben ein ganzes Land im Rücken.

Türkei - der Schlüsselspieler: Güler, der Königliche

Glaubt man den türkischen Fans, wird Arda Güler mal einer der besten Spieler der Welt. Das Potenzial hat der 21-Jährige allemal. Güler spielte sich in dieser Saison - besonders unter dem im Winter geschassten Xabi Alonso - bei Real Madrid ins Rampenlicht.
51 Spiele machte der Offensivspieler bei den Königlichen, 20 Scorer steuerte er bei. Zwei Tore gelangen ihm unter anderem im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern.
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WM 2026: Arda Güler begeistert bei der Türkei vor allem wegen seines Spielwitzes

Fotocredit: Getty Images

Bei Real ist der Linksfuß auf dem Weg, Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft zu werden, bei der Türkei ist er es schon längst. Bereits 30-mal lief Güler für die Mond-Sterne auf, fast jeder Angriff ist aus seiner Feder - sein Impact aufs Spiel der Türken ist immens.
In der Qualifikation, die man hinter Spanien auf Platz zwei abschloss, gelangen ihm in fünf Partien ein Treffer und drei Vorlagen. In den Playoffs für die WM schoss der Offensivstar die Türkei im Halbfinale zum 1:0-Sieg gegen Rumänien. Zuletzt steuerte er zwei Assists beim letzten Test gegen Venezuela (2:1) bei.
Fazit: funktioniert Güler, funktioniert die Türkei.

Türkei - der Hoffnungsträger: Wann kann Yildiz?

Neben Güler sorgt bei den Türken ein anderer Youngster für Furore: Kenan Yildiz. Der 21-Jährige spielte eine Fabelsaison bei Juventus Turin. Mit 21 Torbeteiligungen in 47 Partien war Yildiz der wichtigste Mann bei der Alten Dame.
Aktuell ist der Flügelspieler aber verletzt. Mit Wadenproblemen fiel Yildiz für die letzten beiden Testspiele vor der WM aus. Für den Auftakt der Türken gegen Australien in Vancouver ist er fraglich - es wird ein Wettlauf gegen die Zeit.
Hoffnung machen Trainingsbilder, die Yildiz bei Übungen mit der Mannschaft zeigen. Der 21-Jährige, der beim FC Bayern ausgebildet wurde, soll mit Güler nicht nur bei dieser WM eine neue Ära prägen.
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Kenan Yildiz will auch bei der WM 2026 für Furore sorgen

Fotocredit: Getty Images

Bei Juve hat sich Yildiz bereits zu einem Star entwickelt. Sein Eins-gegen-eins ist gefürchtet, seine Schlenzer in den Winkel nicht selten ein Gemälde. Wenn er fit ist, hebt er das Offensivspiel der Türkei auf ein anderes Level.

Türkei - die Story: Das lange Warten und ganz viel Herzblut

Nach der jahrzehntelangen Wartezeit auf eine WM-Teilnahme herrscht im ganzen Land grenzenlose Euphorie.
Gefühlt war die halbe Nation dabei, als die Spieler der Türkei zum Flughafen fuhren, um zur WM aufzubrechen. Ein Konvoi in Rot begleitete den Mannschaftsbus den kompletten Weg lang.
Aber nicht nur die Fans wissen von der Bedeutung des Turniers. Nach dem Sieg im Playoff-Finale gegen den Kosovo (1:0) war den Spielern die Emotionalität anzusehen - puren Stolz konnte man aus den Gesichtern der Stars um Hakan Calhanoglu damals entnehmen.
Jedem Türken ist die Bedeutung des Turniers in Nordamerika bewusst.

Türkei - die Stärke: The trend is your friend

Seit Vincenzo Montella im September 2023 übernahm, hat sich die Türkei stark entwickelt. Von seinen 33 Spielen gewann der Italiener 20 und verlor lediglich acht.
Auch bei der EM 2024 überzeugte seine Mannschaft. Erst im Viertelfinale gegen die Niederlande war Schluss. In den letzten zehn Spielen musste die Türkei lediglich eine - zugegebenermaßen - hohe Niederlage gegen Spanien (0:6) hinnehmen.
Aber: Montella gab der Türkei Struktur - eine Sache, die den Mond-Sternen lange fehlte. Er führte sie zur EM 2024 in Deutschland und nun auch zur Weltmeisterschaft - und das mit durchaus ansehnlichem Fußball.
Der 51-Jährige vertraute früh der Jugend und wurde dafür belohnt. In seinem 4-2-3-1-System lässt er besonders Güler alle Freiheiten. Sollte sich der positive Trend auch bei der WM fortsetzen, ist die Türkei unter der klaren Führung von Montella nur schwer zu schlagen.
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Vincenzo Montella führte die Türkei mit einem klaren System zur WM 2026

Fotocredit: Getty Images

Türkei - die Schwäche: Gegentore als Dauerprogramm

So gut die Offensive performt, so große Schwierigkeiten hat zumeist die Defensive. Die Viererkette um Abwehrchef Ozan Kabak von der TSG Hoffenheim muss regelmäßig Gegentreffer schlucken.
In den 33 Spielen unter Montella gab es 42 Gegentore und das teils gegen deutliche schwächere Gegner. Durch die offensive Ausrichtung der Außenverteidiger Ferdi Kadioglu links und Mert Müldür oder Zeki Celik rechts steht man hinten wackelig.
Vor allem gegen Top-Nationen tut sich die Türkei schwer. In den Partien unter dem italienischen Coach spielte man fünfmal gegen ein Land aus den Top 10 der Weltrangliste. Insgesamt bekam man 15 Gegentore und gewann lediglich gegen Deutschland (3:2).
Der Sieg im Testspiel datiert allerdings schon aus dem Jahr 2023. In einem Pflichtspiel feierte Montella mit der Türkei gegen eine Top-Nation noch keinen Sieg.

Türkei - WM 2026: Die Prognose

Die Türkei könnte in Nordamerika für die ein oder andere Überraschung sorgen. Die Gruppe ist mit Co-Gastgeber USA, Paraguay und Australien ausgewogen, aber keineswegs unlösbar. Sollte der Türkei der Gruppensieg gelingen, erscheint der weitere Weg durch den Turnierbaum durchaus günstig.
Allerdings ist die Türkei immer noch abhängig von seinen Einzelspielern. Sollte Arda Güler kein gutes Turnier erwischen, wird es schwierig - ebenso, wenn Kenan Yildiz nicht rechtzeitig fit wird.
Keine Frage: Die Türkei kommt mit ordentlich Selbstvertrauen, Herzblut und Willen zur Weltmeisterschaft. Gegen die Top-Nationen gilt das Team von Vincenzo Montella aber als Underdog.
Eurosport-Einschätzung: Aus im Achtelfinale
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WM-Stars im Porträt: Brasilien hofft auf Neymar

Quelle: Perform


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