Handball-EM - Heiner Brand über Corona-Chaos im deutschen Team: "Stellt gesamte EM in Frage"
Der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand hat sich zur immer prekäreren Corona-Lage der deutschen Handballnationalmannschaft bei der EM in Ungarn und der Slowakei geäußert. "Das ist natürlich eine ganz schlimme Situation", sagte der 69-Jährige im Interview mit "Spox". Dass das DHB-Team trotz allem nicht zurückzieht, hält Brand für richtig und sieht die EHF in der Verantwortung.
Heiner Brand wurde 2007 mit Deutschland Handball-Weltmeister
Fotocredit: Getty Images
Am Mittwochnachmittag hatte es drei weitere positive Befunde im deutschen Team gegeben, was die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Spieler auf insgesamt zwölf ansteigen ließ. Zudem infizierte sich ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Funktionsteams.
"Das stellt die gesamte EM in Frage, egal wie gut die Mannschaft bisher aufgetreten ist", bewertet Brand die Situation. Mit Nachnominierungen stehen derzeit nur 13 DHB-Spieler für den Hauptrunden-Start gegen Spanien () zur Verfügung. Einen Antrag des deutschen Teams auf Verlegung wies die EHF am Donnerstagmittag zurück.
Einen Rückzug aus dem Turnier, der gemeinsam mit der Mannschaft diskutiert wurde, schloss der DHB bereits am Mittwochabend aus.
Für Brand die richtige Entscheidung: "Was soll der DHB machen?", so der Weltmeistertrainer von 2007: "Da ist auch eher die Europäische Handball-Föderation gefragt, die gemeinsam mit den austragenden Nationen in der Verantwortung für das Turnier steht."
DHB-Team: Brand von Zusammenhalt beeindruckt
Das deutsche Team sei sehr "seriös“ in die Vorbereitung gegangen, habe sich abgekapselt und alles versucht, um sich vor Ansteckungen zu schützen: "Offenbar ist ja auch alles gut gegangen, bis man eben in Bratislava war."
Dass die Europäische Handballföderation an der Fortführung der Europameisterschaft festhält, auch aufgrund finanzieller Interessen, sieht Brand grundsätzlich nicht negativ. Im Zusammenhang mit Corona sei aber fraglich, "ob man das Turnier austragen muss. Es ist ja schon erschreckend, dass Deutschland jetzt schon so viele Fälle hat."
Umso erstaunlicher ist es, wie sich die stark gebeutelte Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason bislang präsentiert. "Die Partien gegen Belarus und Österreich wurden gewonnen, aber man hat da schon deutliche Defizite gesehen", so Brand: "Das letzte Spiel gegen Polen war aber sehr gut."
Die Mannschaft sei noch mehr zusammengewachsen. "Wie sich die Jungs gefreut und sich gegenseitig geholfen haben, das war sehr gut“, sagte Brand: "Mit so einer Leistung ist sicher auch vieles möglich."
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Quelle: Eurosport
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