Olympia 2024: Chinesische Hockeyspielerin schießt Belgierin ab und sorgt für Rudelbildung - Absicht oder Versehen?
VonLukas Fegers
Update 08/08/2024 um 15:36 GMT+2 Uhr
Erstmals seit 2008 stehen die chinesischen Hockeyfrauen bei den Olympischen Spielen im Finale, für die Asiatinnen ist es das zweite Endspiel der Geschichte. Dafür jedoch war ein Kraftakt gegen Belgien vonnöten: Im hitzigen Halbfinale setzte sich der Weltranglistensechste mit 3:2 nach Penaltyschießen durch - und sorgte dabei kurz nach Ablauf der regulären Spielzeit für einen unrühmlichen Aufreger.
Absicht oder Versehen? Chinesin schießt Belgierin ab
Quelle: Eurosport
Die Schlusssirene war just ertönt, da ließ Yunxia Fan die Emotionen auf dem blauen Kunstrasen von Paris überkochen.
In Höhe der Mittellinie donnerte die Chinesin einen ruhenden Ball in Kniehöhe auf ihre Gegenspielerin Delphine-Daphne Marien. Die Folge: gellende Pfiffe des Publikums, Rudelbildung der Spielerinnen und zwei Gelbe Karten vonseiten der Referees.
Knapp zwei Spielminuten zuvor hatte Belgiens Emma Puvrez (59.) den chinesischen Führungstreffer von Meirong Zou (18.) ausgeglichen, der Frust über das Gegentor steckte Fan wohl tief in den Knochen. So tief, dass sich die Mittelfeldspielerin mit abgelaufener Uhr zu einer Unsportlichkeit hinreißen ließ.
"Das war sehr ungeschickt", kommentierte Eurosport-Expertin Fanny Rinne die Aktion: "Man kann auch irgendwelche Böswilligkeit unterstellen. Das, glaube ich, war aber nicht der Fall."
Gelbe Karten für Fan und Vandermeiren
Ihr britischer TV-Kollege Charlie Brougham wollte an der mutmaßlichen Absicht der Chinesin hingegen nicht zweifeln. Völlig "unnötig" sei die Aktion gewesen, "das war rücksichtslos".
Als rücksichtslos stufte auch das Schiedsrichtergespann nach Rücksprache mit dem Video-Referee die Situation ein. Fan erhielt eine Zeitstrafe - wie allerdings auch Judith Vandermeiren.
Belgiens Nummer 7 hatte Fan nämlich nach ihrem Frustschlag zurechtgewiesen und die Chinesin dabei leicht vor die Brust gestoßen. Ein regelwidriges Verhalten, urteilten die Schiedsrichterinnen, wenngleich diese Entscheidung von vielen Beobachtern als zu hart empfunden wurde.
Auch Vandermeiren selbst war mit ihrer Gelben Karte überhaupt nicht einverstanden. "Das können Sie nicht tun", beschwerte sich die 29-Jährige und wendete sich kopfschüttelnd ab.
China im Finale absoluter Underdog
Wie Fan durfte Vandermeiren so nicht am Penaltyschießen teilnehmen. Die Chinesin wiederum akzeptierte ihre Strafe wegen "gefährlichen Spiels" ohne Widerspruch.
Im Shootout behielten die Chinesinnen schließlich die Oberhand. Nach ihrer Silbermedaille von Peking greifen sie nun zum erst zweiten Mal überhaupt nach Gold.
Dass in Paris der ganz große Coup gelingt, ist aber äußerst unwahrscheinlich. Denn am Freitagabend wartet die alles dominierende Niederlande - die amtierenden Olympia-, WM- und EM-Championessen.
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Quelle: Eurosport
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