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Handball-WM | Deutschland verpasst Sieg gegen Frankreich in Krimi

"Wahnsinn bis zum Schluss": Deutsches Handball-Drama gegen Frankreich
Von SID

15/01/2019 um 22:28Aktualisiert 15/01/2019 um 23:05

Die deutschen Handballer haben das Top-Duell gegen Weltmeister Frankreich in Berlin in einer packenden Partie nicht für sich entscheiden können. Mit 25:25 (12:10) endete das Spitzenspiel der Gruppenphase vor den begeisternden Fans, in einem Krimi gelang Frankreich in letzter Sekunde noch der Ausgleich. Das DHB-Team machte dennoch den Einzug in die WM-Hauptrunde perfekt.

Den Weltmeister geärgert, den Medaillentraum mit neuem Leben gefüllt: Die deutschen Handballer haben in einem packenden WM-Krimi Titelverteidiger Frankreich ein Unentschieden abgetrotzt und durch den Punktgewinn vorzeitig die Hauptrunde erreicht. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop kam im Hexenkessel von Berlin zu einem 25:25 (12:10) und versetzte Sport-Deutschland endgültig ins Handball-Fieber.

"Wir haben so ein geiles Spiel abgeliefert, einen Riesenkampf hingelegt, wir hätten den Sieg verdient gehabt. Aber am Ende haben wir uns wieder nicht belohnt", sagte Kapitän Uwe Gensheimer im ZDF, das Remis fühle sich an wie eine Niederlage: "Aber wir werden das schnell abschütteln." Prokop meinte:

"Wir haben gefightet ohne Ende, das war Wahnsinn bis zum Schluss. Ein dickes Kompliment für meine Mannschaft, irgendwann werden wir belohnt."

Frankreich ohne Karabatic

Frankreich, das weiter ohne den kürzlich genesenen Superstar Nikola Karabatic auskam, hat die nächste Turnierphase durch das Remis ebenfalls erreicht. Das DHB-Team nimmt mindestens einen Punkt mit in die Hauptrundenspiele. Sollte Brasilien sich mit einem Sieg gegen Korea erwartungsgemäß den dritten Platz in Gruppe A sichern, startet Deutschland gar mit der sehr guten Ausgangsposition von drei Punkten in die Hauptrunde. Dort sind ab Samstag in Köln die besten drei Teams aus Gruppe B die Gegner.

Frankreich feiert den Ausgleich von Timothey N'Guessan

Frankreich feiert den Ausgleich von Timothey N'GuessanGetty Images

Angetrieben von den frenetischen Fans in der Hauptstadt war die Abwehr um Patrick Wiencek und Torhüter Andreas Wolff von Beginn an auf Betriebstemperatur, jede gute Aktion wurde von der deutschen Bank lautstark bejubelt. Erst nach knapp sieben Minuten erzielte Frankreich sein erstes Tor zum 1:2.

Die aggressiven Abwehrreihen dominierten das Geschehen, beide Teams kamen allerdings auch aufgrund vieler technischer Fehler kaum zu leichten Treffern. Gensheimer, der sein Geld bei Paris St. Germain verdient, scheiterte in seinem 13. Versuch im laufenden Turnier erstmals mit einem Siebenmeter (13.).

In der 19. Minute ging Frankreich durch Luc Abalo erstmals in Führung (5:4), Wolff hatte zuvor fünf Hochkaräter entschärft. In dieser Phase kurz vor dem Seitenwechsel avancierte Fabian Wiede von den Füchsen Berlin zum auffälligsten deutschen Spieler, der Rückraumspieler sorgte mit zwei Toren und tollen Zuspielen federführend für eine zwischenzeitliche 8:6-Führung der deutschen Mannschaft (25.), woraufhin Frankreichs Trainer Didier Dinart den Torhüter wechselte.

"Vorne können wir noch zulegen"

"Die Abwehr war richtig gut. Die Franzosen bei zehn Toren zu halten, schafft kaum eine Mannschaft. Vorne können wir noch zulegen", sagte Teammanager Oliver Roggisch in der Halbzeitpause. Doch die deutsche Mannschaft erwischte einen Stolperstart nach dem Seitenwechsel, Prokop setzte in der 35. Minute einen neuen Akzent und brachte im Tor Silvio Heinevetter für den tadellosen Wolff.

Der zuvor kritisierte Spielmacher Strobel zeigte nun viel Initiative, die Partie blieb hochspannend bis zum Ende. Obwohl bei Frankreich der frühere Bundesligaprofi Kentin Mahe mit neun Toren überragte, fehlte Karabatic den Blauen in diesem Spiel schmerzlich: Der dreimalige Welthandballer war drei Monate nach seiner Fuß-OP überraschend am Sonntag ins Training des Titelverteidigers eingestiegen, nachdem er seine WM-Teilnahme eigentlich abgesagt hatte.

Der 34-Jährige wurde von den Franzosen allerdings auch gegen Deutschland noch nicht nachnominiert, auf der Tribüne schüttelte er angesichts des Spielverlaufs immer wieder den Kopf.

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