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Handball-WM: Finale zwischen Dänemark und Norwegen ist Duell der Ausnahmekönner

Hansen gegen Sagosen: Skandinavien-Showdown um den Titel
Von SID

26/01/2019 um 16:39Aktualisiert 27/01/2019 um 09:38

Dänemarks Superstar Mikkel Hansen gegen Norwegens Überflieger Sander Sagosen - das skandinavische WM-Finale ist vor allem ein Duell der beiden Ausnahmekönner. Hansen soll das handballverrückte Dänemark am Sonntag endlich vom WM-Fluch befreien. Auch für Norwegen, Vize-Weltmeister von 2017, wäre ein Coup in Jütland der erste Aufstieg auf den Weltmeister-Thron.

Mikkel Hansen redete sich den Mund fusselig. Nach seiner Halbfinal-Gala musste der dänische Superstar seine unnachahmliche Leichtigkeit erklären. Wieder. Und immer wieder. In seiner Muttersprache, auf Englisch. Dann auf Französisch und schließlich auf Spanisch.

"Wenn Handball sehr einfach gespielt wird, ist man immer erfolgreich", sagte der Rückraum-Riese fast lapidar, auf englisch, bevor er nach dem lockeren 38:30-Sieg gegen Frankreich dann doch emotional wurde:

"Ein Finale zu spielen ist etwas, wovon man als Kind träumt."

Video - Lehrstunde für den Weltmeister: Hansen führt furiose Dänen ins Finale

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Nach den bitteren Endspiel-Niederlagen 1967, 2011 und 2013 soll Hansen das handballverrückte Dänemark am Sonntag (17.30 Uhr auf Eurosport 1) im eigenen "Wohnzimmer" in Herning vor 15.000 frenetischen Fans endlich vom WM-Fluch befreien.

Nach Hansens Halbfinal-Gala rissen sich die TV-Stationen mal wieder um DEN Superstar der Handball-Weltmeisterschaft. Hansens Kollegen standen längst unter der Dusche, da beantwortete der Superstar von Paris St. Germain noch immer geduldig jede Frage.

Finale wird knifflige Aufgabe

Das Finale, das weiß Hansen, wird eine knifflige Aufgabe. Deutschland-Schreck Sander Sagosen ist auf bestem Wege, sich zu Norwegens neuem Volkshelden aufzuschwingen. Das skandinavische Duell um den Titel wird also auch zum spektakulären Aufeinandertreffen der beiden Ausnahmekönner, die zugleich Teamkollegen sind - Sagosen spielt wie Hansen bei Scheich-Klub Paris.

Auch für Norwegen, Vize-Weltmeister von 2017, wäre ein Coup in Jütland der erste Aufstieg auf den Weltmeister-Thron. "Wir sind so müde und haben so eine große WM gespielt. Jetzt stehen wir wieder im Finale", sagte Sagosen völlig erschöpft nach einer beeindruckenden Vorstellung und dem 31:25-Sieg in Hamburg gegen das letztlich chancenlose deutsche Team.

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Hansen hatte seine Arbeit da schon verrichtet - gegen den völlig indisponierten Titelverteidiger Frankreich lieferte der Rückraumspieler mit der wilden Mähne so richtig ab und erzielte zwölf Tore. "Mikkel ist außergewöhnlich, das wissen wir glaube ich alle", sagte Trainer Nikolaj Jacobsen, der in der Bundesliga die Rhein-Neckar Löwen betreut:

"An Tagen wie heute ist er kaum zu stoppen."

In der Jyske Bank Boxen soll der Mann mit der Nummer 24 nun den Fluch von "Danish Dynamite" besiegen. Nach den drei WM-Endspielteilnahmen flossen bei den Dänen bislang immer Tränen der Enttäuschung. Doch Hansen, mit 65 Toren bislang klar erfolgreichster Werfer der WM, weiß, wie man Titel gewinnt. Bei der EM 2012 und vier Jahre später bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 reichte es für Gold.

Heimvorteil darf man nicht unterschätzen

Dänemark ist am Sonntag Favorit - der Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen. "Das ist wahrscheinlich unsere größte Chance, die WM zu gewinnen", sagte Torhüter Niklas Landin vom deutschen Rekordmeister THW Kiel:

"Das war von Anfang an unser Traum, im Finale zu stehen. Ich bin unglaublich stolz auf unsere Mannschaft."

Doch Norwegen hat seine Ansprüche deutlich angemeldet. Sagosen, der mit seinen erst 23 Jahren als der kommende Superstar gilt, zog gegen Deutschland geschmeidig und intelligent die Fäden. Der beste Torjäger vom Freitag, Magnus Röd (7) von der SG Flensburg-Handewitt, droht allerdings mit einer Oberschenkelverletzung auszufallen. In der Vorrunde verlor Norwegen zudem mit 26:30 gegen Deutschlands Co-Gastgeber.

Trainer Christian Berge zeigte sich ungeachtet dessen wild entschlossen. "Jetzt haben wir Silber sicher und gehen 'All-in' für das Gold" sagte der langjährige Bundesliga-Profi. Es wäre der erste große Titel für die Norweger - und die große Chance will keiner verpassen. "Wir sehen uns am Sonntag", kündigte Regierungschefin Erna Solberg ihre Unterstützung für die "Berge-Boys" an.

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