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Handball-WM 2019 - WM-Kolumne von Daniel Stephan #2 über Deutschlands Sieg gegen Brasilien
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Publiziert 13/01/2019 um 14:43 GMT+1 Uhr
Der ehemalige Welthandballer und heutige Eurosport-Experte Daniel Stephan schreibt in seiner Kolumne bei Eurosport.de über Deutschlands überzeugenden Sieg im WM-Vorrundenspiel gegen Brasilien. Was Stephan besonders gefiel, welchen Akteur er herausheben möchte, wie Torwart Andreas Wolff die Mannschaft weiterbringt - und was die entfachte Euphorie jetzt bewirken kann.
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Hallo Handball-Freunde,
der WM-Start war ein Muster ohne Wert, weil Korea wirklich zu schwach war, um Deutschland zu fordern. Aber Brasilien hatte ja so gut mitgehalten gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich, insofern waren wir gewarnt.
Mit einer fantastischen Stimmung in der Halle hat das DHB-Team beim 34:21 (15:8) wirklich ein Feuerwerk abgebrannt. Herausheben möchte ich Steffen Fäth, der gerade in der ersten Halbzeit überragend gespielt hat, explosiv aufs Tor zuging und exakte Würfe platzierte.
Wenn man bedenkt, dass er in den letzten vier Pflichtspielen bei den Rhein-Neckar Löwen keine Minute gespielt hatte, ist es schon bemerkenswert, wie er sich den Frust von der Seele geworfen hat. Wir brauchen einen starken Fäth für die Partien, die noch kommen.
Wie Wolff das DHB-Team pusht
Ohnehin ist es wichtig für die Jungs, direkt in einen Flow reinzukommen. Klar ist, dass nicht alles so weiterlaufen wird, das muss jedem bewusst sein. Dennoch: Die Brasilianer so aus der Halle zu werfen, war eindrucksvoll und hilft für die nächsten Aufgaben - weil viel mehr Selbstbewusstsein aufgebaut werden konnte als vorher gedacht.
Andreas Wolff ist natürlich ein Faktor. Der Torwart kann Druck in positiven Druck umwandeln, was extrem wichtig ist, um nicht zu verkrampfen. Diese Einstellung muss er auf dem Platz transportieren, und das macht er. Wolff hat den Brasilianern den Nerv gezogen, sie wussten ja gar nicht mehr, wo sie hinwerfen sollten. .
Dass Abwehr inklusive Torhüter gut funktionieren, ist der Schlüssel zum Erfolg. Dazu trägt Wolff bei. Er hatte Phasen in Kiel, wo er nicht zurechtkam und sehr unglücklich war; deshalb auch sein Wechsel nach Polen. Die Nationalmannschaft ist ein Ventil. In Kiel spielt er nicht viel, hier kann er sich austoben.
Das war ein Fingerzeig von Prokop
Bundestrainer Christian Prokop hat seine Spieler in taktische Feinheiten einbezogen. Das finde ich gut, weil es zeigt, dass er die Mannschaft mehr in die Verantwortung nimmt - was diese dankend annimmt. Es war sicher ein Fingerzeig, wenngleich schwer zu sagen ist, ob der Schulterschluss zwischen Mannschaft und Trainerteam vollzogen ist. Wobei man das jetzt gar nicht beurteilen muss. Lasst uns einfach die WM abwarten.
Wir dürfen nicht den Fehler machen, plötzlich davon auszugehen, dass alles ein Selbstläufer wird. Nichtsdestotrotz ist Deutschland auf einem sehr guten Weg. Die Voraussetzungen für den Erfolg sind gegeben, es wurde eine Euphorie entfacht - und mit dem riesigen Selbstvertrauen lässt sich einiges bewegen.
Euer Daniel Stephan
Zur Person: Daniel Stephan
Der ehemalige Nationalspieler wurde 1998 zum ersten Welthandballer aus Deutschland gekürt. Stephan, der im linken Rückraum und in der Mitte spielte, wurde 2004 Europameister und holte im selben Jahr mit der DHB-Auswahl die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Athen. In 183 Länderspielen warf der heute 45-Jährige, der im Verein für den OSC Rheinhausen und den TBV Lemgo auflief, 590 Tore. Die WM 2019 begleitet Stephan als TV-Experte bei Eurosport und hier in seiner Kolumne für Eurosport.de
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