Alfred Gislason verlängert beim DHB bis 2028 - Bundestrainer betreut Handball-Männerteam über Heim-WM 2027 hinaus

Alfred Gislason bleibt auch über die Heim-WM hinaus Bundestrainer. Der Deutsche Handballbund (DHB) hat den im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag mit dem Isländer bis 2028 verlängert, wie der Verband am Freitag mitteilte. Nach der Heim-WM 2027 (13. bis 31. Januar) wird Gislason das deutsche Männerteam damit auch bei einer möglichen Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles betreuen.

Gislason: "Haben die Qualität, die ganz Großen zu schlagen"

Quelle: Eurosport

Der Auftrag ist klar: Gislason soll das deutsche Team in eine goldene Zukunft mit weiteren Medaillen führen und möglichst bald für den ersten Titel seit dem EM-Triumph 2016 sorgen.
Er sei "dankbar für das Vertrauen, diese Arbeit bis 2028 fortsetzen zu dürfen", wurde Gislason am Freitag in der Verbandsmitteilung zitiert und führte aus: "Ich bin davon überzeugt, mit unseren Spielern den letzten Schritt gehen zu können" nach Olympiasilber 2024 und dem zweiten Platz bei der EM 2026, denn: "Unsere Geschichte ist noch lange nicht auserzählt."
Für DHB-Sportvorstand Ingo Meckes ist Gislason "nicht nur ein beeindruckender Trainer, sondern auch ein in jeder Hinsicht verlässlicher Mensch". DHB-Präsident Andreas Michelmann adelte den erfahrenen Coach als "Fels in der Brandung".
So oder so hat Gislason richtig Lust auf die Zukunft, die neben Heim-WM und Olympia auch noch die EM im Januar 2028 umfasst. Bundestrainer zu sein, "ist mehr als ein Beruf", betonte er nach der Verlängerung.

Olympia 2028 bleibt Gislasons großer Traum

Für den letzten Schritt an die Spitze muss er aber mit seinem Team noch die schier übermächtigen Dänen - Olympiasieger, Welt- und Europameister - von Thron stoßen. Was schwierig wird, gingen doch erst am vergangenen Wochenende zwei Tests gegen die Skandinavier ebenso verloren wie die letzten beiden großen Finals. Doch für den Abschluss seiner Mission hat der Isländer durch seine Unterschrift und mit der Rückendeckung der DHB-Spitze nun noch zwei Jahre Zeit.
Seine Bilanz kann sich bereits jetzt sehen lassen. In Gislasons Amtszeit seit 2020 gewann das DHB-Team Olympia-Silber 2024 in Paris sowie EM-Silber im vergangenen Januar. Zuletzt hatte es immer wieder auch Diskussionen über eine mögliche Ablösung des 66-Jährigen nach der Heim-WM (13. bis 31. Januar 2027) gegeben. Stattdessen bekommt der verdiente DHB-Coach jetzt die große Chance zur Erfüllung seines Traums: Olympia 2028 in LA, in jener Stadt also, in der er 1984 bereits als Spieler unter den Ringen auflief.

Gislason macht seinen Wunsch deutlich

Gislason hatte zuletzt immer wieder seinen Wunsch bekräftigt, über das WM-Turnier hinaus mit der Mannschaft weiterarbeiten zu wollen. Ein Argument dürfte die Mannschaft gewesen sein, die sich öffentlich stets hinter ihren Trainer stellte. Nach dem erfolgreichen Umbruch und der Rückkehr in die Weltspitze genießt Gislason viel Anerkennung.
Dennoch sorgte die Personalie in der jüngeren Vergangenheit für Diskussionen. Obwohl die Ergebnisse zuletzt für sich sprachen, kam zwischendurch ein ums andere Mal Kritik an der Spielweise des Teams auf, an der Aufstellung und am Coaching. Gislason hatte dabei stets bekräftigt, ganz sicher nicht ans Aufhören zu denken. Das Feuer brennt auch nach 35 Trainerjahren noch. Er werde weitermachen, sagte der 66-Jährige, "solange ich den Glauben habe, etwas geben zu können, das hilft". Diese Power wird Gislason nun weiter beim DHB einbringen.
(SID)
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Quelle: SID


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