WM 2026: Vier Gründe für das deutsche Aus im Sechzehntelfinale - eine löchrige Abwehr und ein unerklärlicher Luxus

Die deutsche Nationalmannschaft ist in der Nacht zu Dienstag sensationell im Sechzehntelfinale der WM 2026 an Paraguay gescheitert (4:5 n.E.). Der Traum von der Rehabilitation auf der größtmöglichen Bühne ist jäh geplatzt - und die Gründe dafür sind vielfältig: Eine Abwehr aus dem Gruselbuch, unnötige Baustellen und nicht zuletzt ein außerordentlicher Luxus brachen Deutschland das Genick.

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Quelle: Perform

Als José Canale tief in der Nacht zu Dienstag am anderen Ende der Welt den entscheidenden Elfmeter versenkte, wurde der Mythos der Turniermannschaft zu Grabe getragen - endgültig.
"Von Deutschland ist nichts mehr übrig", titelte die spanische "Marca" nach dem sensationellen Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der WM 2026 gegen Paraguay (4:5 n.E.).
Die Ursachen für das traurige Ende einer Legende, die seit der EM 2016 nicht mehr auf dem Rasen zu sehen war, sind vielfältig. Die Summe der Schwachstellen kam besonders im Duell mit dem vermeintlichen Außenseiter aus Südamerika zum Tragen - und erwies sich letztlich als zu schwer.
Vier Gründe für das deutsche Scheitern bei der WM 2026.

1. Eine Abwehr aus dem Gruselbuch

Der erste Knackpunkt weckt Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Seit dem WM-Finale 2014, welches Deutschland mit 1:0 gegen Argentinien für sich entschieden hatte, blieb das DFB-Team in keinem einzigen WM-Spiel ohne Gegentor.
In Nordamerika waren die Fehltritte der Defensive symptomatisch. Ob gegen Curacao (7:1), Ecuador (1:2) oder im letzten Akt gegen Paraguay - ein oder zwei lichte Momente reichten dem Gegner bereits, um den Ball im deutschen Tor unterzubringen.
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Quelle: MagentaTV

Die völlig abhandengekommene Zuordnung beim zwischenzeitlichen 0:1 durch Julio Enciso für das bis dahin harmlose Paraguay war Fallbeispiel und Armutszeugnis zugleich. Ganz nach dem Motto: Kaum gefordert - und überfordert, falls doch.
Eine Schwachstelle, die im zweiten Gruppenspiel von der Elfenbeinküste (2:1) schonungslos offengelegt wurde, und vor allem im späteren Turnierverlauf gegen Mannschaften wie Frankreich und Spanien zum Stolperstein geworden wäre, war das enorme Geschwindigkeitsdefizit auf der rechten Außenbahn mit Joshua Kimmich anging.
Und das führt uns schon zu Punkt zwei.

2. Kimmich auf dem Abstellgleis

Man stelle sich vor: Eine Nationalmannschaft ist vom Glück gesegnet, die Doppelsechs eines der besten Klubs des Weltfußballs in seinen Reihen zu wissen - und beraubt sich selbst dieser unerschütterlichen Achse.
Nichts anderes hat Bundestrainer Julian Nagelsmann umgesetzt, als er Joshua Kimmich von seiner Führungsrolle im Mittelfeld neben Aleksandar Pavlovic auf die rechte Außenbahn verbannt hat. Auf diesem Abstellgleis wurde der DFB-Kapitän seiner Stärken beraubt, der Stabilitätsverlust und die fehlende Inspiration in der Zentrale sind vor allem auf seine dort abwesende Präsenz zurückzuführen.
Nagelsmann argumentierte, dass Kimmich im Ballbesitz auf jene Position rückt, die er auch bei den Bayern ausfüllt - was die Fragen aufwirft: Warum so kompliziert? Warum die Schwächen von Kimmich auf der Außenbahn in Kauf nehmen?
Letztlich scheiterte der Bundestrainer an seinem Ideenreichtum, am außerordentlichen Luxus, auf das Hirn seines Mittelfelds zu verzichten. Spieler wie Waldemar Anton, Malick Thiaw oder David Raum zum Rechtsverteidiger umzufunktionieren, hätte die DFB-Elf weitaus weniger Schlagkraft gekostet.

3. "Wusiala" ein Schatten ihrer selbst

Letztere ließ auch jenes Duo vermissen, welches bei der Heim-Europameisterschaft vor zwei Jahren noch ein ganzes Land verzückt hatte. Sowohl Florian Wirtz als auch Jamal Musiala kamen bei der Weltmeisterschaft aber nie auf Touren.
Musiala traf zwar zum Auftakt gegen Curacao, Wirtz steuerte im gesamten Turnier immerhin drei Vorlagen bei - und trotzdem blieb "Wusiala" weit hinter den Erwartungen zurück.
Nur allzu oft wirkten die beiden Hochbegabten zu zögerlich am Ball, die Formkrise, welche die beiden seit Monaten verfolgt, machte sich auch in Nordamerika bemerkbar. Keine Geistesblitze, keine genialen Momente: Ohne Zauber reicht es nicht zum Höhenflug.
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"Man merkt ja bei Florian und bei Jamal auch, dass sie gar nicht mehr so weit weg sind von der Topform. Dass du das Gefühl hast, sie sind nah dran", meinte DFB-Sportdirektor Rudi Völler am vergangenen Samstag noch hoffnungsvoll.
Doch der Knoten wollte nicht platzen: Wirtz - wie seit seinem Wechsel zum FC Liverpool - und Musiala - wie seit seinem Wadenbeinbruch vor einem Jahr - blieben bei der WM ein Schatten ihrer selbst.

4. Unnötige Baustellen kosten Kraft

Die späte Rückkehr des eigentlich zurückgetretenen Manuel Neuer war vor dem Auftakt das größte Diskussionsthema gewesen. Mit der Degradierung von Oliver Baumann eröffnete Nagelsmann eine Debatte, die sich nur mit einem erfolgreichen Abschneiden hätte erledigen lassen.
Sportlich war Neuer keineswegs der Schuldige am WM-Aus. Hier und da glänzte der fünfmalige Welttorhüter gar mit starken Paraden, bei der Niederlage gegen Ecuador war er jedoch entscheidend am 1:2 beteiligt. Im Elfmeterschießen gegen Paraguay hätte er schließlich dank des parierten Versuchs von Fabian Balbuena sogar zum Helden aufsteigen können.
Das eigentliche Problem war nie Neuer selbst - sondern das Vorgehen von Nagelsmann. Wie schon bei Kimmich oder auch Deniz Undav, den er völlig ohne Not bereits im Frühjahr aus der Startelf verbannt hatte, schuf Nagelsmann mit der Torwartfrage eine unnötige Nebenbaustelle.
Statt vor einem WM-Turnier für größtmögliche Ruhe zu sorgen, nahm er - gepaart mit seiner umstrittenen Kommunikationsfähigkeit - eine Debatte in Kauf, elche die Mannschaft bis zum Ausscheiden begleitete und unnötig Kraft kostete.
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Quelle: SNTV


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