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32 Jahre nach dem Wunder in Oslo: Deutsche Handballerinnen greifen gegen Frankreich nach WM-Finale in Rotterdam
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Publiziert 11/12/2025 um 14:10 GMT+1 Uhr
32 Jahre nach dem Wunder von Oslo greifen die deutschen Handballerinnen bei der WM nach dem Finale in Rotterdam. Die DHB-Auswahl trifft mit Frankreich auf einen starken Gegner, doch verstecken brauchen sich die Deutschen nicht. Das Team von Trainer Markus Gaugisch will die erste Medaille seit 2007 und der Glaube daran könnte nicht größer sein. Erstmals ist nun aber der Heimvorteil dahin.
Die deutschen Handballerinnen greifen nach der ersten Medaille seit 18 Jahren
Fotocredit: Getty Images
Deutschlands Handballerinnen konnten es kaum erwarten. Schon zehn Minuten vor dem offiziellen Beginn des Abschlusstrainings betraten Kapitänin Antje Döll und ihre Mitspielerinnen bestens gelaunt das Parkett der Ahoy Arena - hatten aber erstmal ein Problem. "Wo sind die Bälle", fragte Markus Gaugisch grinsend und klatschte voller Tatendrang in die Hände.
Das DHB-Team ist heiß aufs erste deutsche WM-Halbfinale seit 18 Jahren - das drang beim Bundestrainer und seinen Spielerinnen vor dem Spiel am Freitag (17:45 Uhr im Livescoring) aus jeder Pore. Der Respekt vor Titelverteidiger Frankreich? Groß. Die Gier? Noch viel größer!
"Jetzt müssen wir uns einfach dafür belohnen, dass wir so weit gekommen sind und so ein tolles Turnier gespielt haben", sagte Torhüterin Katharina Filter nach der Einheit am Donnerstag. Und Gaugisch betonte: "Wir werden alles auf der Platte lassen. Die Gier ist da."
Sieben klare Siege und ein neues Selbstverständnis bestärken die deutsche Mannschaft in dem Glauben, ihr Weihnachtsmärchen mit dem Wunder von Rotterdam zu krönen. Mit dem überhaupt erst zweiten Einzug in ein WM-Finale nach dem Gold-Coup vor 32 Jahren wäre zugleich die erste Medaille seit 2007 perfekt. "Alles ist drin!", sagte Filter.
Kein Heimvorteil für DHB-Frauen in Rotterdam
Der Heimvorteil von den WM-Festtagen in Stuttgart und dann Dortmund ist nach der Weiterreise in die Niederlande zwar dahin. Doch viele deutsche Fans werden sich auf den Weg nach Rotterdam machen, vor den TV-Bildschirmen in Deutschland wird zudem erneut ein Millionenpublikum mitfiebern.
Eine, die eine Wiederholung des sensationellen Titelgewinns von 1993, das viel zitierte "Wunder von Oslo", für realistisch hält, ist Andrea Bölk. "Das Wunder von Rotterdam ist absolut möglich. Wenn du auf einer Euphoriewelle schwimmst, kann alles passieren. Das war auch bei uns 1993 so", sagte die Mutter von Emily Vogel dem "SID".
"Jetzt geht es um Selbstverständnis und Selbstvertrauen. Nur als Team kann es funktionieren." Frankreich, das sein Viertelfinale am späten Mittwochabend 31:26 gegen den WM-Dritten Dänemark gewann, sei "schlagbar. Wir brauchen aber auch einen Sahnetag von der gesamten Mannschaft, vor allem von den Torhütern."
Frankreich als schwerste Aufgabe für Deutschland
Aufwärmen, Fußball, Pässe, Angriff - so lautete das lockere Programm fürs Anschwitzen am Donnerstag. Das Kennenlernen der Arena sei das "letzte Puzzleteil", sagte Gaugisch in seiner kurzen Teamansprache vor dem Training. Das Fehlen von Abwehrchefin Aimée von Pereira? "Eine reine Vorsichtsmaßnahme", versicherte der DHB-Coach.
Gaugisch, der noch während der Einheit am Laptop den Halbfinalgegner studierte, weiß um die Schwere der Aufgabe. Mit den Französinnen, immerhin dreimaliger WM-Champion, wartet nun der erste absolute Weltklasse-Gegner im Turnierverlauf.
"Du musst eine gewissen Coolness gegen Frankreich mitbringen", sagte der 52-Jährige und bekräftigte, sein Team habe "keine Angst" vor der Aufgabe.
Zwei Testspiel-Niederlagen gegen Frankreich
Das deutsche Team hatte erst im März zweimal gegen Frankreich gespielt - und sich dabei sowohl in Trier (25:28) als auch in Besançon (29:30) teuer verkauft. Auch im epischen olympischen Viertelfinale 2024 vor der Weltrekordkulisse von 26.548 Zuschauern schnupperte Deutschland beim 23:26 an einer Überraschung. Gelingt diese jetzt?
"Wir sind nicht Favorit gegen Frankreich, aber die Mannschaft weiß, was sie kann. Das ist eine gute Voraussetzung", sagte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes. Das Team sei "locker, fokussiert und gierig. Man spürt, die Frauen wollen mehr."
Nicht zuletzt die Deckung um Chefin von Pereira präsentierte sich im Turnierverlauf bereits in Medaillenform. Teammanagerin Anja Althaus bezeichnete das Bollwerk in den WM-Tagen gar als "angsteinflößend". Und auch Filter hofft, dass auch ein Team wie Frankreich "so langsam mitbekommen" hat, "wie wir unsere Spiele gewonnen haben". Sie grinste.
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(SID)
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Quelle: Eurosport
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