Phil Mickelson, die PGA Tour und das F-Wort: Saudi-Milliarden spalten die Golfer-Szene

Saudi-Arabien lockt die weltbesten Golfer mit gewaltigen Antrittsgeldern für eine neue Turnierserie. Doch das Vorhaben sorgt für heftige Diskussionen - vor allem Phil Mickelson steht in der Kritik. In einem zweiseitigen Statement in den Sozialen Medien entschuldigte sich Mickelson nun wortreich für seine Aussagen zur PGA Tour und kündigte zudem eine längere Auszeit an.

Phil Mickelson im Februar 2022 in Al Murooj, Saudi-Arabien

Fotocredit: Eurosport

Am Ende war es wie immer. Ein vertrauliches Gespräch, dessen Inhalt irgendwie öffentlich wurde. Sagt jedenfalls Phil Mickelson. Mit Alan Shipnuck, der ein demnächst erscheinendes Buch über ihn geschrieben hat, habe er im November über die geplante und von Saudi-Milliarden finanzierte neue Turnierserie im Golf gesprochen - off the records, quasi unter Freunden: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass es dann aus dem Kontext gerissen und ohne mein Einverständnis publik wurde."
Was von diesem Gespräch nach außen drang, hat Mickelsons Karriere vorerst auf Eis gelegt und die Szene noch mehr gespalten, als es vorher schon der Fall war. Mickelson, so Shipnuck in einem Beitrag für die Website "firepitcollective.com", habe die Saudis als "scary motherfuckers" bezeichnet, frei übersetzt als "furchteinflößende Dreckskerle". Zudem kritisierte er mehrfach die Menschenrechtslage im Königreich Saudi-Arabien.
Dennoch wollte Mickelson auf der bereits länger angekündigten "Saudi Golf League" als Konkurrenz zur seit 1929 etablierten PGA Tour antreten. Warum? "Mein einziges Anliegen ist es, die Struktur der PGA Tour zu verändern, zu verbessern", erklärte er in besagtem Interview mit Shipnuck: "Das geht nur durch Konkurrenz." Die PGA agiere manipulativ und ohne jedes Interesse für die Belange der Spieler, dies gelte es zu ändern.
Mittlerweile ist die Situation allerdings eine andere. In einem zweiseitigen Statement in den Sozialen Medien entschuldigte sich Mickelson wortreich für seine Aussagen und kündigte eine längere Auszeit an. In den vergangenen 31 Jahren habe er ein sehr öffentliches Leben geführt, er brauche nun dringend Zeit, um sich seinen Liebsten zu widmen und daran zu arbeiten, "der Mann zu sein, der ich sein will".

Saudi Golf League liegt erst mal auf Eis

Und die Saudi Golf League? Mit dreistelligen Millionenbeträgen soll das hinter der Idee stehende Konsortium LIV Golf Investments die großen Namen der PGA geködert haben, doch nach anfänglichem Interesse schwenkten zuletzt auch Bryson DeChambeau und Dustin Johnson wieder um. Derzeit liegt das ehrgeizige Projekt auf Eis, die Spieler tummeln sich wie gehabt auf der PGA Tour.
Und dabei, das sagt jedenfalls Phil Mickelson, braucht der Golfsport ganz dringend Veränderungen. Ein paar davon seien in den vergangenen Monaten vielleicht sogar allein durch die Diskussion um die Saudi League in Gang gesetzt worden: "Meine Erfahrungen mit LIV waren jedenfalls durchweg positiv, ihnen liegt genauso viel daran wie mir, dieses wunderbare Spiel besser zu machen." Bei aller Begeisterung hat Mickelson selbst dem Projekt allerdings einen Bärendienst erwiesen.
(SID)
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Quelle: Eurosport

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