Handball-EM: Verzicht von Andreas Wolff gegen Dänen sorgt für "Stirnrunzeln" - Kehrt Keeper gegen Frankreich zurück?

Dass Andreas Wolff nach seiner Gala-Vorstellung gegen Norwegen gegen die Dänen nicht im Tor steht, hätten wohl nur wenige erwartet. Der Keeper spielte beim ersten Matchball ums Halbfinale und der Niederlage gegen Dänemark keine zehn Minuten. Bundestrainer Alfred Gislason verteidigte im Anschluss seine Entscheidung. Im "Endspiel" gegen Frankreich sollte der formstarke Wolff ins Tor zurückkehren.

Andreas Wolff musste gegen Dänemark lange zuschauen

Fotocredit: Getty Images

Andreas Wolff schwieg. Der Torhüter von Deutschlands Handballern stapfte wortlos an den wartenden Reportern vorbei. Nach seinem viel diskutierten Kurzeinsatz gegen Dänemark ließ er die anderen reden.
"Unsere Mannschaft musste schon ein paar Rückschläge hinnehmen", sagte Kronprinz David Späth, der König Wolff bereits zuvor auf dem Spielfeld über 50 Minuten lang vertreten hatte, mit Trotz in der Stimme.
Und, fügte der Torhüter nach dem vergebenen ersten Matchball gegen die Dänen (26:31) an, "ich bin positiv gestimmt, dass wir da sind, wenn es darauf ankommt. Dass wir im Halbfinale stehen, wenn wir am Ende (des Frankreich-Spiels: Anm. d. Red.) auf die Anzeigetafel schauen."
Beim Hauptrundenabschluss gegen den Titelverteidiger benötigt das DHB-Team am Mittwoch (18:00 Uhr im Liveticker) noch einen Punkt, um ins EM-Halbfinale einzuziehen. Gut möglich, dass dann Wolff wieder in die Hauptrolle schlüpft und von Beginn an im deutschen Kasten steht. Der etatmäßige Stammtorhüter dürfte auf seinen Einsatz brennen.

Bitter von Entscheidung gegen Wolff überrascht

Zwei Tage nach Wolffs 22-Paraden-Show gegen Norwegen (30:28) hatte Alfred Gislason am Montagabend zur Überraschung vieler zunächst auf Späth gesetzt. Ob die Entscheidung "gut oder schlecht war", sagte Gislason auf einer Pressekonferenz am Dienstag, "weiß ich nicht".
Wolff fungierte als lautstarker Antreiber von draußen, motivierte Späth und Co. lautstark, ehe der Bundestrainer seinen 2016er-Europameister in der 51. Minute beim Stand von 19:26 aufs Feld beorderte – da war die Partie gegen den Olympiasieger allerdings praktisch entschieden.
"Mich hat das total überrascht. Wir haben uns vorher auch ein bisschen verdutzt angeguckt, warum ein Andi Wolff in dieser Form, mit diesem Willen, mit dieser Wichtigkeit auch in der Mannschaft jetzt beim allerwichtigsten Spiel in diesem Moment nicht anfängt", sagte 2007-Weltmeister Johannes Bitter im "ARD"-Podcast "Handball auf die 1".
"Wenn ich Andi Wolff wäre, weiß ich nicht, ob ich so glücklich gewesen wäre." Er habe nicht das Gefühl, so der langjährige Nationaltorhüter mit "ein bisschen Stirnrunzeln", dass Wolff "dringend Pause braucht".
Späth konnte den Einbruch der DHB-Auswahl im zweiten Durchgang nicht verhindern. Er kam am Ende auf neun parierte Bälle und eine Quote von 26 Prozent.

Gislason erklärt Entscheidung gegen Wolff

Gislason erklärte seine Entscheidung hinterher. Weil die Dänen vermehrt aus der Distanz zum Abschluss kämen, sei seine Wahl im dritten EM-Hauptrundenspiel auf Späth gefallen. "David ist aus dem Rückraum eher einer, der besser steht. Andi ist aus der Nahdistanz der Beste, den es gibt. Dass die Dänen sehr viel aus dem Rückraum kommen, das wissen alle Handball-Experten", sagte Gislason am "ARD"-Mikrofon.
Wolff habe "oft nicht gut gegen Dänemark gespielt", ergänzte der DHB-Coach, hinzu komme, dass der Kieler in den vorherigen fünf EM-Spielen bereits viel zum Einsatz gekommen sei. "Eigentlich war die Empfehlung an mich, ihn letztes Spiel nicht spielen zu lassen. Aber da habe ich gesagt: 'Das kommt nicht infrage'. Und da hat er super gespielt", sagte Gislason.
Späth spürte jedenfalls die "komplette Rückendeckung von der Mannschaft". Er habe "entspannt ins Spiel reingehen" können, "weil ich wusste, jeder vertraut mir. Jeder Einzelne. Der Trainer vertraut mir, Andi vertraut mir." Man versuche, "das, was von außen einprasselt, auszublenden und uns einfach nur auf uns zu konzentrieren".
(SID)
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"Knallt einfach drauf und trifft": DHB-Team feiert Schluroff

Quelle: SID


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