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Handballerinnen vor der ultimativen Reifeprüfung

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Lone Fischer erzielte acht Tore im letzten Gruppenspiel

Fotocredit: SID

VonSID
12/12/2015 Am 09:32 | Update 12/12/2015 Am 09:48

Die deutschen Handballerinnen treffen im WM-Achtelfinale, nach dem ungefährdeten 37:19-Erfolg im letzten Gruppenspiel gegen den Kongo, am Sonntag auf die Olympiasiegerinnen und Topfavoritinnen aus Norwegen. Im dänischen Frederikshavn , unweit der norwegischen Grenze, muss die junge Mannschaft ihre ultimative Reifeprüfung bestehen. Doch schlagbar ist der Dominator der vergangenen Jahre allemal.

Die Müdigkeit war den deutschen Handballerinnen anzusehen, als sie am frühen Samstagmorgen den Mannschaftsbus für die Reise Richtung WM-Achtelfinale beluden. Nur wenige Stunden nach dem ungefährdeten 37:19-Erfolg im letzten Gruppenspiel gegen den Kongo machte sich die DHB-Auswahl auf den Weg von Kolding nach Frederikshavn, wo am Sonntag (20.30 Uhr) das Duell mit Olympiasieger Norwegen ansteht.

"Es ist schon ein wenig stressig, ich habe wenig geschlafen", sagte Bundestrainer Jakob Vestergaard dem "SID": "Wir wollen ein gutes Spiel machen und dafür brauchen wir eine gute Strategie. Damit habe ich die Nacht verbracht."

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Gefühltes Auswärtsspiel

Ursprünglich hätte Deutschland auch sein erstes K.o.-Duell in der rund 5000 Zuschauer fassenden Arena im Süden Dänemarks bestreiten sollen - auch weil sich der Ausrichter hier besonders viele deutsche Anhänger erhoffte. Dem norwegischen Heimrecht im Küstenstädtchen Frederikshavn wurde allerdings Vorrang eingeräumt, sodass sich die deutsche Mannschaft nun rund 260 Kilometer weiter nördlich auf ein gefühltes Auswärtswärtsspiel einrichten muss.

Für die neuformierte Mannschaft ist die Partie im Hexenkessel unweit der norwegischen Grenze die größtmögliche Reifeprüfung. Nach dem WM-Fehlstart gegen Frankreich (20:30) nahm das junge Team im Laufe der Vorrunde binnen kürzester Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung, gipfelnd in einem furiosen 40:28-Erfolg gegen Südkorea. "Wir steigern uns peu à peu", sagte Torhüterin Clara Woltering: "Jetzt heißt es aber 60 Minuten lang: Alles oder Nichts."

Gegner Norwegen ist die alles überragende Mannschaft der vergangenen Dekade. Die Skandinavierinnen wurden zweimal in Folge Olympiasieger, 2011 Weltmeister und gewannen zudem fünf der letzten sechs EM-Turniere. Zum Duell mit Deutschland kommt es allerdings auch deshalb, weil sich der Titelfavorit im ersten WM-Spiel eine etwas unerwartete Niederlage gegen Russland leistete. Schlagbar ist also selbst der große Dominator der vergangenen Jahre allemal.

"Kochen auch nur mit Wasser"

"Es ist eine Ehre, gegen solche Handballerinnen zu spielen, aber am Ende kochen sie auch nur mit Wasser", sagte Kreisläuferin Meike Schmelzer deshalb auch mit einer Mischung aus Respekt und Angriffslust. Routinier Woltering, die schon 2011 beim bislang letzten Aufeinandertreffen beider Teams zum deutschen Aufgebot gehörte, meinte: "Das ist eine Weltklasse-Mannschaft mit sehr viel Erfahrung. Aber das heißt nicht, dass wir das Spiel schon vorher abschenken."

Damit die DHB-Frauen auch gegen den Handball-Giganten bestehen können, werden sie unter anderem eine Susann Müller in Bestform benötigen. Die wurfgewaltige Linkshänderin liegt mit 33 Turniertreffern auf Rang drei der WM-Torschützenliste, kann an guten Tagen ihr Team beinahe im Alleingang zum Sieg tragen und beansprucht diese Rolle auch für sich. "Das sind die Spiele, in denen es um die Wurst geht", sagte Müller: "Da will man führen und vorneweg gehen." - vorneweg in ein mögliches WM-Viertelfinale.

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