Zwischenzeitig nur zwölf Prozent Ballbesitz: Tuchel und England nach Argentinien-Pleite heftig in der Kritik
Publiziert 16/07/2026 um 18:54 GMT+2 Uhr
Nach der 1:2-Niederlage im WM-Halbfinale gegen Argentinien steht Englands Trainer Thomas Tuchel heftig in der Kritik - und wird von so manchem Experten angezählt. Nicht nur für Ex-England-Stürmer Wayne Rooney waren die Wechsel des Deutschen nach der Führung in der zweiten Halbzeit unbegreiflich. Auch Lothar Matthäus äußerte sein Unverständnis über die Taktik, die zu zwei Gegentoren führte.
WM-Aus gegen Argentinien: England-Trainer Tuchel nimmt Kritik an
Quelle: Perform
Es lief so gut für England im Halbfinale der WM gegen Argentinien - aber nur bis zum Führungstreffer durch Anthony Kordon in der 55. Minute. In der Folge fielen die "Three Lions" in eine Art Schockstarre.
Nur noch zwölf Prozent Ballbesitz hatte die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel bis zum argentinischen Ausgleich in der 85. Minute, wie der "kicker" berichtet. 2:1 war der Endstand.
Die große Passivität sorgt für viel Unverständnis unter den Experten. "Wenn man als Offensivspieler auf dem Platz steht, mit 1:0 in Führung liegt und sieht, welche Wechsel der Trainer vornimmt, verliert man den Glauben - das kann man sich nur wenige Male erlauben", sagte der frühere englische Nationalspieler Wayne Rooney in der "BBC".
Tuchel brachte Ezri Konsa für Torschütze Gordon, Dan Burn später für Declan Rice, zwei Abwehrspieler für zwei Mittelfeldspieler. Dazu Nico O'Reilly für Reece James - und stellte auf eine defensive Fünferkette um.
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Auch Kapitän Harry Kane musste nach dem Spiel erkennen: "Wir spielen eine Stunde richtig gut und führen verdient. Aus irgendeinem Grund verlieren wir dann das Momentum. Das zieht sich nun schon durch die letzten vier, fünf Turniere."
Für Gary Lineker, TV-Experte der ohnehin eher kritischeren Sorte, sei es "absolut unbegreiflich" gewesen, "dass man ausgerechnet gegen den besten Fußballspieler aller Zeiten die Taktik verfolgt, seine Spieler tief stehenzulassen."
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Quelle: MagentaTV
Rooney stimmte zu. Man habe "förmlich nach Ärger mit Messi und Argentinien gesucht." Und tatsächlich kamen die Südamerikaner zu zwei Pfostentreffern und zwei Toren.
Auch Thomas Müller, ehemaliger Spieler unter Tuchel bei Bayern, meldete sich bei Social Media zu Wort. "Ich kann es nicht fassen und nicht verstehen, wie England dieses Spiel nach der Führung angegangen ist", sagte er. "Ich kann nicht begreifen, wie sie die Argentinier eingeladen haben, aus idealen Positionen eine Flanke nach der anderen zu schlagen."
Lothar Matthäus machte ebenfalls Tuche für die Pleite verantwortlich. "Declan Rice ist Tuchels Quarterback. In so einer Situation wechselt man seinen Quarterback nicht aus. Tuchel hat das Spiel vercoacht", sagte Deutschlands Rekord-Nationalspieler bei "bild.de".
Tuchel verteidigt seine Wechsel
Experte und Ex-Stürmer Michael Owen prangerte weniger die Wechsel als vielmehr das Auftreten der Engländer an.
"Solange wir nicht begreifen, dass Mut und Tapferkeit darin bestehen, den Ball unter Druck zu kontrollieren, anstatt ihn 50 Meter weit nach vorne zu bolzen oder zu köpfen, wird das immer das Endergebnis sein."
Tuchel hingegen verteidigte nach dem Spiel seine Herangehensweise. Er habe "nicht das Gefühl" gehabt, "dass offensive Wechsel helfen würden", erklärte er nach dem Spiel.
"Natürlich gibt es danach immer Leute, die es besser wissen. Ich übernehme die Verantwortung." Am Samstag hat er im Spiel um Platz drei gegen Frankreich (ab 23 Uhr im Liveticker) die Chance auf eine kleine Wiedergutmachung.
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