Handball-EM: Schweden will Konsequenz nach Drama gegen Frankreich - offener Brief an EHF angekündigt

Der umstrittene Ausgleichstreffer von Elohim Prandi im Halbfinale der Handball-EM zwischen Frankreich und Schweden, der erst die Verlängerung erzwungen hatte, schlägt weiter hohe Wellen. Mit dem abgewiesenen Protest der Schweden ist das Kapitel nämlich nicht abgeschlossen. Vielmehr möchten sich die Skandinavier nun einen offenen Brief an die EHF richten und eine Regeländerung fordern.

Deutsche Handballer ziehen EM-Bilanz: "Riesigen Schritt gemacht"

Quelle: SID

"Wofür haben wir ein Regelbuch?", prangerte der schwedische Rückraumspieler Jim Gottfridsson im Anschluss an das dramatische Halbfinal-Aus gegen Frankreich (30:34 n.V.) an.
"Es gibt den Videobeweis genau für solche Situationen, und dann wird er nicht herangezogen. Das kann doch nicht sein. Es geht mir nicht nur um uns, es geht um den gesamten Handballsport", führte er weiter aus.
Der direkt verwandelte Freiwurf von Prandi, der nach Ablauf der regulären Spielzeit von der Unterkante der Latte ins Tor geknallt war, hatte Frankreich in die Verlängerung gerettet - und anschließend für Diskussionen gesorgt.
Beim Blick auf die Zeitlupe konnte man zur Erkenntnis kommen, dass Prandis Fuß sich zu früh vom Boden löste und der Treffer somit irregulär war. Die Schiedsrichter Gjorgji Nachevski und Slave Nikolov aus Nordmazedonien, die im Vorjahr das WM-Finale geleitet hatten, verzichteten auf die Nutzung des Videobeweises.

Schweden will nach abgewiesenem Protest aufgeben

Nach dem Halbfinale hatte Schweden sogar einen Protest eingelegt, der von der Europäischen Handballföderation (EHF) abgewiesen wurde. Davon wollen sich die Skandinavier aber nicht aufhalten lassen.
Fredrik Rapp, Präsident des schwedischen Handballverbands, verkündete, dass sich der EM-Dritte nach dem Turnier in einem offenen Brief an die EHF richten werde. Damit soll bewirkt werden, die Regeln genauer zu definieren.
"Wir werden jedoch nach der EM noch einen Schritt weiter gehen und einen offiziellen Brief an die EHF schreiben, um eine Änderung der Regeln zu erreichen, damit sie klarer werden und dazu beitragen, dass der Handball noch besser wird", hob Rapp hervor.
"Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir das in Zukunft nicht akzeptieren werden", so der Verbandspräsident weiter.

EHF-Präsident wirbt um Verständnis

EHF-Präsident Michael Wiederer bezeichnete die Entscheidung der Schiedsrichter, nicht auf den Videobeweis zurückzugreifen, bereits am Samstag als "klaren Fehler".
"Die Schiedsrichter hätten sich das Video ansehen sollen", sagte Wiederer, warb aber zugleich um Verständnis.
Das Spiel werde "immer schneller und schneller" und habe sich "technisch und von der Geschwindigkeit her enorm" entwickelt: "Es ist eine große Herausforderung für die Schiedsrichter."
Dennoch wollte er diesen Fehler sowie zwei weitere Fehlentscheidungen im Turnierverlauf, bei denen Videobeweis fälschlicherweise nicht eingesetzt worden war, nicht kleinreden. Es sei "nicht möglich, Fehler in der Zukunft zu vermeiden, aber wir tun alles, um sie zu minimieren".
(mit SID)
picture

DHB-Stars vor Schweden-Spiel zwischen Enttäuschung und Vorfreude

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung