Olympia 2024 - Drei Dinge, die beim Sieg gegen Spanien auffielen: Matchwinner David Späth zündet Deutschland an
Publiziert 02/08/2024 um 20:01 GMT+2 Uhr
Die deutschen Handballer haben im vierten Gruppenspiel bei Olympia 2024 mit 33:31 (20:18) gegen Spanien gewonnen und damit ein Spiel vor Ende der Vorrunde das Viertelfinale erreicht. Matchwinner war Torhüter David Späth, der mit seinen Paraden und seiner Emotionalität das deutsche Team in der Schlussphase auf die Siegerstraße brachte. Drei Dinge, die beim Willens-Sieg der Deutschen auffielen.
"Den hat er!" Späth hält Sieg der DHB-Männer gegen Spanien fest
Quelle: Eurosport
Nachdem dieses packende Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Spanien abgepfiffen worden war, stürmten alle deutschen Spieler auf David Späth zu. Der Torhüter hatte sein Team mit sensationellen Paraden zum Sieg geführt und damit einen riesigen Anteil am Viertelfinaleinzug.
Über 60 Minuten war das DHB-Team nicht immer die bessere Mannschaft, aber immer mindestens in Schlagdistanz. "Die Mannschaft hat ein phänomenales Spiel geliefert, in Angriff wie in der Abwehr", sagte Bundestrainer Alfred Gislason, "und natürlich war es auch eine großartige Leistung von David Späth".
Auch Eurosport-Experte Pascal Hens war begeistert. "David Späth – du geiler Typ. Ich liebe den Kerl", schrie er ins Mikrofon. Das deutsche Team hat einen emotionalen Sieg eingefahren, der für das weitere Turnier Energie geben dürfte.
Neben der starken Leistung von Späth waren vor allem Renars Uscins, der mit acht Toren wieder einmal bester deutscher Werfer war, und Johannes Golla Garanten für den Sieg. Insgesamt überzeugte Deutschland aber im Kollektiv.
Drei Dinge, die in Paris auffielen:
1.) Späth zeigt Landin-Omeyer-Performance
Am Ende zählten die Statistiker für David Späth 13 Paraden bei 36 Würfen. 36 Prozent gehaltene Bälle ist ein sehr guter Wert, beschreibt aber nicht im Ansatz den Einfluss des 22-Jährigen auf das Spiel der deutschen Mannschaft. Denn besonders bei Torhütern gibt es zwei Bewertungskategorien: Paraden im Spiel und Paraden in der Schlussphase.
Niklas Landin ist jemand, der in der Crunchtime Spiele alleine entscheiden kann, auch Thierry Omeyer hatte diese Fähigkeit. Gegen Spanien hatte Späth nun sein Landin-Omeyer-Spiel. Wenige Sekunden vor Abpfiff parierte er den entscheidenden Wurf von Rechtsaußen Aleix Gomez. In der 59. Minute kam Spaniens Kreisläufer komplett frei und zentral vor dem Tor an den Ball und scheiterte an Späth. Wiederum eine Minute zuvor: eine weitere Parade, ebenfalls gegen den zuvor so treffsicheren Gomez.
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"Den hat er!" Späth hält Sieg der DHB-Männer gegen Spanien fest
Quelle: Eurosport
"Das war totale Reizüberflutung", sagte Späth nach dem Spiel. Es kommen noch weitere Paraden in den letzten zehn Minuten der Partie hinzu. Egal, ob aus dem Rückraum, vom Kreis oder von Außen - Späth vernagelte sein Tor.
Das war aber nur die Basis, nach jeder Parade schrie der Torwart der Rhein-Neckar Löwen seine Emotionen heraus - und zündete damit seine Vorderleute an. Indirekt hatte Späth auch Anteil an der Willensleistung im Angriff.
Genau so wird man zum Matchwinner.
2.) Deutschland erarbeitet sich Nervenstärke
Bei den vergangenen Turnieren litt das DHB-Team unter einem wiederkehrenden Muster: In den engen Spielen gegen die Top-Nationen leistete sich das DHB-Team immer mindestens eine Schwächephase, häufig in der Crunchtime. Bei der Heim-EM 2024 verlor man so gegen Frankreich (Vorrunde), Dänemark (Halbfinale) und Schweden (Spiel um Platz drei), bei der WM 2023 gegen Norwegen (Hauptrunde) und Frankreich (Viertelfinale).
Natürlich haben beziehungsweise hatten diese Teams mehr individuelle Qualität als das junge deutsche Team in ihren Reihen. Aber bemerkenswert ist der Unterschied dieser Spiele im Vergleich zum Olympiaturnier schon: Sowohl gegen Schweden als auch gegen Spanien leistete sich das DHB-Team keinen kompletten Blackout wie bei früheren Turnieren.
In der ersten Halbzeit spielten Deutschland und Spanien auf Augenhöhe, mit leichten Vorteilen bei der Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason. In der zweiten Halbzeit waren die Iberer lange das bessere Team, aber Deutschland ließ sich nicht abschütteln, blieb im Angriff immer gefährlich, erspielte sich Chancen und hatte in Renars Uscins einen Rückraumspieler, der die Partie an sich riss.
Man merkt der deutschen Mannschaft an, dass sie abgeklärter ist und sich eine gewisse Nervenstärke erarbeitet hat. "In den letzten Turnieren wurden diese engen Spiele häufig verloren – gerade gegen Mannschaften auf Augenhöhe", sagte Eurosport-Experte Pascal Hens. Die neue Nervenstärke wird es auch ab dem Viertelfinale brauchen, wenn es gegen Frankreich, Norwegen oder Dänemark geht.
3.) Gislason macht DHB-TEam unausrechenbar
Alfred Gislason, das wurde schon in den ersten drei Gruppenspielen deutlich, ist bei diesem Turnier mutig. Er ist mit der Nominierung von nur einem Rechtsaußen ins Risiko gegangen und damit durch den Ausfall von Tim Hornke auf die Nase gefallen. Doch mit seinen Aufstellungen und Einwechslungen beweist er ein goldenes Händchen.
In der unglaublich spannenden und engen Schlussphase wäre der Impuls vieler Trainer gewesen, die gewohnte Aufstellung aufs Feld zu schicken. Dazu gehören bei Deutschland vor allem: Juri Knorr, Julian Köster und Renars Uscins im Rückraum. Doch nach einer Auszeit in der 49. Minute brachte Gislason Sebastian Heymann im linken Rückraum, der zuvor nicht gespielt hatte.
Der 26-Jährige steuerte einen Treffer bei, brachte vor allem aber eine andere Komponente in den Angriff. Er ging mit Druck auf die Lücken und hatte einen Anteil daran, dass das DHB-Team die Partie drehen konnte. Auch das Vertrauen für Linksaußen Rune Dahmke in der Startaufstellung zahlte sich aus - der Kieler traf viermal und machte ein starkes Spiel. Dass Luca Witzke bei diesem Turnier viel Spielzeit bekommt und sich nicht alles auf Juri Knorr konzentriert, ist ebenfalls ein geschickter Schachzug.
Die Spieler danken es Gislason bislang bei diesem Olympia-Turnier. Das sieht man auch daran, dass Köster und Lukas Mertens ebenfalls Akzente setzten, als sie auf die Platte durften. Im Gegensatz zu früheren Turnieren weiß man vor dem Spiel nicht, mit welcher Aufstellung Deutschland starten wird. Das macht die Mannschaft weniger ausrechenbar.
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Golla wühlt sich durch: Treffer mit dem Rücken zum Tor
Quelle: Eurosport
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