Olympia 2024: Italien tobt nach Schiri-Posse um Judoka Odette Giuffrida - Kampfrichter "sollen zur Hölle fahren"

Silber in Rio, Bronze in Tokio: Bei den vergangenen beiden Olympischen Spielen trug Judoka Odette Giuffrida gleich zweimal zum italienischen Medaillenspiegel bei. Auch in Paris wollte die Römerin wieder etwas Zählbares erreichen. Doch in der Gewichtsklasse bis 52 kg musste die 29-Jährige am Sonntag eine bittere Enttäuschung verkraften - und machte dafür vor allem die Kampfrichterin verantwortlich.

Behind the scenes: So sieht die Judo-Halle in Paris aus

Quelle: International Judo Federation

"Mit dieser Schiedsrichterin werde ich irgendwann einmal einen Kaffee trinken gehen und sie fragen, welches Problem sie mit mir hat", sagte die sichtlich frustrierte Giuffrida nach ihrem verlorenen Kampf um Bronze und redete sich dabei in Rage.
Im Mittelpunkt des Ärgers? Die Rumänin Ioana Babiuc. Mit mehreren strittigen Entscheidungen im Halbfinale und im Duell um Platz drei hatte diese die Wut des italienischen Teams auf sich gezogen - und auch der meist japanischen und französischen Fans in der Arena, wie die "Gazzetta dello Sport" berichtet.
Die fragwürdigen Entscheidungen der rumänischen Kampfrichterin gegen sie würden "schon eine Weile so" gehen, betonte Giuffrida: "Immer, wenn ich sehe, dass sie das Duell leitet, weiß ich, dass ich mehr tun muss als eigentlich nötig wäre. Sie mag mich nicht besonders."
Zu dieser Erkenntnis kam nicht nur die Athletin selbst. Auch der Präsident des italienischen Verbandes, Domenico Falcone, und der Chef des italienischen Olympischen Komitees (CONI), Giovanni Malagò, ließen kein gutes Haar an Babiuc und den Kampfrichtern allgemein.

Kampfrichter "sollen zur Hölle fahren"

"Was haben wir falsch gemacht?", fragte Falcone in die Runde und polterte: "Die Macht der Kampfrichter macht das Judo kaputt!"
Es sei "wirklich schlimm zu sehen, wie die Bemühungen der Athleten und des Verbandes auf unfaire Weise zunichtegemacht werden. Da möchte man am liebsten allen sagen, sie sollen zur Hölle fahren", echauffierte sich der Funktionär.
Auch CONI-Präsident Malagò zeigte sich "von einigen Entscheidungen sehr perplex. Am meisten überrascht hat uns aber, dass die Schiedsrichterin nach dem umstrittenen Halbfinale auch noch den Kampf um Platz drei geleitet hat."

Schiri-Kritik auch beim Fechten

In Paris steht Malagòs herbe Kritik an der Judo-Kampfrichterin derweil nicht allein für sich. Auch an den Schiedsrichtern im Florettfechten hatte der CONI-Präsident einiges auszusetzen.
Im Kampf um Gold zwischen dem Italiener Filippo Macchi und dem späteren Sieger Cheung Ka Long (Hongkong) hatte eine Entscheidung des Kampfrichter-Gespanns aus Taiwan und Südkorea für hitzige Kontroversen gesorgt.
Die Ansetzung zweier Unparteiischer aus Asien war Malagò übel aufgestoßen, nach dem Finale reichte die italienische Delegation einen formellen Protest beim IOC ein.
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