IndyCar - Grosjean trotz erstem Podest unzufrieden: Ex-F1-Pilot ärgert sich über Hinterbänkler

Lange Zeit sah es am Samstag beim Rennen der IndyCar-Serie auf dem Straßenkurs von Indianapolis so aus, als könnte Ex-Formel-1-Pilot Romain Grosjean bei seinem erst dritten Einsatz von der Pole Position aus zu seinem ersten Sieg fahren. Am Ende musste er sich aber dem Niederländer Rinus VeeKay geschlagen geben. Aus Sicht von Grosjean lag das vor allem an den Hinterbänklern.

Romain Grosjean fuhr beim IndyCar-Rennen in Indianapolis auf Rang zwei

Fotocredit: Getty Images

"Heute hat uns der Verkehr auf jeden Fall den Sieg gekostet", sagte Romain Grosjean nach dem Rennen.
"In der Formel 1 habe ich in den vergangenen Jahren oft die blaue Flagge gesehen, was ziemlich schlimm für uns war", dachte Grosjean an seine Zeit beim Formel-1-Team Haas zurück. "Heute hätte ich sie mir öfter gewünscht."
Vor allem ein Fahrer war Grosjean ein Dorn im Auge: "Mit Takuma war es grenzwertig", sagte er über Takuma Sato, den Grosjean erst nach langem Kampf überrunden konnte und der sich später dann sogar noch zurückrundete.
"Wenn man innerhalb von zwei Runden drei Sekunden verliert und dann beim Überholen auch noch ein bisschen, kommen ganz schnell fünf Sekunden zusammen. Die hätten locker ausgereicht, um Rinus hinter uns zu halten", meinte Grosjean. Eine durchaus realistische Einschätzung, im Ziel lag er 4,95 Sekunden hinter Rinus VeeKay.

Grosjean ärgert sich: Hinterbänkler verteidigen sich mit Push-to-pass

Besonders störte Grosjean, dass die langsameren Fahrer die Führenden nicht nur nicht "vorbeiwinken", sondern sich in dem Bemühen, nicht aus der Führungsrunde herauszufallen, sogar aktiv gegen die Überrundung wehren.
"Die Hinterbänkler nutzen den Push-to-pass, um sich vor der Überrundung zu retten, und das nervt einen. Denn dadurch musste ich meinen eigenen Push-to-pass nutzen, den ich eigentlich für den Kampf gegen Rinus und Alex [Palou] gebraucht hätte. Den will man nicht [beim Überrundeten] verschwenden", so Grosjean über die Überholhilfe.
Die Blockade durch die überrundeten Fahrer sorgte schließlich dafür, dass VeeKay Grosjean nach dem zweiten Boxenstopp überholen konnte. "Rinus war im ersten Freien Training superschnell, und auch im Warm-up bei kühleren Bedingungen. Daher wusste ich, dass er gut sein würde", sagte Grosjean. "Er hat es nicht ganz in die Fast Six geschafft und hatte daher mehr [frische] rote Reifen für das Rennen."
Während der Franzose auf den weicheren Reifen ins Rennen gestartet war, fuhr VeeKay zunächst mit den härteren Pneus. "Als ich ein langsameres Auto eingeholt hatte, ist er früh an die Box gegangen, hat von schwarz auf rot gewechselt und hatte dann freie Fahrt. Ich wusste, dass sie eine andere Strategie fahren und es eng werden würde."

Blockade durch Bourdais besiegelt Grosjeans Niederlage

So kam es auch. Als Grosjean nach dem zweiten Boxenstopp mit den härteren Reifen auf die Strecke zurückging, fuhr VeeKay auf den weichen Pneus an ihm vorbei. Und dann stand Grosjean erneut ein anderer Fahrer im Weg.
"Im letzten Stint hing ich hinter Sebastien Bourdais fest, der ein superschneller Fahrer ist und auf neuen Reifen unterwegs war, während ich auf alten roten fuhr", sagt er. "Ich konnte ihn lange Zeit nicht überholen, bis er sich verbremste und in Kurve 1 geradeaus fuhr."
Doch da war es für Grosjean zu spät, um den Führenden noch einmal unter Druck zu setzen. "Ich konnte Rinus vier oder fünf Sekunden vor mir sehen, hatte aber keine Chance, wieder an ihn heranzukommen. Das ist es, was ich gelernt habe: Ich muss einfach das ganze Rennen lang pushen. Wenn man im ersten Stint einen Vorsprung von sieben oder acht Sekunden hat bedeutet das nicht, dass man das Rennen gewinnt."

EXTRA TIME - Der Eurosport-Podcast:

picture

Historischer Monaco-GP: Alesi setzt Lauda-Ferrari in die Mauer

Quelle: SNTV

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung