SID

Spanien-Showdown: Deutsche Handballer beschwören Geist von 2016

Spanien-Showdown: Handballer beschwören Geist von 2016
Von SID

23/01/2018 um 22:47

Showdown gegen Spanien: Die deutschen Handballer benötigen im "Endspiel ums Halbfinale" einen Sieg. Das DHB-Team erhielt die benötigte Schützenhilfe. Mazedonien unterlag Tschechien mit 24:25 und löste damit im deutschen Lager Jubel aus. Die Erinnerungen an den 31. Januar 2016 dürften die deutschen Spieler bei ihrer Mission beflügeln.

High Noon in Varazdin! Die deutschen Handballer fiebern ihrem Showdown gegen Spanien mit neuem Mut und ganz viel Zuversicht entgegen. Vor dem Duell ums Halbfinale beschwört der Titelverteidiger den Geist von 2016.

"Natürlich spielt das eine Rolle. Natürlich hat man das positiv im Kopf", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor der Neuauflage des EM-Finals von Polen. Uwe Gensheimer freut sich über die "Chance aufs Halbfinale. Das ist ein Riesending für uns", sagte der Kapitän.

Um nach einem bislang durchwachsenen Turnier doch noch in den Kampf um die Medaillen einzugreifen, würde nun ein Sieg im letzten Hauptrunden-Spiel am Mittwoch (20:30 Uhr/ im Liveticker bei Eurosport.de) ausreichen. "Wir wollen Vollgas geben und den Schritt machen. Das wird ein geiles Ding, da haben wir Bock drauf", sagte Kai Häfner, der im Finale vor zwei Jahren mit sieben Toren glänzte.

Geist von 2016

Torhüter Andreas Wolff war in dem rauschhaften Endspiel (24:17) von 2016 mit 16 Paraden bei 48 Prozent gehaltener Bälle der umjubelte Matchwinner. "Wir müssen schon ein bisschen wieder die Bad Boys auspacken, um den Spaniern das Fürchten zu lehren", sagte Wolff.

Trainer Christian Prokop tut sich mit einem Vergleich aber schwer. "Damals hat sich die Mannschaft in einen Rausch gespielt und konnte sich im letzten Spiel krönen. Jetzt wartet viel Arbeit auf uns, damit wir das Halbfinale noch erreichen", sagte Prokop, der die Spanier am Dienstagabend bei ihrer 26:31-Pleite gegen Slowenien noch einmal unter die Lupe nahm.

Das Turnier in Polen gilt bis heute als die Geburtsstunde der Bad Boys, die unter dem damaligen Bundestrainer Dagur Sigurdsson mit unbändigem Willen und großer Leidenschaft die Weltspitze aufmischten. Und genau dieser Geist kehrt allmählich zurück. Durch die Nachnominierungen von Abwehrchef Finn Lemke und Rune Dahmke sind inzwischen zehn Europameister von 2016 wieder an Bord. Gegen Spanien ersetzt Maximilian Janke den verletzten Paul Drux.

Vorbereitung auf verschiedene Abwehrformationen

"Gegen die Dänen hat schon alles besser harmoniert. Ich hoffe, dass der ein oder andere Spieler noch zehn, zwölf, 15 Prozent zulegen kann. Dann muss uns vor Spanien nicht bange sein", sagte Hanning, während Prokop besonders im taktischen Bereich noch einmal mit seinen Spielern arbeitete:

"Wir haben uns gegen ihre verschiedenen Abwehrformationen etwas zurechtgelegt."

Neben den positiven Erlebnissen der Vergangenheit spricht der Faktor Zeit für das deutsche Team, das vor dem Hauptrunden-Finale zwei Tage regenerieren konnte. "Jede Stunde Erholung, die man mitnehmen kann, ist wichtig", sagte Torhüter Wolff.

Gensheimer: "Vielleicht ein paar Prozentpunkte mehr"

Ähnlich sieht es Gensheimer. "Vor zwei Jahren war es auch ein großer Vorteil. Man konnte dann vielleicht ein paar Prozentpunkte mehr reinlegen in das letzte Spiel. Darauf bauen wir natürlich, dass es für uns auch diesmal ein Vorteil wird", sagte der in diesem Turnier noch nicht überzeugende Linksaußen.

Die Zeit des Zeterns scheint im deutschen Lager jedenfalls vorbei, der Stotterstart mit schwachen Auftritten in der Vorrunde ist abgehakt, während sich beim Gegner das Finale von 2016 in die Köpfe gebrannt hat. "Deutschland hat eine überragende Abwehr", sagte Spaniens Gedeon Guardiola von den Rhein-Neckar Löwen:

"Wir werden den Sieg brauchen, Deutschland wird den Sieg brauchen. Es geht um Tod oder Leben."

Für Wolff ist es "schön, dass die Spanier noch daran denken."

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