Dagur Sigurdsson kritisiert EHF vor EM-Halbfinale gegen Deutschland - Abrechnung des Kroatien-Trainers im Wortlaut

Kroatiens Nationaltrainer Dagur Sigurdsson hat vor dem Halbfinale am Freitag gegen Deutschland mit einem Rundumschlag gegen die Europäische Handballföderation (EHF) und die EM-Bedingungen gewettert. Der "SID" war auf der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag in Herning dabei - hier die Ausführungen von Sigurdsson, der 2016 die deutschen Handballer zum EM-Titel geführt hatte, im Wortlaut.

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Quelle: SID

"Ich muss zuerst sagen: Ich hatte überhaupt keine Zeit, mich damit (dem Gegner Deutschland) zu beschäftigen, weil wir gerade erst um 14:30 Uhr angekommen sind und ich dann verpflichtend hierherkommen musste. Es dauert einfach, weil wir nicht hier vor Ort sind. Schon seltsam, wie das läuft.
Ich hatte also eine 35-minütige Fahrt, um hierherzukommen. Ich muss diesen Zirkus hier machen und dann 35 Minuten zurückfahren. Wenn ich zurückkomme, wird es so gegen 17 oder 18 Uhr sein. Und ich hatte heute kein Training mit der Mannschaft und keine Besprechung.
Und das ist die Bestätigung dafür, dass sich die Europäische Handballföderation nicht um die Spieler, nicht um die Teams kümmert. Die sind wie ein Fast-Food-Unternehmen. Die kümmern sich nicht um die Qualität, sie verkaufen nur. Eigentlich sind sie wie eine Eventfirma. Die bestellen ein paar Künstler, machen eine schöne Show, eine nette Pressekonferenz.
Es spielt keine Rolle, dass wir heute Morgen vier Stunden von Malmö hierherfahren (nach Herning) mussten. Es spielt keine Rolle. Wir waren in einer Gruppe in Malmö. Wir hatten zwei Tage weniger als einige der Mannschaften in diesem Wettbewerb, um sieben Spiele zu bestreiten. Und jeder, der irgendetwas von Sport versteht, weiß, dass zwei Tage weniger Pause in einem Zeitraum von zwölf Tagen mit sieben Spielen verdammt viel sind. Verdammt viel."

Sigurdsson verspottet EHF-Slogan

"Und wir mussten zwei Spiele machen. Spiel Nummer sechs und Spiel Nummer sieben. Die mussten wir innerhalb von 22 Stunden absolvieren. Am nächsten Morgen stecken sie uns wie Tiefkühlhähnchen in einen Bus und fahren uns hierher. Und wir sind nicht einmal annähernd in der Nähe der Trainingshalle.
Und dann muss ich zu einer Pressekonferenz, um sechs Uhr ins Hotel zurückzukommen, um zu schauen, ob meine Spieler gesund sind, um eine Besprechung zu machen, um das Spiel von morgen zu analysieren. Und wir stehen im Halbfinale. Das ist eine absolute Schande. Und dann hängen sie hier den Slogan hin: 'Pure Greatness'. Wirklich? Ist das 'Pure Greatness'? Das ist absolut schockierend. Also vielen Dank. Ich werde sehr froh sein, wenn ich hier weg kann. Sagen Sie mir einfach Bescheid, wann ich gehen darf."
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(SID)
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Quelle: SID


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