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DHB-Team nimmt Olympia ins Visier
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Publiziert 29/01/2015 um 10:31 GMT+1 Uhr
Dem Rausch folgte der Kater: Die deutschen Handballer konzentrieren sich nach dem schmerzhaften Viertelfinal-Aus voll auf die Olympia-Qualifikation. Erster Gegner ist am Freitag der zweimalige Olympiasieger Kroatien. Um im Frühjahr 2016 an einem der drei Qualifikations-Turnieren für Rio teilzunehmen, muss das DHB-Team mindestens den siebten Platz belegen.
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Die Nacht war kurz und gruselig. Mit tiefen Augenrändern schlurften die deutschen Handballer um Kapitän Uwe Gensheimer am Donnerstag durch die Lobby des vornehmen Team-Hotels in Doha. Das schmerzhafte Viertelfinal-Aus gegen WM-Gastgeber Katar hatte seine Spuren hinterlassen, die Euphorie war in Ernüchterung umgeschlagen.
"Ich konnte nicht einschlafen", sagte Youngster Paul Drux mit noch immer verquollenen Augen. Auch Gensheimer gestand: "Ich bin immer wieder aufgewacht und hatte noch ein paar Situationen im Kopf."
Immer wieder liefen die Szenen der unnötigen 24:26-Pleite gegen Katar vor dem geistigen Auge ab. Als es drauf ankam, zahlte das neu formierte Team, das mit seinen frechen Auftritten in der Vorrunde und im Achtelfinale noch begeistert hatte, Lehrgeld - und beraubte sich mit seiner schlechtesten Turnierleistung jeglicher Medaillenträume.
Zwei Endspiele um Olympia-Quali
"Das ist doch normal nach solch einem Spiel, dass sich jeder versteckt und eingräbt und sich Gedanken macht", sagte Oliver Roggisch. Der Teammanager wollte sich am Donnerstag aber nicht mehr lang mit dem Ausscheiden beschäftigen und lenkte den Fokus auf die Platzierungsspiele um die Ränge fünf bis acht. "Wir spielen nicht um irgendeinen Blumentopf. Wir haben jetzt noch zwei Endspiele um die Olympia-Quali. Das ist ein Riesenziel", sagte Roggisch.
Bundestrainer Sigurdsson ging am Donnerstagmorgen eine Runde laufen. Beim Joggen an Dohas Strandpromenade Corniche lud der Isländer seine Akkus auf. Aufkommende Diskussionen um einige fragwürdige Pfiffe der Schiedsrichter erstickte Sigurdsson anschließend im Keim und konzentrierte sich auf das Wesentliche. "Wir sollten jetzt nicht allzu viel diskutieren", sagte der 41-Jährige: "Wir müssen gegen Kroatien gut spielen, um eine Chance zu haben, und sehr, sehr gut spielen, um zu gewinnen. Das ist unsere Aufgabe jetzt."
Weinhold-Einsatz für Freitag fraglich
Ob Linkshänder Steffen Weinhold gegen das kroatische Star-Ensemble am Freitag auflaufen kann, steht indes noch nicht fest. Der Rückraumspieler des THW Kiel plagt sich mit einer Adduktorenzerrung im rechten Oberschenkel aus dem Katar-Spiel. Die Ärzte und Physios geben aber "volle Pulle" für seine Genesung, sagte Sigurdsson: "Es sieht gut aus."
In der Verbandsspitze deklarierte man die beiden ausstehenden WM-Partien zum "Final-Four-Turnier" um die Olympischen Spiele. "Das ist jetzt Aufgabe und Zielsetzung genug, um das Turnier positiv abzuschließen", sagte DHB-Vize Bob Hanning. Die WM sei aber schon jetzt für die Entwicklung des jungen Teams "unendlich wertvoll". Viele Dinge "laufen viel besser als gedacht". Die Mannschaft habe es geschafft, "Deutschland für den Handball zu begeistern. Wir sind auf einem tollen Weg - das dürfen wir mit vollem Stolz alle hier behaupten."
Brand und Stephan ziehen positives WM-Resümee
Auch der frühere Bundestrainer Heiner Brand und der ehemalige Welthandballer Daniel Stephan zogen ein positives Turnier-Fazit. "Das gibt uns sehr, sehr viel Mut für die Zukunft", sagte Brand dem SID. Man solle das Ausscheiden "nicht dramatisieren, sondern das Positive mitnehmen. Es gibt keinen Grund des Tadels".
Stephan sieht die Auftritte von Katar ausdrücklich als Schritt nach vorne. "Wir haben uns Respekt wiedergeholt. Die Handballwelt guckt wieder auf Deutschland. Das Turnier war ein Fingerzeig, dass mit Deutschland wieder zu rechnen ist", sagte der Europameister von 2004 dem SID. Er glaube nicht, "dass es jetzt einen Knacks gibt, sondern eher, dass uns das beflügelt, um beim nächsten Großereignis noch erfolgreicher zu sein." Bei der EM 2016 in Polen "müssen wir angreifen", sagte Stephan.
Angreifen muss das deutsche Team aber zunächst gegen Kroatien. Denn sollte die DHB-Auswahl beide noch ausstehenden Spiele verlieren, wäre der nächste schwere Kater programmiert.
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