Olympia 2024: Pascal Hens sieht Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden als Grundstein für Medaillenchancen
Publiziert 27/07/2024 um 01:48 GMT+2 Uhr
Die deutschen Handballer starten am Samstag (19:00 im Liveticker) in das Olympische Turnier der Männer. Im ersten Spiel wartet mit Schweden gleich ein Topgegner. Eurosport-Handballexperte Pascal Hens spricht im Exklusiv-Interview über die Medaillen-Chancen des DHB-Teams, die Bedeutung des Auftaktspiels gegen die Skandinavier und warum es geschickt ist, nicht an der Eröffnungsfeier teilzunehmen.
Hens im Exklusiv-Interview: "Medaille wird schwierig"
Quelle: Eurosport
Bei der Heim-EM 2024 hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit Platz vier und teils starken Leistungen den Fans Hoffnungen auf eine Medaille bei Olympia 2024 in Paris gemacht. Andererseits unterlag man den Top-Nationen Frankreich, Dänemark und Schweden. Gegen Letztere tritt das DHB-Team nun im Auftaktspiel des Turniers in Gruppe A an.
In den vergangenen Jahren waren die Schweden meistens eine Nummer zu groß für das deutsche Team. Bei der EM im Januar unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason im Spiel um Platz drei mit 31:34. Die Skandinavier haben zahlreiche Spitzenspieler wie Felix Claar vom SC Magdeburg in ihren Reihen und gelten als Medaillenfavorit.
Doch nach drei Testspielsiegen vor Olympia geht auch das DHB-Team mit Rückenwind ins Turnier. Einziger Wehmutstropfen: Trainer Gislason musste den verletzten Rückraumspieler Franz Semper ersetzen und nominierte Kai Häfner nach.
Für Eurosport-Experte Pascal Hens wird schon dieses Auftaktspiel gegen Schweden den Grundstein für den weiteren Turnierverlauf der deutschen Mannschaft legen.
Pascal, du bist für Eurosport vor Ort als Experte dabei. Worauf freust du dich bei Olympia 2024 in Paris am meisten?
Pascal Hens: Ich freue mich auf das ganze Event. Ich durfte bei Olympischen Spielen zweimal selbst schon dabei sein als Sportler – habe mich aber zweimal verletzt. In Peking (2008 Anm. d. Red.) bin ich nach dem zweiten Spiel abgereist. In Athen 2004 war ich bis zum Ende dabei, hatte die Hoffnung vielleicht doch noch einmal spielen zu können, hatte dann aber doch keine Chance. Als Aktiver bist du immer nur im Olympischen Dorf. Das Handballturnier geht vom ersten bis zum letzten Tag, wenn man ins Finale kommt. Und da hat man wenig Zeit, sich mal andere Sachen anzuschauen. Ich freue mich darauf, das ganze mal von der anderen Seite zu sehen.
Die deutschen Handballer haben nicht an der Eröffnungsfeier teilgenommen. Wie findest du diese Einstellung?
Hens: Die Jungs sind ehrgeizig. Im Endeffekt sind sie da, um was zu reißen, um sportlichen Erfolg zu haben. Sie sollen die Olympischen Spiele zwar auch genießen, sie können das im Olympischen Dorf ja ein bisschen aufsaugen, aber der Sport steht schon im Vordergrund. Und so eine olympische Eröffnungsfeier dauert einige Stunden, und wenn du am nächsten Tag so ein wichtiges Spiel hast, dann darfst du dir da keinen Ausrutscher erlauben und dir nichts vorwerfen lassen, dass du vorher vielleicht bei der Eröffnungsfeier warst.
Zum Auftakt geht es gegen Schweden, der letzte Sieg war bei Olympia 2016 in Rio. Was stimmt dich optimistisch?
Hens: Es ist direkt ein Hammer-Gegner, in meinen Augen der beste Gegner in der Gruppe. Wenn ich vor dem Turnier ein Ranking aufstellen müsste: Da sind natürlich die Franzosen mit dem Heimvorteil – aber auch ohne den Heimvorteil eine überragende Mannschaft. Die Dänen sind fast gleichzustellen und kurz dahinter kommen schon die Schweden. Für Deutschland besteht die Möglichkeit, vielleicht positiv zu überraschen, vielleicht was mitzunehmen, um dann mit Rückenwind in die nächsten Gruppenspiele zu gehen. Aber auch wenn man im ersten Spiel gegen die Schweden ein gutes Spiel macht und am Ende nichts mitnimmt, ist man direkt im Turnier und weiß, man war nah dran, jetzt kommen Mannschaften, die uns vielleicht mehr liegen. Ich finde es nicht so schlecht, dass wir direkt zum Start gegen Schweden spielen.
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Gislason: "Haben die Qualität, die ganz Großen zu schlagen"
Quelle: Eurosport
Worauf kommt es bei diesem Olympia-Turnier für die deutschen Männer an?
Hens: Was mir schon die letzten Turniere gut gefallen hat, ist, dass es wirklich ein Team ist. Das merkst du den Jungs an, die haben Spaß zusammen. Wir müssen als Team funktionieren, da muss jeder über sich hinauswachsen, ansonsten werden wir keine Chance haben gegen die Mannschaften, die ganz oben stehen: Frankreich, Dänemark, Schweden. Weil sie einfach einen Tick besser sind als wir. Das Viertelfinale muss das erste große Ziel sein. Und dann sollte man in der Vorrunde am besten Erster oder Zweiter werden, um den beiden starken Teams aus der anderen Gruppe - Frankreich und Dänemark - aus dem Weg zu gehen. Ich bin mir relativ sicher, dass die in ihrer Gruppe die ersten beiden Plätze belegen werden.
Traust du den Deutschen eine Medaille zu?
Hens: Ich glaube wirklich, dass in der Vorrunde der Grundstein gelegt wird. Wenn du nicht Erster oder Zweiter wirst, wird es schwierig. Wenn Deutschland gegen Schweden was mitnehmen könnte, wäre das ein wichtiger Schritt. Es ist nicht einfach, eine Medaille zu gewinnen. Vielleicht ist Gold nicht drin, aber wenn das DHB-Team einen guten Auftakt hinlegt, ist ansonsten alles möglich.
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Quelle: Eurosport
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