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DHB: Bundestrainer Christian Prokop entlassen - Nachfolger wird Alfred Gislason
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Publiziert 06/02/2020 um 16:48 GMT+1 Uhr
Der DHB trennt sich kurz nach der EM von Bundestrainer Christian Prokop. Nachfolger des 41-Jährigen, der seit Sommer 2017 Bundestrainer war, wird der erfahrene Isländer Alfred Gislason (60). "Wir haben diese schwere Entscheidung nach reichlicher Abwägung und einer ganzheitlichen Analyse aus Verantwortung für den deutschen Handball getroffen", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann.
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Trainerbeben im deutschen Handball: Elf Tage nach dem Ende der EM hat der DHB am Donnerstag die Trennung von Bundestrainer Christian Prokop verkündet und den früheren Kieler Meistertrainer Alfred Gislason als Nachfolger vorgestellt.
Trotz aller Treuebekenntnisse während der EM, bei der die deutsche Mannschaft das Ziel Halbfinale verfehlte und mit Platz fünf abschloss, muss Prokop knapp drei Jahre nach seinem Amtsantritt im März 2017 seinen Platz für Gislason räumen. "Eine richtige Entscheidung", sagte der frühere Welthandballer Daniel Stephan dem "SID", allerdings "kommt das für mich ziemlich überraschend, zumal der DHB sich ja mit der Kritik während der EM gar nicht richtig auseinandergesetzt hatte". Die Verpflichtung von Alfred Gislason nannte Stephan "ein Glück für den deutschen Handball".
Schwarzer sprachlos über Entlassung
Der ehemalige Nationalspieler Christian Schwarzer war "sprachlos, vor allem die Art und Weise, wie da mit Menschen umgegangen wird, kann ich nur ganz schwer nachvollziehen", sagte Schwarzer dem "SID" und fügte hinzu:
Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes, bedankte sich bei Prokop "ausdrücklich für die geleistete Arbeit und insbesondere für das Auftreten unserer Nationalmannschaft bei den letzten Turnieren". Man sei allerdings "auch in der Analyse der Europameisterschaft davon überzeugt, dass wir unsere kurzfristigen Ziele nur mit einem neuen Impuls erreichen können".
Gislason steht für Erfolg
Den soll nun also Alfred Gislason setzen, der 60-jährige Isländer gilt als einer der renommiertesten Trainer weltweit. Im Sommer 2019 hatte er nach elf erfolgreichen Jahren beim deutschen Rekordmeister THW Kiel seinen Platz für seinen früheren Meisterschüler Filip Jicha geräumt. Mit Kiel gewann Gislason zweimal die Champions League, sechsmal die deutsche Meisterschaft und sechsmal den DHB-Pokal.
Zuvor trainierte er unter anderem den SC Magdeburg (1999 bis 2006) und den VfL Gummersbach (2006 bis 2008). Gislason erhält einen Vertrag bis zur EM 2022 in Ungarn und der Slowakei, sein erster Arbeitstag wird der 9. März. Das erste Länderspiel steht am 13. März in Magdeburg gegen die Niederlande auf dem Programm. Erster Höhepunkt wird das Olympia-Qualifikationsturnier gegen Schweden, Slowenien und Algerien vom 17. bis zum 19. April in Berlin.
Stephan mit harter Kritik an Prokop
Prokop war während der EM nach der Niederlage im Hauptrundenspiel gegen Kroatien und der damit verpassten Halbfinal-Teilnahme unter Druck geraten. Er sei "nicht der Richtige, er hat zu wenig Erfahrung, die drei Bundesliga-Jahre in Leipzig sind nicht genug", hatte Daniel Stephan im Gespräch mit dem "SID" gesagt.
Prokop, so Stephan weiter, habe "taktisch nichts Neues entwickelt, es ist dasselbe Angriffsspiel wie vor einem Jahr, es gibt nach wie vor kein Konzept gegen eine offensive Deckung, und die Wechsel tragen zur Verunsicherung bei." Seit der WM 2019 sei Deutschland "keinen Schritt nach vorne gekommen, das ist alles sehr ernüchternd".
Daraufhin hatte der DHB in Person seines Sportvorstands Axel Kromer eine Jobgarantie für Prokop ausgestellt. "Wir werden natürlich mit Christian in Richtung Olympia gehen. Wir sind überzeugt davon, mit Christian einen hervorragenden Weg eingeschlagen zu haben", hatte Kromer gesagt und auf die "vielen Statements von gnadenlos überzeugten" Spielern verwiesen:
(SID)
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