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Schock für DHB-Team: Christian Dissinger und Steffen Weinhold fallen für Rest der EM aus
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Publiziert 25/01/2016 um 12:43 GMT+1 Uhr
Die deutschen Handballer müssen die restlichen EM-Spiele ohne Kapitän Steffen Weinhold und Christian Dissinger bestreiten. Weinhold hatte sich in der letzten Minute des Spiels gegen Russland (30:29) einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels zugezogen und fällt sechs bis acht Wochen aus, sein Kieler Teamkollege Dissinger verletzte sich ebenfalls im Adduktorenbereich.
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Wie lange er ausfällt, ist noch nicht sicher.
"Es ist ein absoluter Schock und ziemlich bitter für uns", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Montag in Breslau: "Bitter für uns und für den THW. Das wird jetzt eine Riesenaufgabe, sie ist nicht zu vergleichen mit den Ausfällen von Gensheimer und Co. Diese Ausfälle sind sehr kurzfristig, darauf kann man sich nicht vorbereiten." Sigurdsson kündigte dennoch an: "Wir werden kämpfen bis zum Umfallen, wir werden nicht aufgeben."
Weinhold, so die verhängnisvollen Informationen aus der Klinik, fällt mit einem Muskelbündelriss im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels sechs bis acht Wochen aus. Sein Kieler Vereinskollege Dissinger, der im Krimi gegen Russland (30:29) mit sieben Treffern zum besten Torschützen avanciert war, wird ebenfalls wegen einer Adduktorenverletzung bei der EM nicht mehr zum Einsatz kommen.
Häfner und Kühn nachnominiert
Als Ersatz für die verletzten Stammkräfte ließ der DHB noch am Montag Linkshänder Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) und Julius Kühn (VfL Gummersbach) nach Breslau einfliegen. "Ich bin bereit", sagte Häfner, momentan bester Feldtorschütze der Handball-Bundesliga, dem "SID", als er zusammen mit Kühn um 13.20 Uhr das Teamhotel bezog.
Weinhold, den der Ausfall "sehr traurig" machte, wünscht sich nun eine Trotzreaktion des Teams: "Ich hoffe, dass sich die Mannschaft voll reinhängt und trotzdem das Halbfinale erreicht."
Dafür benötigt die mit 14 EM-Debütanten gespickte DHB-Auswahl zwingend einen Sieg gegen das skandinavische Starensemble, bei einem Erfolg mit drei Toren Differenz wäre der Einzug in die Medaillenrunde ungeachtet aller Eventualitäten sicher.
Verbandsspitze strahlt Ruhe aus
In der Führungsetage des Verbandes gab man sich nach den Ausfällen der Stammkräfte Nummer fünf und sechs unterdessen alle Mühe, die Ruhe zu bewahren. "Natürlich tut es weh, wenn der Kapitän in einer so wichtigen Phase von Bord geht", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning: "Aber in jedem Schicksal liegt eine Chance." Den Begriff "B-Mannschaft" akzeptiere er "überhaupt nicht", mit "maximaler Leidenschaft" sei ein Sieg gegen Dänemark möglich.
Damit traf Hanning genau den Nerv der jungen Spieler. Lamentieren ist nicht ihr Ding. Anstatt sich von den neuen Nackenschlägen runterziehen zu lassen, nahm das jüngste aller EM-Teams auch diese neue Herausforderung mit reichlich Trotz zur Kenntnis. Jetzt erst Recht, lautet das Motto.
Weinhold, der die Mannschaft vor Ort weiter unterstützen will, ist nach dem etatmäßigen Kapitän Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Patrick Wiencek und Paul Drux bereits der fünfte Spieler aus der ersten Sieben, der Bundestrainer Dagur Sigurdsson für die EM nicht mehr zur Verfügung steht.
Wille weiter ungebrochen
"Wir werden nicht zurückstecken", sagte Keeper Andreas Wolff und versprach: "Wir haben starke Persönlichkeiten in der Mannschaft. Wir werden mit unserem Teamspirit für die beiden spielen und Dänemark nach Hause schicken." Und Linksaußen Rune Dahmke meinte: "Steffen hat gestern seinen Körper für uns geopfert, aber wir müssen uns jetzt nicht allzu große Gedanken machen. In unserer Mannschaft kann jeder jeden vertreten."
Die deutsche Mannschaft trifft im abschließenden Hauptrundenspiel am Mittwoch (18.15 Uhr, im Liveticker auf Eurosport.de) auf Vize-Europameister Dänemark. Die Dänen führen die Tabelle der Hauptrundengruppe 2 mit 6:0 Punkten an, Deutschland ist mit 6:2 Punkten derzeit Zweiter. Die ersten beiden Teams qualifizieren sich für das Halbfinale.
Dänen kritisieren Spielplan
Aus dem dänischen Lager gab es unterdessen schon zwei Tage vor dem wohl entscheidenden Duell erste Verbalattacken. Nationaltrainer Gudmundur Gudmundsson kritisierte den EM-Spielplan und echauffierte sich über die ungleichen Regenerationszeiten.
"Das ist eine unglaubliche Geschichte", sagte Gudmundsson und bezeichnete die Spielansetzungen als "nicht fair". Dänemark muss vor dem erwarteten "Endspiel" um den Halbfinal-Einzug am Dienstag noch gegen Rekord-Europameister Schweden antreten, die deutsche Mannschaft hat dagegen zwei Tage spielfrei.
Eine Pause, die das deutsche Team aber auch dringend benötigt. Zumal in Hendrik Pekeler, Fabian Wiede, Jannik Kohlbacher, Finn Lemke und Steffen Fäth fünf Spieler mit grippalen Infekten angeschlagen sind.
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