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Handball-EM: Deutschland will gegen Dänemark Halbfinale buchen - Defensive um Andreas Wolff muss gegen Gidsel liefern
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Publiziert 25/01/2026 um 14:03 GMT+1 Uhr
Dass Deutschland ohne Druck in die verbleibenden Spiele der EM-Hauptrunde gegen Dänemark und Frankreich gehen kann, liegt an Andreas Wolff. Der Torwart brillierte beim Sieg gegen Norwegen, sollte man gegen die Dänen am Montag um Mathias Gidsel den Halbfinaleinzug klar machen wollen, reicht die Leistung von Wolff allein nicht aus. Seit 2016 besiegte man die Dänen nicht mehr in einem Pflichtspiel.
Andreas Wolff muss auch gegen Dänemark über sich hinauswachsen
Fotocredit: Getty Images
"Nicht von dieser Welt", "Wahnsinns-Leistung", "lebendige Mauer": Die Lobeshymnen auf Andreas Wolff nach der irrwitzigen 22-Paraden-Show gegen Norwegen überschlugen sich. Doch ausgerechnet als der Wolff-Wahnsinn seinen vorläufigen EM-Höhepunkt erreicht hatte, verdunkelte sich die Miene des deutschen Übertorwarts plötzlich schlagartig.
"Wir müssen ein ganz anderes Gesicht zeigen", mahnte Andreas Wolff unter dem Einfluss des handballerisch dürftigen 30:28. Jetzt, so der Keeper, gehe es mit Olympiasieger und Weltmeister Dänemark schließlich gegen die "beste Mannschaft – vielleicht in der Geschichte".
Wolff ist hungrig, das ist deutlich zu spüren. Der begnadete Schlussmann liebt Spiele wie das am Montag (20:30 Uhr im Liveticker) gegen die Super-Dänen um Welthandballer Mathias Gidsel. 15.000 ekstatische Fans, ein scheinbar übermächtiger Gegner - dabei aber das große Ziel zum Greifen nah: In der Neuauflage des Olympia-Endspiels (26:39) möchte Wolff mit seinem Team im Handball-Tempel Jyske Bank Boxen zu gern den Partycrasher spielen - und den Einzug in die Medaillenspiele vorzeitig fix machen.
"Es muss schon viel zusammenkommen für uns, aber das Potenzial in der Mannschaft ist da", sagte Wolff am Sonntag im deutschen Teamquartier in Silkeborg und fügte süffisant an: "Wir werden sehen, ob die Stimmung in der Halle ein Vorteil oder ein Nachteil für die Dänen sein wird."
Deutsche Defensive muss gegen Dänemark halten
Allein beim Gedanken an das Hammerduell im Hexenkessel von Herning packt Wolff das Jagdfieber. Sein Rezept vor dem ersten von zwei Matchball-Spielen um das EM-Halbfinale? "Man kann den Dänen nur auf eine Art Paroli bieten: Wenn du hinten richtig hart bist und vorne konsequent und eiskalt", sagte Wolff im "ZDF".
Insbesondere im Angriff (Wurfquote nur 45 Prozent) müsse man im Vergleich zum Norwegen-Spiel "eine Schippe drauflegen, weil die Dänen solche Fehler nicht ungestraft lassen".
Das Verrückte: Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason hat als Tabellenführer (6:0 Punkte) überhaupt keinen Druck und nun mit Dänemark (4:2) und dem Spiel gegen Titelverteidiger Frankreich (4:2) am Mittwoch (18:00 Uhr im Liveticker) gleich zwei Halbfinal-Chancen.
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Mathias Gidsel jagt den EM-Titel - und die Auszeichnung für den besten Torschützen.
Fotocredit: Getty Images
Traumkonstellation für Golla und Co.
Kapitän Johannes Golla sprach von einer "Traumkonstellation". Die erfolgsverwöhnten Dänen stünden "mit dem Rücken zur Wand". Auch Juri Knorr fiebert dem Duell in seiner dänischen Wahlheimat entgegen. Dafür müsse auch er selbst sich allerdings steigern. "Es nervt mich einfach extrem", sagte Knorr am Sonntag über seine schwachen Auftritte.
Die Kaderbreite gebe ihm aber ein "gutes Gefühl. Wir können uns in jedem Spiel irgendwie immer darauf verlassen, dass einer kommt und den Karren aus dem Dreck zieht." Als offensiver Lichtblick dient Rückraumspieler Marko Grgic, der mit sieben Treffern gegen Norwegen im Turnier ankam.
Gislason kann sich noch gut an die WM-Niederlage (20:30) vor ziemlich genau einem Jahr am selben Ort erinnern. "Es muss alles wirklich überragend klappen, über 60 Minuten lang", sagte der 66-Jährige. Die Ausgangslage fühle sich "natürlich super an. Aber wir wissen, es warten die zwei besten Mannschaften der Welt auf uns, und wir müssen einen von den beiden schlagen."
Dänemark für DHB-Auswahl seit Jahren nicht zu knacken
Der letzte Pflichtsieg gegen das Handball-Imperium Dänemark liegt inzwischen zehn Jahre zurück. Die Ereignisse vom 27. Januar 2016, als Deutschland in der Jahrhunderthalle von Breslau mit einem 25:23 den Grundstein für seinen sensationellen EM-Triumph legte, werden dieser Tage beinahe zwangsläufig wieder in die Gegenwart gespült. "Zehn Jahre sind eine schöne Zahl", sagte Keeper David Späth. "Hoffentlich" sei es nun soweit, die schwarze Serie zu beenden.
Die Vorzeichen sind jedenfalls ähnlich: Damals wie heute geht es ums Halbfinale. Damals (Mikkel Hansen) wie heute (Gidsel) haben die Skandinavier den besten Feldspieler des Planeten in ihren Reihen.
Der beste Torhüter steht aber damals wie heute auf deutscher Seite. Und der kann Spiele im Alleingang entscheiden. "Ich weiß nicht, was Andi gefrühstückt hat", sagte Rechtsaußen Lukas Zerbe über Wolffs Leistung gegen Norwegen, aber das solle er am Montag "bitte nochmal frühstücken".
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