Olympia 2024 in Paris: Deutsche Hockey-Herren spielen nach knappem Halbfinalsieg gegen Indien um die Goldmedaille

Gold ist zum Greifen nah, die deutschen Hockey-Weltmeister stürmen weiter unaufhaltsam dem angestrebten Olympiasieg entgegen. Die Mannschaft von Bundestrainer Andre Henning bezwang Indien im Halbfinale mit 3:2 (2:1) und ist bei den Spielen in Paris nur noch einen Sieg vom großen Coup entfernt. Im Finale kommt es nun zur Neuauflage des Endspiels von 2012 gegen die Niederlande.

Peillat knallt ihn rein! Deutschland gleicht gegen Indien aus

Quelle: Eurosport

Kaum war der brandgefährliche Schuss der Inder in buchstäblich letzter Sekunde haarscharf über das Tor gezischt, gab es kein Halten mehr. Bundestrainer Andre Henning riss nach einem packenden Spiel gegen den Rekord-Olympiasieger die Arme hoch, dann umarmte er Matchwinner Marco Miltkau, der in der 54. Minute den goldenen Treffer zum 3:2 (2:1) erzielt hatte. Und auf der Tribünen feierten auch die völlig losgelösten deutschen Anhänger zu "Major Tom".
"Wir sind überglücklich", sagte ein atemloser Niklas Wellen, "wir haben kein gutes Spiel gemacht, aber es zeichnet uns aus, dass wir dann trotzdem gewinnen an so einem Tag. Jetzt freuen wir uns eine Stunde, und dann kucken wir, wie wir Holland schlagen." Die Niederlande stehen dem geplanten Sturm auf Gold noch im Wege.
Im Finale am Donnerstag (19:00 Uhr) kommt es für die deutschen Weltmeister auch zur Neuauflage des Endspiels von 2012 - damals hatte sich Deutschland gegen den großen Rivalen zum Olympiasieger gekrönt. "Hier wird auf jeden Fall Gold geholt", betonte Moritz Fürste, Olympiasieger 2008 und 2012, im Brustton der Überzeugung. "Ich glaube", sagte Torhüter Jean-Paul Danneberg voller Selbstvertrauen, "die Holländer haben Angst vor uns."
Miltkau stieß in der packenden und bisweilen hektischen Schlussphase das Tor zum Finale auf (54.). Zuvor hatten Gonzalo Peillat (18.) nach einer Strafecke und Christopher Rühr (27., Siebenmeter) getroffen. Die Tore für Indien, das vor drei Jahren in Tokio eine deutsche Bronzemedaille verhindert hatte, erzielten Harmanpreet Singh (7.) und Sukhjeet Singh (36.).

Indien geht in Führung - Deutschland zieht nach

Nach der geglückten Revanche hat das DHB-Team nun Silber sicher, am Donnerstag (19:00 Uhr live auf Eurosport und discovery+) geht es wie bereits vor zwölf Jahren gegen die Niederlande um Gold. In London hatte sich Deutschland damals zum bislang letzten Mal den Titel geholt. Auch in Paris war das DHB-Team gegen den Europameister in der Vorrunde schon erfolgreich gewesen (1:0).
Im Stade Olympique Yves-du-Manoir entschärfte die deutsche Mannschaft gleich zu Beginn zwei Strafecken Indiens - auch dank Torhüter Jean-Paul Danneberg. Dabei musste das Team auf eine wichtige Stütze in der Defensive verzichten. Der angeschlagene Tom Grambusch, der sich im Viertelfinale gegen Argentinien (3:2) an der Hand verletzt hatte, musste auf der Tribüne Platz nehmen.
Von dort aus verfolgte der Abwehrspieler die indische Führung nach einer Reihe an Strafecken. Indien machte weiter Druck und war das deutlich strukturiertere Team. Deutschland kam nur selten in den Kreis. Peillat glich schließlich nach einer Strafecke aus und trieb sein Team gleich weiter an.
Mit dem Treffer im Rücken kam die DHB-Auswahl nun langsam besser ins Spiel. Nachdem Jarmanpreet Singh den Ball bei einer Strafecke mit dem Fuß geblockt hatte, verwandelte Rühr den anschließenden Siebenmeter eiskalt. Doch nach der Pause agierte Deutschland zunächst zu passiv, der Ausgleich fiel unter lautstarkem Jubel der zahlreichen indischen Fans. Justus Weigand verpasste die erneute Führung (47.) aus spitzem Winkel.
In einer intensiven Partie drängten zunächst beide Teams weiter auf die Entscheidung. In der hektischen, hart umkämpften Schlussphase gelang Miltkau dann der erlösende Treffer.
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(SID)

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Quelle: Eurosport


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