Leichtathletik-EM: Malaika Mihambo bestätigt Teilnahme - Weltmeisterin will nach Corona-Infektion angreifen

Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) wird nach ihrer Corona-Infektion bei der Heim-EM in München an den Start gehen. "Wir haben gestern und heute zwei gute Trainingseinheiten absolvieren können. Ich möchte meine Chance in der Qualifikation am Dienstag auf jeden Fall wahrnehmen", sagte die Olympiasiegerin am Freitag laut einer Pressemitteilung ihres Managements.

Malaika Mihambo glaubt an einen EM-Start in München

Fotocredit: Getty Images

Mihambo stand ganz entspannt auf dem Erdinger Rasen, flüchtete kurz lachend vor einer kecken Hummel - und zerstreute schließlich in erstaunlich flüssigem Bairisch die ärgsten Zweifel an ihrem EM-Start. "I freu mi auf einen guadn Wettkampf", sagte die Weitsprung-Olympiasiegerin aus Heidelberg.
Der derzeit einzige deutsche Leichtathletik-Weltstar kann das "Projekt Wiedergutmachung" in München anführen.
Selbstverständlich war das zuletzt nicht. Mihambo hatte sich nach ihrem WM-Titel Ende Juli in Eugene, als sie aus einer insgesamt desolaten Mannschaft herausragte, Corona eingefangen.
"Ich merke schon, dass ich krank war, bin noch nicht bei 100 Prozent", sagte die 28-Jährige beim Medientermin im Sepp-Brenninger-Stadion: "Das Gute ist aber, dass ich ein Training durchstehen kann, von daher sieht es auch ganz gut aus, dass ich die Wettkämpfe gut bestreiten kann." Die finale Entscheidung über ihre Teilnahme an der Heim-EM will sie am Freitagabend treffen.

"Aus der kalten Hose": Mihambo bleibt optimistisch

Auch wenn es aufgrund der kurzen und nicht idealen Vorbereitung auf ihren Einsatz - die Qualifikation steigt am Dienstag (9:50 Uhr), das Finale steht zwei Tage später am Donnerstag (20:58 Uhr) an - ein Start "ein wenig aus der kalten Hose" heraus wird, zeigt sich Mihambo optimistisch: "Ich denke, dass es jetzt Tag für Tag besser wird." Die Titelverteidigerin sprüht vor Tatendrang - Hummel auf dem Rasen, Hummeln im Hintern quasi.
Und eine Mihambo in der Nähe ihrer Topform wäre für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) essenziell wichtig. Drei Wochen ist das WM-Debakel mit nur zwei Medaillen erst her, jetzt soll "dahoam" in München die große Wiedergutmachung gelingen. Viele Athleten wie der ehemalige Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul hatten die EM schon vorher als eigentliches, "emotionales" Highlight bezeichnet.
Der Druck ist nun da, das deutsche Team muss "jetzt auch liefern", wie "ARD"-Experte Frank Busemann im Interview mit "Münchner Merkur" und "TZ" sagte: "Es wurde jetzt immer gesagt, dass eigentlich die EM in München der Höhepunkt ist. Dann muss in München der Knoten aber auch platzen."
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Malaika Mihambo ist eine von den deutschen Hoffnungen auf eine Medaille bei der Heim-EM

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Mihambo: "Muss niemandem etwas beweisen"

Auch dank ihres WM-Triumphs in Eugene geht Mihambo ihren eigenen Aussagen zufolge ohne besonderen Druck in die Heim-EM. Ohnehin ziehe sie ihre Motivation seit geraumer Zeit nicht mehr aus Medaillen. "Mich treiben eigentlich andere Dinge an. Die persönliche Weiterentwicklung beispielsweise. Mich darauf zu konzentrieren, besser im Weitsprung zu werden und stärker zu werden", erklärte sie.
Mit Blick auf ihre bisherige Laufbahn ist sich die Olympiasiegerin sicher: "Ich muss niemandem etwas beweisen."
Neben dem bereits vorhandenen Reiz einer Europameisterschaft versprühe das Event in München einen besonderen Reiz. "Da ist eine besondere Energie", schilderte Mihambo die besondere Unterstützung, die sie von den heimischen Fans erwartet.

Mihambo über geplatzten Wechsel in die USA

Während ihres Presseauftritts wurde Mihambo auch auf ihren geplatzten Wechsel in die USA angesprochen. 2020 stand das Weitsprung-Ass nämlich kurz vor einem Tapetenwechsel, die Zusammenarbeit mit Ikone Carl Lewis galt als besiegelt. Doch die Corona-Pandemie machte ihr einen Strich durch die Rechnung.
"Das war tatsächlich eine sehr glückliche Fügung", beschrieb sie die Fügung des Schicksals, welche sie mit ihrem jetzigen Trainer Uli Knapp zusammenbrachte. "Damals hatte ich keinen Anknüpfungspunkt, da erschien mir die Option in den USA als gut." Aufgrund der Krise blieb ihr die Einreise in die Vereinigten Staaten aber verwehrt.
"So bin ich dann bei Uli Knapp gelandet, wir haben uns auf Anhieb verstanden", resümierte die 28-Jährige. "Wir haben eine Basis gefunden, auf der man viel aufbauen kann. So etwas findet man nicht an jeder Straßenecke. Bei Uli stehe ich als Mensch im Vordergrund - und nicht nur als Athlet, der Leistung erbringen soll."

WM-Leistungen werfen Fragen auf

DLV-Präsident Jürgen Kessing hofft vor den eigenen Fans auf eine Leichtathletik-Party im Olympiastadion. "Ich würde mir wünschen, dass wir ein zweistelliges Medaillenergebnis erreichen könnten", sagte Kessing.
Doch wie soll das gelingen? Klar, die starken Athleten aus den USA und Afrika sind nicht dabei, aber wer in Eugene nicht in Topform war, wird vermutlich auch in München kaum über sich hinauswachsen können. Zudem fehlen weiter Leistungsträger von einst wie Johannes Vetter und Christin Hussong (beide Speer) oder Gesa Felicitas Krause (Hindernis). Und Rio-Olympiasieger Thomas Röhler (Speer) war zuletzt völlig außer Form.
Doch natürlich es gibt sie auch, die Hoffnungsträger neben Mihambo. Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre, Lauf-Ass Konstanze Klosterhalfen, Sprinterin Gina Lückenkemper, Diskuswerferin Kristin Pudenz oder auch Kaul und Marathon-Läufer Amanal Petros zählen dazu. Eugene soll nur ein Ausrutscher gewesen sein. "Ich hoffe, dass wir es in München als Team besser machen können", sagte Claudine Vita, die bei der WM mit Platz fünf im Diskuswerfen eine der wenigen positiven Überraschungen war, "aber das zeigt definitiv, dass wir als Team die nächsten Jahre ein bisschen aufholen müssen."
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Goldener Abschluss: Duplantis springt Weltrekord - Mihambo fliegt zu Gold

Quelle: SNTV

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