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Showdown der "Titel-Monster"
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Publiziert 31/05/2013 um 11:32 GMT+2 Uhr
Bühne frei für Europas beste Handball-Klubs. Titelverteidiger THW Kiel, Rekordsieger FC Barcelona, der HSV Handball sowie Außenseiter KS Vive Targi Kielce kämpfen heute und am morgigen Sonntag beim FINAL 4 in Köln um die Krone in der Champions League. Es ist ein Showdown der Titel-Monster mit zwei klaren Favoriten: Kiel und Barcelona!
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"Alles andere als ein Finale THW Kiel gegen FC Barcelona würde einer Überraschung gleich kommen. Seit Beginn der Austragung eines FINAL 4 konnten sich die Kieler zweimal und der FC Barcelona einmal durchsetzen, und das jeweils abwechselnd. Damit wäre Barca eigentlich wieder an der Reihe", spricht Eurosport-Experte und Ex-Nationalspieler Frank von Behren aus, was fast alle Experten erwarten.
"Traurig, wenn wir es nicht schaffen"
Ein klein wenig anders sehen das naturgemäß der HSV und Kielce. Gerade Hamburg will seine bislang verkorkste Saison mit dem Titel retten. Ein Triumph in der Königsklasse ist wohl die letzte Chance der Hanseaten auf eine erneute Champions-League-Teilnahme.
Nach zuletzt sechs Teilnahmen in Folge könnte der HSV diese erstmals wieder verpassen. In der Liga hat es die Mannschaft um Kapitän Pascal Hens als Fünfter nicht mehr selbst in der Hand, und nun wartet im Halbfinale Kiel als denkbar schwerste Aufgabe.
"Dieses Jahr ist bislang nicht von Erfolg gesegnet gewesen, deswegen ist wichtig, die Saison erfolgreich abzuschließen und die Champions League zu gewinnen", sagte HSV-Präsident Matthias Rudolph.
Es sei weniger der finanzielle als vielmehr der sportliche Anspruch seines Klubs, auch in der kommenden Saison in der Eliteklasse dabei zu sein. "Ich wäre schon sehr, sehr traurig, wenn wir es nicht schaffen", sagte der Unternehmer. Ein klarer Auftrag für die Profis!
Beim THW Kiel endet derweil eine Ära: Thierry Omeyer, Daniel Narcisse, Marcus Ahlm und Momir Ilic verlassen den Klub im Sommer. Das Quartett will sich mit dem Triple verabschieden.
Drei Champions-League-Siege, sechs deutsche Meisterschaften und sechs Pokalerfolge: Der ehemalige Welthandballer Omeyer hat in sieben Jahren beim THW Kiel seine ohnehin schon bemerkenswerte Titelsammlung eifrig vergrößert. "Titel sind immer noch das Größte für mich. Wenn du einmal etwas gewonnen hast, entwickelt sich eine Sucht und du willst immer mehr", sagt der 36-Jährige.
Kiel auf Barcelonas Spuren
Der zweimalige Olympiasieger geht mit Kiel als Titelverteidiger an den Start, die Rekordjäger des THW könnten daher einen neuen Eintrag in die Handball-Geschichtsbücher schaffen. Bisher ist es nur dem FC Barcelona gelungen, das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League zwei Jahre in Serie (1997 und 1998) zu gewinnen.
THW-Erfolgstrainer Alfred Gislason sieht in der bevorstehenden Trennung von vier Topspielern sogar einen kleinen Vorteil für das Final Four. "Natürlich wollen sich diese vier mit einem weiteren Titel aus Kiel verabschieden - was eine zusätzliche Motivation sein kann", sagte der Isländer im Interview mit der "Handballwoche".
Kiel scheint aber auch für die Zeit nach dem Final Four gerüstet. Bei der Party am 8. Juni auf dem Kieler Rathausplatz dürften zwar bei Omeyer (zu Montpellier AHB), Narcisse (Paris St. Germain), dem Serben Ilic (wohl zu Veszprem), dem Schweden Ahlm (Karrierende) und den THW-Fans einige bittere Abschiedstränen fließen, doch steht der Ersatz nach dem Ende einer Ära schon bereit.
"Verjüngungsprozess realisiert"
"Wir haben mit Johan Sjöstrand, Wael Jallouz und Rasmus Lauge Schmidt bereits alle frei werdenden Positionen ambitioniert besetzt, den anstehenden Verjüngungsprozess realisiert und freuen uns auf den THW Kiel der Zukunft", sagte Geschäftsführer Klaus Elwardt.
Die vier Teilnehmer beim Final-Four-Turnier erhalten eine Antrittsprämie von 100.000 Euro. Die Siegprämie beläuft sich auf 250.000 Euro, der Finalteilnehmer bekommt 150.000 Euro. Der Dritte kann sich mit 100.000 Euro trösten, die viertplatzierte Mannschaft erhält noch 50.000 Euro.
Alle Prämien aus der gesamten Saison in der europäischen Königsklasse zusammengerechnet, kann der Sieger maximal 495.000 Euro verdienen.
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