DH-Frauen lassen es nach Silber und "magischer WM-Reise" krachen - Zukunft von Bundestrainer beim DHB noch unklar

Die deutschen Handballerinnen feierten trotz der Niederlage gegen Norwegen eine "magische WM-Reise" - und ließen es nach der ersten Medaille seit 2007 krachen. Während die DHB-Auswahl sich einen langfristigen Effekt vom großartigen Erfolg verspricht, ist die Zukunft von Bundestrainer Markus Gaugisch unklar. Für die Spielerinnen um Kapitänin Antje Doll ist die Antwort klar.

Knapp geschlagen: Deutschland kämpft bis zum Schluss um WM-Titel

Quelle: Eurosport

Team-Oldie Antje Döll nippte schon wieder an einem Sekt mit Erdbeeren, Youngster Nina Engel deckte sich dagegen lieber mit reichlich Wasser für die Heimfahrt ein: Ihre ausschweifende Partynacht nach dem Silber-Coup hatten Deutschlands Handballerinnen ganz unterschiedlich überstanden.
"Der Abend und die Nacht waren sehr ausgelassen. Das ist genau richtig so. Wir lagen uns sehr oft in den Armen", berichtete Kapitänin Döll am Montag am deutschen Teamhotel, ehe sie mit der Medaille um den Hals vollkommen übernächtigt aber noch immer glückselig in den Bus gen Heimat kletterte. In Dortmund standen für die WM-Heldinnen noch ein Empfang und der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt an.
"Die dritte Halbzeit gewinnen wir", tönte Viola Leuchter - und das deutsche Team hatte der Ankündigung Taten folgen lassen. Bundestrainer Markus Gaugisch bekämpfte die Nachwirkungen beim Verlassen Rotterdams mit einer Cola.
Unterm Strich stehen die erste Medaille seit 18 Jahren und die Erkenntnis, dass Frauenhandball in Deutschland sehr wohl die Massen bewegen kann. 5,79 Millionen Menschen an den Fernsehern fieberten mit, als die DHB-Auswahl im Final-Krimi gegen Olympiasieger Norwegen (20:23) lange sogar am Gold-Wunder schnupperte.

"Absolut magische WM-Reise"

"Ich hoffe, dass es nachhaltig ist", sagte Gaugisch und warf den Blick in all dem Trubel bereits auf die Entwicklung des Frauenhandballs im Ganzen. Man habe auf einem "breiten Spektrum Vorbilder geschaffen. Für unten aber auch für oben. Ich glaube schon, dass Sponsoren sehen, dass es sich lohnt, in den Frauenhandball zu gehen." Und Emily Vogel meinte: "Ich hoffe, das ist ein Startschuss für ganz viele erfolgreiche Jahre."
DHB-Teammanagerin Anja Althaus sprach in ihrem Turnierfazit von einer "absolut magischen WM-Reise" und pflichtete Gaugisch und Vogel bei.
"Ich bin überwältigt, was die Mädels hier abgerissen haben. Was sie für Frauenhandball-Deutschland getan haben, das ist einfach nur bewundernswert", sagte die Ex-Nationalspielerin: "Ich hoffe, dass wir den Fokus weiter auf die Frauen legen. Wir brauchen Frauenhandball. Wir haben gezeigt, wie sehr wir Deutschland begeistern können."

Gaugisch lässt Zukunft offen

Angesprochen auf seine eigene Zukunft, ließ Gaugisch die entscheidende Frage allerdings offen. Nach dem ersten Finaleinzug seit 32 Jahren vermied der 51-Jährige, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft, am Sonntagabend ein klares Bekenntnis. Er und DHB-Sportvorstand Ingo Meckes seien da "sehr entspannt", antwortete Gaugisch auf die Frage, ob er einen langfristigen Verbleib beim DHB garantieren könne.
"Wir haben uns schon vor längerer Zeit besprochen. Jetzt haben wir ein tolles Turnier gespielt und dann werden wir uns zusammensetzen und schauen, was wir hinkriegen", sagte der Göppinger: "Es macht natürlich Bock. Der Weg ist gut." Gaugisch arbeitet seit April 2022 als Trainer der DHB-Frauen.
Meckes sprach nach der Medaillen-Zeremonie in Rotterdam von einem "super Kontakt. Was wir hier erreicht haben und auch die spielerische Entwicklung, die die Mannschaft genommen hat, spricht natürlich für sich." Der Anteil von Gaugisch sei ein "ganz großer. Was Markus hier geleistet hat. Wie mit dem Trainerteam alles akribisch vorbereitet wurde. Er hat einen ganz, ganz großen Anteil daran."
Das deutsche Team sprach sich zwar vehement für eine weitere Zusammenarbeit aus. Doch die Stimmen der Spielerinnen lassen durchaus auch den Schluss zu, dass die Dinge keineswegs geklärt sind. "Mit der Medaille glaube ich nicht, dass es zur Debatte steht, ob das ein guter Trainer ist oder nicht. Er hat die richtigen Knöpfe gedrückt", sagte etwa Führungsspielerin Xenia Smits: "Ich bin sehr gespannt. Ich wünsche mir, dass er bleibt. Aber ja, die Zukunft wird es uns zeigen."
(SID)
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Fehlpass sorgt für Ausgleich mit der Halbzeitsirene

Quelle: Eurosport


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