Drei Dinge, die auffielen: Renars Uscins in Medaillen-Form zündet für das DHB-Team bei Olympia 2024 den Tore-Turbo
Update 29/07/2024 um 13:04 GMT+2 Uhr
Die deutschen Männer haben beim olympischen Handballturnier die Pflichtaufgabe Japan souverän bewältigt. Im zweiten Vorrundenspiel gewann das Team von Bundestrainer Alfred Gislason mit 37:26 (21:10) und ist damit weiter auf Kurs Viertelfinale. Weil das Spiel früh entschieden war, probierte das DHB-Team offensiv einiges aus. Bester Spieler war einmal mehr Renars Uscins. Drei Dinge, die auffielen.
Highlights: Deutschland demontiert Japan schon in der ersten Halbzeit
Quelle: Eurosport
Von Beginn an dominierte das DHB-Team im zweiten Vorrundenspiel gegen Japan das Geschehen, nach nicht einmal vier Minuten führte Deutschland mit 4:0. In diesem Tempo ging es die gesamte erste Halbzeit weiter.
Die Abwehr agierte sehr gut, Japan fand kaum ein Mittel - über Tempogegenstöße baute das deutsche Team die Führung auf 21:10 aus.
Auch nach der Pause drohte zu keiner Zeit, dass Japan den Rückstand entscheidend verkürzen könnte. Obwohl die Asiaten im Angriff etwas mehr Druck und Struktur entfalten konnten, hielt Deutschland konstant mindestens zehn Tore Vorsprung und siegte verdient 37:26 (21:10).
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Bundestrainer Gislason exklusiv: "Fast perfekte erste Halbzeit"
Quelle: Eurosport
Aufgrund des deutlichen Vorsprungs konnte Bundestrainer Alfred Gislason viel rotieren und taktisch andere Konzepte ausprobieren. Auch wenn hier nicht alles reibungslos funktionierte: Für das weitere Turnier ist das ein gutes Zeichen.
Drei Dinge, die in Paris auffielen:
1.) Renars Uscins ist der Unterschiedsspieler
Das Spiel hatte noch gar nicht richtig begonnen, da hatte es Renars Uscins gefühlt schon entschieden. Tempogegenstoßtreffer in Minute zwei, Durchbruch in Minute drei, wieder ein gewonnener Zweikampf in Minute vier - und Deutschland führte gegen Japan mit 4:0.
Wenn man Uscins so spielen sieht, könnte man meinen, er spiele seit Jahren bei einem Spitzenklub in der Champions League: so viel Power in den Durchbrüchen, starker Rückraumwurf, riesiges Tempo im Gegenstoß. Doch Uscins ist erst 22 Jahre alt und spielte vergangene Saison mit Hannover-Burgdorf in der European League.
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Uscins über klaren Sieg gegen Japan: "Das war der Schlüssel"
Quelle: Eurosport
Trotzdem hat ihn Alfred Gislason zur klaren Nummer eins im rechten Rückraum erklärt. Uscins zahlt das Vertrauen zurück: Bester Werfer gegen Schweden mit acht Toren, bester Werfer gegen Japan mit sieben Toren - Man of the Match in allen drei Spielen (!) beim Olympia-Qualifikationsturnier im März in Hannover.
Uscins ist in dieser Form, das hat spätestens das Schweden-Spiel gezeigt, auch von den Top-Nationen kaum zu halten. In der ohnehin schon starken Rückraumreihe mit Julian Köster und Juri Knorr sticht er aktuell deutlich heraus und könnte so zum Unterschiedsspieler des DHB-Teams beim Olympia-Turnier werden.
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Kempa der DHB-Jungs! Mertens und Uscins zaubern gegen Japan
Quelle: Eurosport
2.) Deutschland ist auch frühmorgens wach
Die Anwurfzeiten des olympischen Handballturniers waren schon Wochen vor Beginn der Spiele ein Thema. Fünf Vorrundenspiele mit fünf verschiedenen Zeiten. Und gegen Japan eben ungewohnt früh um 9:00 Uhr. "Wir sind um halb fünf aufgestanden. Die Jungs haben ein Gymnastikprogramm gemacht, dann Frühstück und dann los. Das hat sehr gut geklappt", sagte Bundestrainer Gislason.
Auf der Platte war das deutsche Team von Beginn an hellwach. Konzentrierte Defensive, keine technischen Fehler, stark im Umschaltspiel - Bundestrainer Gislason war zufrieden: "Die Abwehr stand sehr gut, Andi (Wolff, Anm. d. Red.) war hellwach, wir machen viele Tempogegenstoßtore", so der 64-Jährige. "Vorne lassen wir uns nicht irritieren von einer sehr offensiven, aggressiven Abwehr. Das war eine fast perfekte Halbzeit."
Hellwach spielten die deutschen Handballer also bislang in beiden Spielen. Denn auch gegen Schweden hatte das DHB-Team keine Phase größerer Unkonzentriertheiten - das ist durchaus ein Unterschied zu vergangenen Turnieren.
Am Mittwoch spielt Deutschland gegen Kroatien um 11:00 Uhr - das sollte nach der Erfahrung gegen Japan dann fast schon entspannt sein.
3.) Das 7-gegen-6 macht Deutschland variabler
Der Hauptkritikpunkt an Bundestrainer Gislason in den vergangenen Turnieren war, dass das DHB-Team vor allem im Angriff nicht variantenreich genug spiele. Diesen Vorwurf muss sich Gislason bei Olympia in Paris bislang nicht machen lassen. Gegen Schweden ließ er phasenweise mit zwei Kreisläufern und ohne Linksaußen spielen, gegen Japan kam in der zweiten Halbzeit das Sieben-gegen-Sechs zum Einsatz.
Bei dieser Variante wird der Torwart gegen einen siebten Feldspieler ausgewechselt - schon in den Testspielen vor Olympiastart testete das DHB-Team diese Variante. Gegen Japan lief es allerdings nicht optimal. "Wir wollten das auf jeden Fall trainieren, aber das hat nicht so gut geklappt wie zuletzt, wir waren nicht gefährlich genug und haben zu viele Fehler gemacht", sagte Gislason am Eurosport-Mikrofon. "Das können wir sicherlich besser."
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Kai Häfner erzielt für das DHB-Team ein Tor gegen Japan
Fotocredit: Getty Images
Tatsächlich kamen die Rückraumspieler in dieser Formation nicht schwungvoll genug auf die Nahtstellen, auch Kreisanspiele kamen nicht an.
Dennoch: Es war richtig, diese Taktik unter Wettkampfbedingungen zu üben, in schwierigen Phasen gegen starke Gegner könnte das eine wichtige Option werden.
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Mit dem Halbzeitpfiff: Heymann trifft direkt per Freiwurf
Quelle: Eurosport
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Highlights: DHB-Frauen verlieren gegen Schweden
Quelle: Eurosport
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