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Bitter kämpft um Reform
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Publiziert 27/10/2010 um 14:16 GMT+2 Uhr
Auf sportpolitischer Ebene ist die Reduzierung internationaler Handball-Meisterschaften so gut wie gescheitert. Die Spieler aber wollen nicht aufgeben: Mit dem Argument der Überbelastung kämpfen sie weiter für weniger Partien.
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Die fehlende Einigkeit der nationalen Handball-Verbände hat eine Reform des internationalen Wettkampf-Kalenders verhindert. Der Plan, nur noch eine Meisterschaft pro Jahr auszutragen, ist nach Meinung von Ulrich Strombach gescheitert.
Weil seine einstigen Mitstreiter nicht mehr mitziehen, wird der Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) einen entsprechenden Antrag, der auf dem Kongress des Weltverbandes IHF im Mai in Marrakesch (Tunesien) zur Abstimmung ansteht, wohl zurückziehen. "Dieser Vorschlag ist gescheitert, weil die Initiatoren nicht mehr dazu stehen", sagte Strombach.
Vier-Jahres-Rhythmus "eine Illusion"
Von ursprünglich zehn Nationen würden nur noch drei zu dem Antrag stehen. Spanien und Frankreich etwa hätten den Vorstoß als nicht mehr zeitgemäß abgetan. Auch eine Rückkehr zum Vier-Jahres-Rhythmus von Welt- und Europameisterschaften hält Strombach für "eine reine Illusion". EM und WM finden im Wechsel alle zwei Jahre statt. Hinzu kommen alle vier Jahre Olympische Spiele als fünftes Turnier. Mit einer Reduzierung der Turniere sollten die Spieler entlastet werden.
Strombach hatte mit einem von ihm erarbeiteten Plan auch das Lieblingsargument des Weltverbandes IHF und des Europaverbandes EHF entkräftet, dass weniger Meisterschaften hohe Einnahmeverluste nach sich ziehen würden. "EHF und IHF hätten bis 2028 jeweils nur zwei Turniere verloren", sagte der Gummersbacher.
Bitter gibt sich kämpferisch
Während der DHB-Chef den Plan zur Reduzierung von fünf auf vier Meisterschaften pro Olympia-Zyklus als gescheitert betrachtet, wollen die Spieler noch lange nicht aufgeben. "Ich sehe den Zug nicht abgefahren", erklärte Nationaltorhüter Johannes Bitter. Wohl wissend, dass er und seine Mitstreiter in der deutschen Spielerorganisation GOAL dafür einen langen Atem brauchen. "Da wird jede Menge Gegenwind produziert, weil jeder nur seine Finanzen sieht", sagte der Hamburger.
Die "Gemeinschaftliche Organisation Aller Lizenzhandballer in Deutschland" (GOAL) strebt einen Sitz im neu geschaffenen Professional Handball Board (PHB) und damit Mitsprache in der EHF an. "Es ist eine kleine Revolution, dass Spieler mit am Tisch sitzen. Wir als GOAL repräsentieren die stärkste Liga in Europa und wollen dort einen hinschicken", sagte das Vorstandsmitglied der Vereinigung.
Auf ihrer Seite haben die Spieler immer noch das Argument der Überbelastung, die schon oft zu Absagen prominenter Akteure bei WM oder EM geführt hat. "Es geht nicht um Streik, sondern darum, dass sie nicht mehr können. Es gibt keinen der sagt, die Nationalmannschaft ziehe ich dem Engagement im Verein vor. Denn das ist der Job", sagte Bitter.
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