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EHF Final Four: THW Kiel nach Sieg gegen Telekom Veszprém im Finale
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Publiziert 28/12/2020 um 22:26 GMT+1 Uhr
Der THW Kiel hat die große Überraschung vollbracht und durch einen 36:35-Sieg gegen Favorit Telekom Veszprém HC das Champions-League-Finale erreicht. Die Kieler erwischten einen perfekten Start in die Partie. Ein Sieben-Tore-Vorsprung schmolz nach der Halbzeit allerdings schnell dahin. So mussten sich die Deutschen noch durch die Verlängerung zittern, ehe sie sich das Finalticket sichern konnten.
Der THW Kiel steht im Finale der Champions League.
Fotocredit: Eurosport
In der ersten Halbzeit gingen die Kieler von Beginn an sehr konzentriert zu Werke. In der Abwehr spielte die Mannschaft von THW-Trainer Filip Jícha eine 3:2:1-Deckungsformation, die Telekom Veszprém große Probleme bereitete. Die Ungarn versuchten zumeist über Eins-gegen-Eins-Duelle zum Erfolg zu kommen, dieses Mittel funktionierte aber zu selten. Stattdessen eroberten die Zebras zahlreiche Bälle und fuhren ihre Tempogegenstöße konsequent. Die 5:4-Führung durch Niclas Ekberg konnte Veszprém noch durch Vuko Borozan ausgleichen, danach setzte sich der deutsche Meister aber sukzessive ab.
Über 8:6 (Henrik Pekeler/12.), 11:8 (Ekberg/15.) und 16:10 (Pekeler/22.) erspielte sich der THW sogar einen Sechs-Tore-Vorsprung. Basis dafür war die durchgängig starke Abwehrleistung – nur phasenweise gelang es den Ungarn, die Kreisläufer freizuspielen – aber auch der konzentrierte Spielaufbau im Angriff. Sander Sagosen hatte viel Tiefgang in seinem Spiel und kam auch über Distanzwürfe zum Torerfolg, Miha Zarabec organisierte das Spiel auf Rückraum-Mitte. Nur in den letzten Minuten der ersten Hälfte hatte Kiel ein leichtes Tief. Veszprém konnte auf 13:18 verkürzen, Sagosen kassierte kurz vor dem Pausenpfiff seine zweite Zwei-Minuten-Zeitstrafe.
So souverän und überlegen, wie die Kieler im ersten Durchgang spielten, so schwach waren sie in der zweiten Halbzeit. Bis zur 38. Minute hielt der THW noch seinen Vorsprung von vier Toren, doch dann kamen die Ungarn Tor um Tor heran. Vor allem Mate Lekai war nun Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel von Veszprém. In der 41. Minute stand es 22:20, in der 46. Minute traf Borozan zum 24:24-Ausgleich. Nun war Kiel komplett von der Rolle. Im Angriff fehlte das Mannschaftsspiel komplett, die Würfe von Sagosen gingen nicht rein – und bei Veszprém funktionierte alles.
Die Folge: Innerhalb kürzester Zeit drehten die Ungarn die Partie durch Treffer von Lekai, Gasper Marguc und Borozan. In der 51. Minute führte Veszprém mit 28:24 – und befand sich eindeutig auf der Siegerstraße. Doch nach einer Auszeit fanden die Kieler vor allem in der Abwehr wieder zu ihrem Spiel. Nun hatte wiederum der THW einen Lauf und holte auf, in der 54. Minute traf Sagosen zum 28:28. Die Partie war extrem spannend, beide Teams zeigten im Angriff Nerven. Beim Stand von 29:29 ging es in die Verlängerung, nachdem die Deutschen den letzten Wurf nicht mehr losbekommen hatten.
Auch hier blieb die Partie intensiv. Zunächst wechselten sich beide Mannschaften mit den Toren ab. Doch beim Stand von 32:32 sah Kiels Patrick Wiencek eine umstrittene Rote Karte. Er ging dem Außenspieler Marguc entgegen, um den Winkel zu verkürzen, Marguc trat auf Wienceks Fuß – und ging schreiend zu Boden. Die Rote Karte war eine sehr harte Entscheidung.
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"Größter Mumpitz": Große Aufregung um Wienceks Platzverweis
Quelle: Eurosport
Danach erzielte Veszprém noch zwei Tore. In Überzahl und mit zwei Toren Vorsprung gingen die Ungarn in die zweiten fünf Minuten. Doch mit einem Kraftakt und einem nun stark spielenden Steffen Weinhold gelangen den Kielern drei Tore in Folge. Kentin Mahé erzielte per Sieben-Meter zwar noch den Ausgleich. Doch weil Ekberg traf, Weinhold noch eine Zeitstrafe für Blaz Blagotinsek zog und der THW im letzten Angriff von Veszprém leidenschaftlich verteidigte erreichten die Kieler dank des 36:35-Sieges das Finale im Champions-League-Final-Four (live ab 20:30 Uhr bei Eurosport 1 und im Liveticker bei Eurosport.de).
Dort wartet der FC Barcelona, der sich im ersten Halbfinale gegen Paris Saint-Germain durchgesetzt hatte.
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Hohes Tempo und feine Tore: So machte Barcelona das Finale klar
Quelle: Eurosport
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