Leichtahletik-EM - Tartanbahn vs. Eiskanal: Alexandra Burghardt spricht über Bob-Gastspiel in Peking
Alexandra Burghardts sportliche Heimat ist eigentlich die Tartanbahn, im Winter wagte sie jedoch einen kuriosen Schritt und trat als Bob-Anschieberin in Erscheinung - mit beeindruckendem Erfolg. Gemeinsam mit Mariama Jamanka ergatterte die Oberbayerin bei den olympischen Spielen in Peking die Silbermedaille. Im Vorfeld der European Championships von München sprach sie über ihr Erlebnis.
Alexandra Burghardt gewann in Peking die Silbermedaille
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Aus Erding berichtet Dennis Melzer
Alexandra Burghardt zählt zu Deutschlands besten Sprinterinnen, jüngst gewann sie mit der 4x100-Meter-Staffel bei der Leichtathletik-WM in Eugene (Oregon, USA) die Bronzemedaille. In der vergangenen Saison sorgte die Oberbayerin allerdings für ein Kuriosum, indem sie sowohl an den olympischen Sommerspielen in Tokio als auch an den Winterspielen in Peking teilnahm.
Nur 196 Tage nach dem Großevent in Japans Hauptstadt, bei dem keine Medaille für Burghardt herausgesprungen war, versuchte sich die 28-Jährige als Zweierbob-Anschieberin. Ihre Pilotin und Partnerin: Keine Geringere als Pyeongchang-Olympiasiegerin Mariama Jamanka.
Der Ausflug von der Tartanbahn in den Eiskanal gestaltete sich erfolgreich, Burghardt und Jamanka gewannen die Silbermedaille, nur Laura Nolte und Deborah Levi waren schneller. Seit Monaten widmet Burghardt sich allerdings wieder ihrem Hauptberuf. Nach der erfolgreichen WM soll auch bei den European Championships in München eine Medaille her.
Im Vorfeld der EM erinnerte sie sich dennoch gerne an ihren Abstecher in die Wintersport-Welt zurück – und verriet, warum das Bobfahren sie "robuster" gemacht hat.
Burghardt: "Da ist nichts mit ausruhen"
"Wir Sprinter sind ein bisschen verwöhnt. Wir trainieren meistens bei gutem Wetter und haben Top-Bedingungen", sagte Burghardt im Rahmen einer Presserunde in Erding. Sie ergänzte: "Man liegt den ganzen Tag rum, bevor man wie ein Rennpferd losgelassen wird."
Beim Bobfahren gehe es hingegen allein aufgrund der äußerlichen Bedingungen rauer zu. "Da gibt es sehr viel Arbeit drumherum. Das ist kein Luxus, es ist sehr kalt und mit viel handwerklicher Arbeit verbunden", so Burghardt.
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Mariama Jamanka (l.) und Alexandra Burghardt bei Olympia in Peking
Fotocredit: Getty Images
Sie führte aus: "Da ist nichts mit ausruhen, da wird bei minus 15 Grad geschliffen und geschraubt."
Zwar gebe es Mechaniker, die das grobe Tuning des Schlittens übernommen hätten, das Feintuning sei dann jedoch Aufgabe der Athletinnen und Athleten. "Wie geschliffen und poliert wird, da hat jeder eigene Geheimnisse."
Keine Rückkehr in den Bob: "Einmaliger Ausflug"
Rückblickend hilfreiche Erfahrungen, wie Burghardt erklärte. "Ich habe gelernt, dass ich auch bei null Grad sprinten kann und keine Angst haben muss, mich zu verletzen. Ich habe gelernt, über Grenzen zu gehen. Der ganze Zirkus hat mich robuster gemacht."
Trotzdem wird es für sie keine Rückkehr in den Schlitten geben. "Es war ein einmaliger Ausflug, das war von vornherein abgestimmt", sagte sie. "Wir wollten gemeinsam diese olympische Medaille. Das haben wir geschafft. Für uns war Silber wie Gold. Besser kann man eine Sportart nicht verlassen."
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European Championships in München: Fragen und Antworten
Quelle: SID
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