Eurosport
Handball-EM: Deutschland verpasst Bronze und Olympia-Ticket in Krimi gegen Schweden - Aufholjagd nicht belohnt
Von
Publiziert 28/01/2024 um 16:45 GMT+1 Uhr
Deutschland verpasst Bronze und Olympia-Ticket in Krimi gegen Schweden: Die Aufholjagd im kleinen Finale der Handball-EM wurde nicht belohnt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag Schweden im kleinen Finale um Rang drei in Köln 31:34 (12:18) und verfehlte damit trotz des Aufbäumens nach der Pause die direkte Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris.
Andreas Wolff im Spiel Deutschland - Schweden
Fotocredit: Getty Images
Youngster Renars Uscins (acht Tore) war vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena der beste deutsche Werfer. Beim entthronten Titelverteidiger Schweden war Felix Claar (acht) am erfolgreichsten.
"Wir haben in der ersten Halbzeit sehr schlecht geworfen", sagte ein bedienter Bundestrainer Alfred Gislason am ARD-Mikrofon: "Aber Riesenkompliment an die Mannschaft, in der zweiten Halbzeit waren wir mehrere Male dran." Der Isländer selbst sackte nach dem Schlusspfiff auf seinen Stuhl und starrte ins Leere. "Ich habe keine Erklärung", sagte er: "Wir schießen den Palicka richtig warm, er ist ein phänomenaler Torhüter. Es nützt nix."
Deutschland muss nun den Umweg über ein Olympia-Qualifikationsturnier gehen, um im kommenden Sommer in Frankreich dabei zu sein. Dabei trifft das DHB-Team Mitte März auf Kroatien, Österreich und Algerien. Die besten zwei Teams lösen das Paris-Ticket.
Handballer: Frust über "Blechmedaille"
Kapitän Johannes Golla bezeichnete den vierten Platz - die "Blechmedaille" - als "sehr undankbar". Der Kreisläufer haderte mit den vergeben Chancen: "Am Ende hat es nicht gereicht. Unsere Schwachstelle ist, dass wir in engen Spielen am Torhüter verzweifeln." Doch er zeigte sich optimistisch: "Hoffentlich können wir irgendwann die Teile zusammenfügen und eine erfolgreiche Mannschaft für Deutschland bilden."
Noch ist viel Luft nach oben: Mit dem Halbfinaleinzug wurde das große Ziel erreicht. Aber: Vier Siegen und einem Unentschieden standen auch vier Niederlagen gegenüber, unter anderem gegen die drei Medaillengewinner Dänemark, Frankreich und Schweden. Seine Mannschaft sei aber "näher" an diese Top-Nationen herangekommen, so Gislason, der signalisierte, gern langfristig Bundestrainer bleiben zu wollen.
Zwei Tage nach der Halbfinal-Niederlage gegen Dänemark wurden dem unerfahrenen deutschen Team im Angriff zahlreiche Fehler zum Verhängnis, dazu erwischte der schwedische Torhüter Andreas Palicka einen echten Sahnetag.
Zwar steigerte sich Deutschland in der zweiten Halbzeit deutlich und kam dank einer furiosen Aufholjagd in der Schlussphase bis auf einen Treffer (54.) heran, doch im neunten Turnierspiel fehlten Golla und seinen Mitspielern am Ende auch die Energie.
Kampf um Olympia-Ticket im März
Statt Planungssicherheit zu haben, muss Deutschland nun den Umweg über ein Olympia-Qualifikationsturnier gehen, um im kommenden Sommer in Paris dabei zu sein. Die deutschen Gegner Mitte März sind Kroatien, Österreich und Algerien. Die besten zwei Teams lösen das Paris-Ticket.
Wolff, der als bester Torhüter zusammen mit Juri Knorr (bester Mittelmann) ins Allstar-Team der EM gewählt und dafür vor dem Spiel geehrt wurde, begann die Partie zwar mit einer bärenstarken Parade im Gegenstoß gegen Karlsson. Doch offensiv baute Deutschland kaum Druck auf und fand selten Durchkommen.
Die pfeilschnellen Schweden setzten sich vor allem durch Gegenstöße zunächst bis auf vier Tore ab. Das deutsche Angriffsspiel blieb allerdings auch in der Folge zäh und voller Fehler. Gislason gönnte dem unglücklichen Knorr auf der Mitte eine Pause und brachte David Späth im deutschen Tor für Wolff. Ohne Erfolg - beim 7:14 (22.) wuchs der Rückstand erstmals auf sieben Tore an.
Das Bild besserte sich etwas, weil Wolff stark aus der Kabine kam und gleich zwei klare Chancen des Rekordeuropameisters vereitelte. Auch offensiv steigerte sich Deutschland etwas und robbte sich langsam heran. Beim 21:24 (43.) und 23:26 (47.) betrug der Rückstand nur noch drei Tore. "Es ist sehr gut jetzt", lobte Gislason in einer Auszeit: "Wir versuchen das jetzt durchzuziehen." Die Schweden aber blieben hellwach und nutzten ihre Chancen eiskalt.
Das könnte Dich auch interessieren: All-Star-Team der EM 2024: Zwei deutsche Stars mit dabei
(SID)
Werbung
Werbung