Olympia 2024 - Drei Dinge, die bei Deutschland gegen Schweden auffielen: Weltklasse-Wolff schürt Medaillen-Hoffnung

Die deutschen Handballer haben ihr Auftaktspiel beim olympischen Turnier 30:27 (12:11) gegen Medaillenfavorit Schweden gewonnen. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason musste dabei eine frühe Rote Karte von Rückraumspieler Juri Knorr verkraften, konnte sich aber auf Torwart Andreas Wolff verlassen. Drei Dinge, die beim Sieg im ersten Olympiaspiel auffielen.

Highlights: DHB-Team legt Traumstart gegen Schweden hin

Quelle: Eurosport

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase musste das DHB-Team schon nach rund 15 Minuten mit Spielmacher Juri Knorr, der wegen eines harten Fouls an Albin Lagergren die Rote Karte kassierte, auf eine zentrale Stütze verzichten.
Ein Rückschlag, den die deutsche Mannschaft durch eine bärenstarke Leistung von Torwart Andreas Wolff wegstecken konnte.
In der zweiten Halbzeit steigerte sich das deutsche Team in der Offensive und eroberte bis zur 49. Minute eine 25:22-Führung. In der Schlussphase brachte das DHB-Team den Sieg sicher ins Ziel.
Neben Andreas Wolff überzeugte vor allem Renars Uscins, der mit acht Treffern der beste Werfer der Partie war.
Drei Dinge, die in Paris auffielen:

1.) Wolff Direkt in Olympia-Form

Es ist natürlich eine Binsenweisheit, aber bei der deutschen Nationalmannschaft ist sie vielleicht besonders treffend: Ohne gute Torhüter gewinnst du kein Handball-Spiel. Von Andreas Wolff weiß man, dass er besonders gerne Handballspiele gewinnt. Der 33-Jährige war von Beginn an im Weltklasse-Modus und zeigte in den ersten fünf Minuten drei Paraden.
Es entwickelte sich in der ersten Halbzeit zwischen Wolff und Schwedens Andreas Palicka ein Schlagabtausch der Super-Torhüter. Beide hielten nicht nur im Bereich von über 50 Prozent Paradenquote (in diesem Bereich spricht man von absoluter Weltklasse), sondern parierten die Würfe teilweise äußerst spektakulär. Bester Arbeitsnachweis für die beiden: Nach zehn Minuten stand es erst 2:2.
In der ersten Halbzeit war Wolff ein entscheidender Faktor für die 12:11-Pausenführung. In der zweiten Halbzeit bekam er zwar nicht mehr so häufig die Hände an den Ball, ein Faktor blieb er trotzdem. Mit Andreas Wolff in dieser Form ist bei Olympia einiges, wenn nicht alles möglich.
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Wie macht er das denn? Wahnsinns-Parade von Palicka

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2.) Die Knorr-Abhängigkeit ist weg

Der deutsche Handball ist gesegnet, einen so spielstarken Rückraumakteur wie Juri Knorr in seinen Reihen zu haben. Doch bei den vergangenen Turnieren war das DHB-Team in der Offensive sehr stark von dessen Würfen und Entscheidungen abhängig. Lief es bei Knorr nicht, lief im deutschen Angriff allgemein wenig zusammen.
Gegen Schweden konnte das deutsche Team ungewollt beweisen, dass man inzwischen im Angriff variabler aufgestellt ist. Denn nach der Roten Karte für Knorr nach 15 Minuten hatte Luca Witzke die Haupt-Verantwortung auf der Spielmacher-Position. Und der 25-Jährige zeigte eine überragende Leistung.
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Schock für deutsche Handballer: Rote Karte für Knorr

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Der Rückraum-Mitte vom SC DHfK Leipzig brachte die anderen beiden Rückraumspieler konstant in gute Wurfpositionen und war selbst immer torgefährlich. Vier Treffer steuerte Witzke bei.
Der Leipziger fliegt, wenn es um die ganz großen Aufgaben geht, immer ein wenig unter dem Radar. Doch bei Olympia in Paris könnte er ein ganz wichtiges Puzzlestück in den Planungen von Bundestrainer Alfred Gislason sein. Denn wenn die genialen Aktionen von Knorr nicht fruchten, könnte Witzkes konstanter Dauer-Druck gegnerische Abwehrbollwerke knacken.

3.) Mehr Rotation, mehr Variabilität

Der Blick deutscher Handballfans geht seit Jahren neidvoll nach Skandinavien oder Frankreich. Denn dort tummeln sich in den Nationalteams so viele Weltklasse-Spieler, dass kaum ein Wechsel irgendetwas an der Qualität auf dem Feld zu verändern scheint. Beim DHB-Team hingegen wurde oft ein starker Leistungsabfall moniert, wenn der erste Anzug eine Verschnaufpause erhielt.
Auch Bundestrainer Gislason schien das so zu sehen: In den entscheidenden Spielen rotierte der Isländer recht wenig. Für das Olympia-Turnier in Paris deutet sich eine andere Herangehensweise an.
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Marko Grgic erhielt gegen Schweden viel Spielzeit und überzeugte

Fotocredit: Getty Images

Denn gegen Medaillenkandidat Schweden vertraute Gislason schon in der ersten Halbzeit dem 20-jährigen Senkrechtstarter Marko Grgic viel Spielzeit an. Der Rückraumspieler vom ThSV Eisenach überzeugte mit einigen starken Kreisanspielen. Auch Renars Uscins wurde schon im ersten Durchgang für Kai Häfner ausgewechselt.
Dazu kommt auch eine neue taktische Variabilität. Phasenweise spielte das deutsche Team im Angriff mit zwei Kreisläufern und verzichtete auf einen Spieler auf Linksaußen. Eine sehr ungewohnte Angriffsformation, die bei den Schweden auch einige Zuordnungsprobleme verursachte. Mit dieser neuen Variabilität hat Deutschland mit Schweden direkt ein Top-Team geschlagen - und viel Olympia-Rückenwind eingesammelt.
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Dänemark schockt Gastgeber Frankreich - Highlights

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Tor Uscins, Block Golla: DHB-Team entscheidet Spiel

Quelle: Eurosport


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